Neuer IHK-Arbeitskreis widmet sich der Gesundheitswirtschaft
Die wachsende Bedeutung der Gesundheitswirtschaft hat die Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein veranlasst, ein neues Netzwerk – den Arbeitskreis Gesundheitswirtschaft Niederrhein – ins Leben zu rufen. Hierfür hatte sich Vollversammlungs-Mitglied Dieter Welsink, Geschäftsführer der medicoreha Welsink GmbH, stark gemacht. „Jeder sechste Beschäftigte am Mittleren Niederrhein arbeitet in der Gesundheitswirtschaft. Darüber hinaus wächst die Branche kontinuierlich. Alleine im letzten Jahrzehnt wuchs die Beschäftigung in der Gesundheitswirtschaft um 10 Prozent, während sie über alle Branchen hinweg im gleichen Zeitraum um 4 Prozent abgenommen hat“, weiß IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Dieter Porschen, der zudem die Effekte auf die regionale Investitionstätigkeit hervorhebt. „Insbesondere die Investitionen der Krankenhäuser sorgen für einen spürbaren Impuls.“
„Wir versprechen uns durch den Arbeitskreis eine bessere Vernetzung unserer Branche in der Region“, erklärt Wolfgang K. Hoever, Vorstand der inoges ag. Der Krefelder Unternehmer hat dabei insbesondere die Effizienz des Gesundheitswesens im Blick. „Es schadet dem System, wenn nur die reine Leistung abgerechnet wird. Meines Erachtens sollte auch der gesundheitliche Fortschritt des Patienten bezahlt werden.“ Bei einer alternden Bevölkerung werde die Effizienz des Gesundheitssystems zu einer wichtigen Größe. „Mehr Geld über immer höhere Beiträge – das wird auf Dauer nicht funktionieren“, so Hoever.
Ein weiteres Handlungsfeld wird das Thema „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ sein. „Wir müssen die Unternehmen sensibilisieren, verstärkt ein Betriebliches Gesundheitsmanagement einzuführen. In Zeiten der Rente mit 67 und einem verstärkten Fachkräftemangel sind Unternehmen auf gesunde, leistungsfähige Mitarbeiter angewiesen“, weiß Gisela Salz, Regionalgeschäftsführerin der Barmer GEK in Mönchengladbach. Erste gemeinsame Projekte mit der Industrie- und Handelskammer, um das Thema in den Betrieben weiter zu forcieren, sind bereits in der Planung.
Die Krankenhäuser als größte Arbeitgeber der Region sind ebenfalls unter den Gründungsmitgliedern des neuen Netzwerks. Horst Imdahl, Geschäftsführer der Städtischen Kliniken Mönchengladbach, hofft, dass sich aus dem Arbeitskreis ein gemeinsamer Beitrag für eine höhere regionale Wertschöpfung ergibt. „Ich freue mich auf den Erfahrungsaustausch im Netzwerk mit vor- und nachgelagerten Institutionen“, so Imdahl. Ein spannendes Aktionsfeld sieht er unter anderem im Gebiet des Hygienemanagements. „Dies ist nicht nur für Krankenhäuser, sondern auch für Pflege- und Reha-Einrichtungen ein wichtiges Thema.“
Auch das Thema Fachkräftemangel wird den Arbeitskreis beschäftigen. „Ich bin daher froh, dass die Vizepräsidentin der Hochschule Niederrhein, Prof. Dr. Saskia Drösler, ebenfalls Mitglied des Arbeitskreises ist“, betont IHK-Chef Porschen. Denn auch die Hochschule reagiert auf die steigende Bedeutung der Gesundheitswirtschaft. „Wir werden den Fachbereich Gesundheit bis zum Jahr 2012 von 8 auf 14 Professuren aufstocken“, berichtet Drösler, die selbst im Fachbereich Gesundheit lehrt. Das Netzwerk wird diesen Prozess intensiv mitverfolgen. „Zum Jahresende soll es eine Veranstaltung geben, bei der sich die neuen Hochschul-Professoren des Fachbereichs den Unternehmen und Institutionen der Gesundheitswirtschaft vorstellen“, so Drösler. „Wir bezwecken damit eine stärkere Verzahnung zwischen den Unternehmen auf der einen und Lehre bzw. Forschung auf der anderen Seite.“
Quelle: Pressemitteilung vom 28.07.2010
Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein
Nordwall 39
47798 Krefeld
Gesundheitswirtschaft - IHK Krefeld gründet Arbeitskreis
Moderator: WernerSchell
Gesundheitswirtschaft - richtige Prioritäten setzen
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Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk führt regelmäßig Pflegetreffs mit bundesweiter Ausrichtung durch.
