Erfolgreiches Altern: Wie Ärzte und Pfleger zu einem erfüllten Leben beitragen

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Erfolgreiches Altern: Wie Ärzte und Pfleger zu einem erfüllten Leben beitragen

Beitrag von WernerSchell » 22.09.2018, 06:24

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Erfolgreiches Altern: Wie Ärzte und Pfleger zu einem erfüllten Leben beitragen

Was bedeutet erfolgreiches Altern für sehr alte Menschen? Keine Altersgruppe wächst so stark wie die der Hochbetagten. Laut Statistischem Bundesamt lebten Ende 2016 2,25 Millionen Menschen in Deutschland, die 85 Jahre oder älter waren. Ein Jahrzehnt zuvor waren es noch 1,64 Millionen. Was für diese Menschen ein erfülltes Leben ausmacht und wie Ärzte und Pflegekräfte dazu beitragen können, davon berichtet Professorin Dr. Daniela Jopp in ihrem Keynote-Vortrag mit dem Titel „Erfolgreiches Altern bei Hundertjährigen“ auf dem Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG).

„Wir brauchen für Hochbetagte neue Kriterien, um deren erfolgreiches Altern zu erfassen“, sagt die Professorin für Psychologie an der Universität Lausanne (Schweiz). „Während wir bei Älteren unter 80 Jahren vor allem auf körperliche Faktoren wie ein geringes Risiko für Krankheiten achten, müssen wir bei sehr alten Menschen viel stärker psychologische Faktoren berücksichtigen.“ Der Kongress findet vom 6. bis 8. September in Köln statt.

In einer Studie mit Hundertjährigen aus Heidelberg haben Jopp und ihre Kollegen keinen einzigen Teilnehmer gefunden, der nicht mindestens eine chronische Erkrankung aufwies. Im Durchschnitt litten die Hundertjährigen unter fünf Krankheiten. „Die Lebenszufriedenheit dieser Menschen hängt jedoch nicht von der Zahl ihrer Krankheiten ab, sondern vor allem von einem positiven Blick auf die Zukunft, vom Zusammenleben mit anderen Menschen und davon, ob sie glauben, noch selbstständig handeln zu können“, so Jopp. „Die allermeisten Hundertjährigen sind mit ihrem Leben zufrieden oder sogar sehr zufrieden.“

Hochbetagte entwickeln Strategien, die sie zufriedener machen

Während es vielen Älteren zunächst schwer fällt, ihre gewohnten Alltagstätigkeiten aufzugeben, wenn ihre Kräfte nachlassen, entwickeln Hochbetagte mit der Zeit jedoch positive Strategien, um damit umzugehen. „Sie lernen zu akzeptieren, dass sie manches nicht mehr schaffen, was ihnen früher leicht gelang. Das ist eine Stärke sehr alter Menschen, die zu ihrer Zufriedenheit beiträgt.“
Die reduzierten Erwartungen, die sehr alte Menschen an ihr Leben stellen, könnten aber auch dazu führen, dass sie nicht optimal medizinisch versorgt werden. „In unserer Studie berichteten fast 30 Prozent der Hundertjährigen, dass sie oft oder ständig Schmerzen haben. Das finde ich nicht akzeptabel“, betont Jopp. Ob dieser hohe Wert daran liege, dass Hochbetagte glauben, ihre Schmerzen aushalten zu müssen, oder ob sie bei ihren Ärzten nicht ausreichend Gehör fänden, müsse geklärt werden. Auf jeden Fall sollten Ärzte für die hohe Prävalenz von Schmerzen bei sehr alten Menschen sensibilisiert sein.

Hundertjährige haben ihre eigene Vorstellung vom guten Altern

In einer aktuellen Untersuchung hat Daniela Jopp gezeigt, dass gleichzeitige Hör- und Sehbeeinträchtigungen Hochbetagte stark belasten und das Risiko für Depressionen deutlich erhöhen. „Aber wie oft wird im Altenheim überprüft, ob die Sehstärke noch stimmt oder ob ein Bewohner ein neues Hörgerät braucht? Hier können Pflegende und Angehörige die Lebensqualität sehr alter Menschen wirksam verbessern, indem sie solche Beeinträchtigungen aufmerksam verfolgen und bei Bedarf die Hilfsmittel anpassen lassen.“

Weltweit erforschen nur wenige Wissenschaftler die Lebenswelt sehr alter Menschen, in die Daniela Jopp in ihrer Keynote einen Einblick geben wird. „Wir müssen vor allem die Modelle verbessern, die die Lebensqualität dieser Menschen beschreiben“, berichtet sie. „Bislang arbeiten wir häufig mit drei oder vier Faktoren. Fragt man aber die Hundertjährigen selbst, haben sie häufig sehr viel mehr Ideen, was zu einem guten Altern beiträgt.“ Um wirksame Interventionen zu entwickeln, sei es daher notwendig, sich dabei auch an den Vorstellungen der Hochbetagten zu orientieren, fordert Jopp.

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Professorin Dr. Daniela Jopp
Raffler


Zur Person:
Prof. Dr. Daniela Jopp ist seit 2014 Professorin für Psychologie an der Universität Lausanne (Schweiz) und Mitglied des Nationalen Forschungsschwerpunkts „LIVES – Überwindung der Verletzlichkeit im Verlauf des Lebens“. Einen Schwerpunkt ihrer Arbeit bildet seit vielen Jahren die Erforschung der Lebensqualität von Hundertjährigen, zunächst als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Heidelberg und ab 2008 an der Fordham University in New York (USA). Ihr Studium der Psychologie und ihre Promotion absolvierte sie an der Freien Universität Berlin.

Termin:

Prof. Dr. Daniela Jopp
Keynote-Lecture: „Erfolgreiches Altern bei Hundertjährigen“
DGGG/DGG-Kongress
Hörsaalgebäude 105, Hörsaal C, Universität zu Köln
Donnerstag, 6. September 2018
10:45 bis 11:30 Uhr

Pressekontakt der DGG

Torben Brinkema
medXmedia Consulting KG
Nymphenburger Str. 19
80335 München
Tel: +49 (0)89 / 230 69 60 21
Fax: +49 (0)89 / 230 69 60 24
E-Mail: presse@dggeriatrie.de

Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG)

Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) ist die wissenschaftliche Fachgesellschaft der Ärzte, die sich auf die Medizin der späten Lebensphase spezialisiert haben. Wichtige Schwerpunkte ihrer Arbeit sind neben vielen anderen Bewegungseinschränkungen und Stürze, Demenz, Inkontinenz, Depressionen und Ernährungsfragen im Alter. Häufig befassen Geriater sich auch mit Fragen der Arzneimitteltherapie von alten Menschen und den Wechselwirkungen, die verschiedene Medikamente haben. Bei der Versorgung geht es darum, den alten Menschen ganzheitlich zu betreuen und ihm dabei zu helfen, so lange wie möglich selbstständig und selbstbestimmt zu leben. Die DGG wurde 1985 gegründet und hat heute rund 1700 Mitglieder.

Weitere Informationen:
https://www.dggeriatrie.de/presse/pressemeldungen/
http://www.gerontologie-geriatrie-kongr ... start.html

Quelle: Pressemitteilung vom 16.08.2018
Torben Brinkema Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG)

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Kölner Hochaltrigenstudie NRW80+: Mehrheit der über 80-jährigen mit Lebenssituation zufrieden

Beitrag von WernerSchell » 22.09.2018, 06:27

Universität zu Köln

Kölner Hochaltrigenstudie NRW80+: Mehrheit der über 80-jährigen mit Lebenssituation zufrieden

In Deutschland ist 2050 jeder Achte mindestens 80 Jahre alt – Ministerin Pfeiffer-Poensgen: Nordrhein-Westfalen baut Spitzenposition in der Alternsforschung aus

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Quelle: https://www1.wdr.de/nachrichten/seniore ... n-100.html

86 Prozent der Hochaltrigen sind mit ihrem Leben weitgehend zufrieden – das ist ein zentrales Ergebnis der bundesweit ersten repräsentativen Studie zur Lebenssituation der Altersgruppe 80+. Nach einer mehrjährigen Vorbereitungsphase sind seit Mitte letzten Jahres Achtzigjährige und Ältere zu ihren Lebensumständen befragt worden. Forscherinnen unterschiedlicher Fachrichtungen der Universität zu Köln haben einige Ergebnisse der landesweiten Hochaltrigenstudie NRW80+ nun gemeinsam mit Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen vorgestellt. Sie geben unter anderem Aufschluss über das subjektive Wohlbefinden, die Nutzung von Pflegeangeboten, soziale Kontakte und Aktivitäten. Das Land fördert die Studie mit 1,5 Millionen Euro.