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist Kooperationspartner der „Aktion Saubere Hände.“
Neuss, den 30.08.2010
Offener Brief
An die
Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein
Nordwall 39
47798 Krefeld
ihk@krefeld.ihk.de; ludewig@krefeld.ihk.de; welsink@medicoreha.de; dieter.welsink@cdu-neuss.de;
Nachrichtlich:
An die Neuss-Grevenbroicher Zeitung und weitere Medien
Redaktion@ngz-online.de; ludger.baten@ngz-online.de; rwiedner@ngz-online.de; klaus.schumilas@ngz-online.de; kleinau@ngz-online.de; wirtschaft@ngz-online.de;
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Betr.: Arbeitskreis Gesundheitswirtschaft – Belange der Patienten / pflegebedürftigen Menschen und der Pflegekräfte gehören in den Mittelpunkt
Bezug: Bericht der Neuss-Grevenbroicher Zeitung vom 28.08.2010
Beiträge zum Thema auch im Forum Werner Schell unter:
viewtopic.php?t=14700
viewtopic.php?t=14587
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe mit Interesse zur Kenntnis genommen, dass die IHK – Mittlerer Niederrhein - einen Arbeitskreis Gesundheitswirtschaft eingerichtet hat. Die Neuss-Grevenbroicher Zeitung berichtete darüber am 28.08.2010 im Wirtschaftsteil (C 4).
Ich entnehme zunächst den Ausführungen, dass es dem Arbeitskreis vorrangig – oder sogar allein - um die Förderung wirtschaftlicher Belange im Gesundheitswesen geht. Damit folgt man offensichtlich den bundespolitischen Vorgaben, die seit Jahren „Ökonomisierung und Wettbewerb“ in den Mittelpunkt des Agierens gestellt haben.
Was m.E. bei der öffentlichen Botschaft im Zusammenhang mit der Arbeitskreiseinrichtung zu kurz kommt, sind die Belange der Patienten und pflegebedürftigen Menschen. Auch von den Pflegekräften, die sich zunehmend in einer Pflegenotstandssituation wiederfinden und den Angehörigen ist keine Rede.
Dabei kann ich auch dem Hinweis, dass das Thema „Gesundheitswirtschaft“ wissenschaftlich stärker angegangen werden soll, zunächst wenig positive Aspekte abgewinnen. Wenn ich mir die vielfältigen Probleme der MitarbeiterInnen im Gesundheitswesen und die Interessenlage der Patienten und pflegebedürftigen Menschen bzw. der Angehörigen ansehe, fallen mir vielfältige andere vordringliche Aufgabenstellungen ein. Die Verwissenschaftlichung innerhalb der Gesundheitswirtschaft sollte zugunsten der intensiveren persönlichen Zuwendung den Menschen gegenüber in Grenzen gehalten werden.
Wir müssen aufpassen, dass demnächst nicht statt zuwendungsorientiert arbeitenden Pflegekräften vornehmlich Qualitätsbeauftragte, Manager mit verschiedenen Qualifizierungen, Prüfer von MDK und Heimaufsichten, Pflegewissenschaftler und vielleicht sogar Staatsanwälte an Kranken- bzw. Pflegebetten versammelt sind.
In der Gesundheitswirtschaft muss es m.E. vorrangig darum gehen, den Pflegenotstand anzugehen und damit für eine bessere Versorgungs- und Pflegesituation einzutreten.
Auch die aktuell laufende Diskussion bezüglich der Krankenhaushygiene hat fast ausschließlich etwas mit finanzieller und personeller Not in den Einrichtungen zu tun.
Der vielbeschworenen Wertschätzung und Anerkennung für das Pflegepersonal müssen konkrete Maßnahmen folgen, die diesen berechtigten Anliegen zur Geltung verhelfen.
So ist z.B. aktuell zu beklagen, dass zahlreiche frisch examinierte Pflegekräfte nur eine unbefristete Anstellung in Einrichtungen der Gesundheitswirtschaft finden oder sich mit Teilzeitbeschäftigungen abfinden müssen. Offensichtlich flüchten sich immer mehr Träger der Gesundheitswirtschaft, auch in kirchlicher Trägerschaft, in unzumutbare Vertragsangebote für die Pflegekräfte. Ein anderes Thema sind die „Personalauslagerungen“, um tariflichen Vergütungsstrukturen auszuweichen. - Wie sollen junge Menschen unter solchen Umständen Familien gründen, Kinder in die Welt setzen und gar noch für ihr Alter bzw. ihre Pflege vorsorgen?
Ich wollte Ihnen diese meine Gedanken übermitteln mit der Aufmunterung, dafür einzutreten, dass in dem gegründeten Arbeitskreis Gesundheitswirtschaft auch die Belange des Personals, der Patienten und der Angehörigen gebührend einbezogen werden. Darüber ist eine öffentliche Diskussion notwendig!
Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell – http://www.wernerschell.de
Medienberichte zum Thema:
http://www.presseanzeiger.de/meldungen/ ... 381468.php
http://www.openpr.de/news/461100.html
http://www.heide-bote.de/index.php?name ... &sid=15374
http://www.openbroadcast.de/artikel/581 ... etzen.html
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Initiative
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/