„Die Menschen in Deutschland werden immer älter, keine andere Altersgruppe wächst so schnell wie die der Hochbetagten. Deshalb ist es wichtig, dass wir die Lebensumstände, Wünsche und Bedürfnisse dieser Menschen verstärkt in den Blick nehmen", sagte Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen. „Die Studie der Universität zu Köln schließt eine Forschungslücke. Die Ergebnisse können dabei helfen, die Rahmenbedingungen für ein erfülltes Leben bis ins hohe Alter zu verbessern. Mit dieser ersten repräsentativen Studie baut das Land seine bundesweite Spitzenposition in der Alternsforschung noch weiter aus."

Bereits heute zählen sechs Millionen Menschen in der Bundesrepublik zur Bevölkerungsgruppe 80+. Das Statistische Bundesamt rechnet damit, dass die Zahl der Hochaltrigen bis 2050 auf zehn Millionen steigt und damit jeder Achte 80 Jahre und älter sein wird. Bisher fehlte es jedoch an grundlegenden Erkenntnissen zu Lebensqualität und Lebensumständen dieser Bevölkerungsgruppe.

Mit der Hochaltrigenstudie NRW80+ haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am "Cologne Center for Ethics, Rights, Economics and Social Sciences of Health (ceres)" nun erstmals repräsentativ erforscht, wie Menschen über 80 Jahre leben und leben möchten, welche Rolle sie in unserer Gesellschaft spielen und was sie brauchen, um zufrieden zu sein – selbst mit vielfältigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Insgesamt 1.800 Personen, die zum Zeitpunkt der Erhebung 80 Jahre und älter waren, wurden Nordrhein-Westfalen-weit befragt, um ein möglichst umfassendes und lebensnahes Bild zu erhalten. Darüber hinaus wurden Repräsentanten von Medien, Versicherungen, Seniorenvertretung und Politik befragt.

„Die Erfolgsgeschichte der Gerontologie setzt sich fort. Es geht nicht nur den jungen Alten ab 60 Jahren gut, sondern auch viele Hochaltrige berichten physische und psychische Gesundheit. Allerdings gibt es einen substanziellen Anteil von sehr alten Menschen, deren Lebenssituation von depressiven Verstimmungen, finanziellen Sorgen oder Pflegebedürftigkeit geprägt ist“, legte die Leiterin des Lehrstuhls für Rehabilitationswissenschaftliche Gerontologie Prof. Dr. Susanne Zank dar.

„Die Studie zeigt sehr schön auf, dass Lebenszufriedenheit auch etwas mit Wertvorstellungen zu tun hat. Diejenigen Befragten etwa, und das sind immerhin 60 Prozent, die das Gefühl haben, dass ihre Wertvorstellungen immer schlechter zu denen der Gesellschaft passen, sind oft auch weniger zufrieden“, erläuterte die Geschäftsführende Direktorin von ceres Prof. Dr. Christiane Woopen. „Das sollte uns eine Mahnung sein, den gesellschaftlichen Dialog und das generationenübergreifende Miteinander zu fördern."


Zentrale Ergebnisse:

  • - Mehr als die Hälfte der hochaltrigen Menschen in Nordrhein-Westfalen beschreiben ihre Gesundheit als gut.
    - 86 Prozent der Hochaltrigen sind mit ihrem Leben (eher) zufrieden. Die Zufriedenheit ist bei den über 90-Jährigen allerdings geringer.
    - Die Lebensumstände hochaltriger Frauen sind im Vergleich zu denen sehr alter Männer häufig schwieriger. Sie wohnen häufiger zur Miete, sind häufiger armutsgefährdet und werden im Fall von Hilfebedarf seltener privat versorgt.
    - Fast 60 Prozent der Hochaltrigen haben das Gefühl, dass ältere Menschen von der Gesellschaft (eher) nicht gebraucht werden.
    - Fast jede fünfte hochaltrige Person in vollstationärer Versorgung fühlt sich meistens oder (fast) immer einsam, während es in der Gesamtgruppe aller Hochaltrigen 6 Prozent sind.
    - Über 90 Prozent der Hochaltrigen sind mit ihrer eigenen Vergangenheit im Reinen und damit zufrieden.
    - Bei der Nutzung von Pflegeangeboten zeigen sich innerhalb der Hochaltrigen bedeutende Unterschiede. Die Wahrscheinlichkeit für die Nutzung privater und ambulanter Pflege sowie von Tagespflegeeinrichtungen steigt zwischen der Gruppe der 80-84-Jährigen und der Gruppe der über 90-Jährigen signifikant an. Auch zwischen den Geschlechtern gibt es Unterschiede: Männer nutzen signifikant seltener einen ambulanten Pflegedienst oder eine Tagespflegeeinrichtung.
    - Die Hochaltrigen in NRW haben durchschnittlich sechs für sie wichtige Kontaktpersonen. Zum engeren sozialen Umkreis hochaltriger Personen gehören vorrangig die Kinder, Enkelkinder und (Ehe-) Partner. Bei den über 90-Jährigen ist die Anzahl engerer sozialer Beziehungen geringer.
    Männer sind häufiger aktives Mitglied eines Vereins oder einer Organisation als Frauen. Unter den 85-89-Jährigen haben 31,4 Prozent der Männer aber nur 17,4 Prozent der Frauen eine aktive Mitgliedschaft. Insgesamt ist ein Viertel (24,9 Prozent) der hochaltrigen Bevölkerung in NRW aktives Mitglied in einem Verein oder einer Organisation. Der Anteil der Personen mit aktiver Mitgliedschaft steigt mit höherem Bildungsgrad an.
    - Auf Grundlage der Ergebnisse können nun alltagsnahe Konzepte entwickelt werden, um die Versorgung hochaltriger Menschen zu verbessern und Lebenswelten altersgerecht zu gestalten.

Zudem sollen im Rahmen der Längsschnittstudie "Hochaltrigenpanel NRW 80+" die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer weiter begleitet werden. Mit der Studie lassen sich weitere Erkenntnisse für eine Mitgestaltung von gesellschaftlichen Transformationsprozessen gewinnen, die mit dem demographischen Wandel einhergehen. Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft beabsichtigt, die Längsschnittstudie – vorbehaltlich der Entscheidung des Landtags über den Haushalt – mit 1,8 Millionen Euro zu fördern.

ceres, das Cologne Center for Ethics, Rights, Economics, and Social Sciences of Health, ist ein Zentrum für die interdisziplinäre Forschung, Aus- und Fortbildung sowie Beratung zu gesellschaftsrelevanten Fragen im Bereich der Gesundheit. Besondere inhaltliche Schwerpunkte sind das Altern und der demographische Wandel, die Gesundheitskompetenz in komplexen Umwelten und die digitale Transformation. Alle drei Bereiche stellen Wissenschaft und Gesellschaft aktuell vor Herausforderungen, die nur unter Einbeziehung einer Vielfalt wissenschaftlicher Disziplinen sowie gesellschaftlicher Akteure bewältigt werden können.

Quelle: Pressemitteilung vom 21.09.2018
Presse und Kommunikation:
Hermann Lamberty (Pressesprecher des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen)
0211 896-4790
press(at)mkw.nrw.de
Andreas Kirchner (PR Officer ceres)
0221 470-89120
ceres-info(at)uni-koeln.de
Weitere Informationen:
https://ceres.uni-koeln.de/forschung/nrw80/
https://www.portal.uni-koeln.de/9015.ht ... 96fb217603
https://www.land.nrw/de/pressemitteilun ... hrigen-mit
https://www1.wdr.de/nachrichten/seniore ... n-100.html


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Studie zum Thema Alter
Hochbetagt und hochzufrieden

Eine gute Nachricht. Die älteren Damen und Herren im Land sind zufrieden. Zu diesem Ergebnis kommt eine erste repräsentative Studie zur Altersgruppe 80plus in NRW. Deutlich mehr als die Hälfte sind mit ihrem Leben glücklich. Allerdings beklagen viele auch, dass sie vom Rest der Bevölkerung nicht mehr wirklich integriert werden. Das ist ein Weckruf und betrifft uns alle. Der Charakter einer Gesellschaft zeigt sich vor allem darin, wie sie mit ihren alten Mitgliedern umgeht. Kirsten Bialdiga berichtet in der Rheinischen Post vom 22.09.2018.
>>> https://rdir.inxmail.com/rponline/d?o0b ... ir6cgte112
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So geht es den Menschen über 80

Beitrag von WernerSchell » 24.09.2018, 06:12

Ärzte Zeitung vom 24.09.2018:
Lebensumstände analysiert
So geht es den Menschen über 80

Senioren über 80 Jahre sind die am stärksten wachsende Bevölkerungsgruppe. Doch wissen Forscher wenig über die Lebensumstände von Hochaltrigen. Ein Projekt bringt Licht ins Dunkel. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=97 ... efpuryykqr
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Gesund im Alter - Ein langes Leben dank fitter Eltern

Beitrag von WernerSchell » 31.10.2018, 07:36

Ärzte Zeitung vom 31.10.2018:
Gesund im Alter
Ein langes Leben dank fitter Eltern

Jeder träumt davon, gesund alt zu werden. Die besten Chancen dafür haben offenbar jene Menschen, deren Eltern mindestens 90 wurden, ohne krank zu sein.
Von Peter Leiner
Frage: Welchen Zusammenhang gibt es zwischen dem gesunden Altern von Frauen und dem erreichten Alter ihrer Eltern?
Antwort: Frauen, deren Eltern mindestens 90 Jahre alt wurden, haben die größte Chance, selbst gesund ein hohes Alter zu erreichen.
Bedeutung: Genetische und Umweltfaktoren sowie Lebensstil, weitergegeben zwischen den Generationen, beeinflussen wahrscheinlich das Altern der Nachkommen.
Einschränkung: Die Angaben zum Alter der Eltern zum Todeszeitpunkt konnten in der Studie nicht validiert werden. Zudem fehlten Informationen zur Todesursache der Eltern.
LA JOLLA. Es gibt nur wenige und kaum aussagekräftige Studien, in denen der Zusammenhang zwischen dem hohen, gesund erreichten Alter der Eltern und dem Altern der Nachkommen untersucht wurde.
Dr. Aladdin H. Shadyab von der University of California San Diego School of Medicine in La Jolla in USA und seine Kollegen überprüften ihn deshalb anhand von Daten der prospektiven WHI-Studie (Women’s Health Initiative).
... (weiter lesen unter) ... https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=97 ... efpuryykqr
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Lebensstil hinterlässt Spuren im Gehirn

Beitrag von WernerSchell » 19.02.2019, 17:02

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Lebensstil hinterlässt Spuren im Gehirn

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Wirken sich negativ auf die Gehirnstruktur aus: Alkohol und mangelnde sportliche Aktivität (links) u ...
Forschungszentrum Jülich, Vektor-Illustration von https://de.vecteezy.com


Jülich, 19. Februar 2019 – Sport ist gesund, Alkohol und Rauchen sind es nicht. Diese Erkenntnis hat sich inzwischen in weiten Teilen der Bevölkerung durchgesetzt. Jülicher Forscherinnen und Forscher zeigen in einer aktuellen Studie, wie stark sich eine gesunde beziehungsweise ungesunde Lebensführung auch im Gehirn widerspiegelt. Überraschend klar lässt sich in unserem Denkorgan zudem ablesen, wie stark ein Mensch in sein soziales Umfeld eingebunden ist. Die Ergebnisse der Studie wurden Anfang Februar in der renommierten Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht.

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Prof. Svenja Caspers
Copyright: Forschungszentrum Jülich / Sascha Kreklau


Nachwuchswissenschaftlerin Nora Bittner und Professorin Svenja Caspers vom Jülicher Institut für Neurowissenschaften und Medizin (INM-1), Erst- und Letztautorin der soeben erschienenen Studie, analysierten gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Jülich, Düsseldorf, Essen und Basel die Daten von 248 Frauen und 301 Männern im Alter von 55 bis 85 Jahren. Hierbei konnten sie sowohl auf Kernspinaufnahmen der Gehirne als auch auf einen umfangreichen Datensatz zu der Lebenssituation der Probanden zurückgreifen. Die Basis hierfür bilden die detaillierten Informationen, die während der Jülicher 1.000-Gehirne-Studie und zur Essener Heinz-Nixdorf-Recall-Studie erhoben wurden.

Für die nun vorliegende Arbeit wurden die Faktoren soziales Umfeld, Alkohol- und Tabakkonsum sowie körperliche Aktivität berücksichtigt. „In bisherigen Studien wurde meist nur ein einzelner dieser Aspekte beleuchtet“, hebt Prof. Svenja Caspers hervor. „Unser Datensatz erlaubt es jedoch, alle vier Aspekte gleichzeitig in jedem einzelnen Probanden zu betrachten und dabei auch Effekte aufzudecken, die erst durch das Zusammenspiel der verschiedenen Faktoren zustande kommen.“

„Sport, soziale Kontakte und Alkohol wirken sich nach unseren Ergebnissen direkt auf die Gehirnstruktur aus“, erklärt Nora Bittner. „Die graue Substanz in bestimmten Regionen des Gehirns ist zum Beispiel bei Menschen, die in einem regen sozialen Umfeld leben, besser erhalten, als bei Menschen, die wenig soziale Kontakte haben. Auch sportlich aktive Menschen zeigen im Alter einen geringeren Volumenverlust des Gehirns als inaktive Zeitgenossen, belegen weitere Studien. Ein hoher Alkoholkonsum wirkt sich hingegen negativ auf die Gehirnstruktur aus, geht also mit einem Gehirnabbau und dem Verlust von Nervenzellen einher“, führt die Wissenschaftlerin aus. Sowohl die Reduktion von Nervenzellen als auch des Gehirnvolumens gelten im Alter als mitverantwortlich für eine geringere geistige Leistungsfähigkeit und Flexibilität.

Rauchen hingegen beeinflusst weniger die Gehirnstruktur, sondern vielmehr die Gehirnfunktion, stellte Nora Bittner in ihrer Arbeit fest. „Es zeigte sich, dass die sogenannte funktionelle Konnektivität, also die gezielte Zusammenarbeit von Hirnregionen untereinander, im ruhenden Gehirn bei Rauchern höher ist als bei Nichtrauchern“, hebt Bittner hervor. „Wir gehen davon aus, dass dadurch die kognitive Reserve bei Rauchern geringer ist, da die betreffenden Regionen schon im Ruhezustand auf Hochtouren laufen und damit kein Leistungspuffer mehr frei ist“, erklärt Bittner. Als kognitive Reserve gilt die Fähigkeit des Gehirns, zusätzliche Kapazitäten im Gehirn zu aktivieren, also mehrere Bereiche zur Lösung eines Problems hinzuzuziehen, um zum Beispiel Alterungsprozesse zu kompensieren. Sind diese Bereiche schon anderweitig ausgelastet oder geschädigt, kommt es folglich zu einer geringeren geistigen Kapazität.

„Unsere Forschungsergebnisse zeigen eindrucksvoll, dass allgemeingültige Aussagen zu einer gesunden Lebensführung sich auch anatomisch und funktionell im Gehirn widerspiegeln“, betont Svenja Caspers. Ergänzend untersuchte das Team auch genetische Veranlagungen, die mit einem erhöhten Rauchverhalten beziehungsweise Alkoholkonsum einhergehen. „Zusammen mit unseren Kollegen aus der Genetik konnten wir belegen, dass die Erbinformationen offensichtlich eine nebensächliche Rolle spielen. Wichtiger als die pure Veranlagung ist also das tatsächliche Verhalten“, hebt Nora Bittner hervor.

Überrascht war das Forscherteam auch von der starken Korrelation zwischen sozialer Interaktion und der ausgeprägten Hirnstruktur. „Der positive Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und geistiger Leistungsfähigkeit ist schon länger bekannt und gut belegt“, sagt Caspers. „Dass nun ein intensives oder geringes Sozialleben ebenfalls deutliche Spuren im Gehirn hinterlässt, eröffnet eine Vielzahl von neuen Forschungsfragen“, freut sich Svenja Caspers. „Zum Beispiel ob sich Sport in der Gruppe – also im sozialen Kontext – anders auf die geistige Leistungsfähigkeit und ein gesundes Altern auswirkt als der einsame Waldlauf.“ Die umfangreiche Datenerhebung aus den beiden Großstudien 1.000-Gehirne und Heinz-Nixdorf-Recall bieten nach Ansicht der Wissenschaftlerinnen hierzu eine ideale Grundlage, um aussagekräftige Antworten zu finden, welche Parameter ein gesundes Altern unterstützen und welche nicht.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Svenja Caspers
Institut für Neurowissenschaften und Medizin (INM-1)
Tel.: +49 2461 61-1742
E-Mail: s.caspers@fz-juelich.de

Nora Bittner
Institut für Neurowissenschaften und Medizin (INM-1)
Tel.: +49 2461 61-2412
E-Mail: n.bittner@fz-juelich.de

Originalpublikation:
Nora Bittner, Christiane Jockwitz, Thomas W. Mühleisen, Felix Hoffstaedter, Simon B. Eickhoff, Susanne Moebus, Ute J. Bayen, Sven Cichon, Karl Zilles, Katrin Amunts & Svenja Caspers
Combining lifestyle risks to disentangle brain structure and functional connectivity differences in older adults
Nature Communications (published online 6 February 2019), DOI: 10.1038/s41467-019-08500-x
https://doi.org/10.1038/s41467-019-08500-x

Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de/SharedDocs/Pre ... -02-19-leb... Pressemitteilung des Forschungszentrums Jülich

Quelle: Pressemitteilung vom 19.02.2019
Dipl.-Biologin Annette Stettien Unternehmenskommunikation
Forschungszentrum Jülich
https://idw-online.de/de/news710807
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Wie Fitness das Alter beeinflusst

Beitrag von WernerSchell » 21.02.2019, 07:16

Ärzte Zeitung vom 21.02.2019:
Langes Leben
Wie Fitness das Alter beeinflusst

„Man ist so alt, wie man sich fühlt“, sagt der Volksmund. US-Forscher bestätigen dies in einer Studie: Sie haben mit einem Belastungstest das physiologische Alter von Patienten ermittelt.
Von Joana Schmidt
Das chronologische Alter ist zwar ein zuverlässiger Indikator für das Sterberisiko eines Menschen. Eine aktuelle Studie bestätigt jedoch, dass das physiologische Alter mehr darüber aussagt, wie lange jemand leben wird. Dieses basiert auf der körperlichen Fitness und lässt sich mithilfe eines Belastungstests bestimmen.
Das Forscherteam um den Kardiologen Dr. Serge Harb von der Cleveland Klinik im US-Staat Ohio hat eine Formel entwickelt, mit der sich das physiologische Alter eines Menschen berechnen lässt. Das sogenannte A-BEST (Age Based on Exercise Stress Testing) wird mittels Belastungstest auf einem Laufband ermittelt.
... (weiter lesen unter) ... https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=98 ... efpuryykqr
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Lebensstil entscheidet - Freunde hinterlassen Spuren im Gehirn – Rauchen auch

Beitrag von WernerSchell » 22.02.2019, 07:35

Ärzte Zeitung vom 22.02.2019:
Lebensstil entscheidet
Freunde hinterlassen Spuren im Gehirn – Rauchen auch

Sport, Alkohol, soziale Kontakte – die Lebensführung spiegelt sich im Gehirn wieder, so eine Studie. Dabei stellten die Forscher fest: Die Gehirne von Rauchern laufen auf Hochtouren. Doch das ist nicht positiv gemeint...
JÜLICH. Überraschend klar lässt sich in unserem Denkorgan unter anderem ablesen, wie stark ein Mensch in sein soziales Umfeld eingebunden ist. Das hat eine Studie am Jülicher Institut für Neurowissenschaft und Medizin (INM-1) ergeben.
... (weiter lesen unter) ... https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=98 ... efpuryykqr
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