Weltgesundheitstag am 07.04.2020 - Pflegekräfte und Hebammen unterstützen

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

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Weltgesundheitstag am 07.04.2020 - Pflegekräfte und Hebammen unterstützen

Beitrag von WernerSchell » 07.04.2020, 06:08

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7. April 2020
Weltgesundheitstag

Der Welt-Gesundheitstag ist eine alljährliche Veranstaltung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die an den Gründungstag der Organisation im Jahr 1948 erinnern soll. Die WHO nutzt den Welt-Gesundheitstag als ein wichtiges Forum, um die Öffentlichkeit für Gesundheitsfragen zu sensibilisieren und die Menschen zu motivieren, mehr für ihre Gesundheit zu tun. Seit 1954 werden die Welt-Gesundheitstage der WHO in Deutschland veranstaltet von der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums.
>>> https://www.weltgesundheitstag.de/cms/index.asp?wgt-who


Informationen zum Weltgesundheitstag 2020: Pflegekräfte und Hebammen unterstützen
Textübernahme aus > https://www.weltgesundheitstag.de/cms/i ... d+Hebammen
Siehe auch > viewtopic.php?f=4&t=23218&p=111798&hili ... en#p111798


Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) widmet in diesem Jahr den Weltgesundheitstag am 7. April den Pflegefachpersonen und Hebammen. Auch das gesamte Kalenderjahr hat die WHO zum "International Year of the nurses and the midwives" ausgerufen.

In Deutschland sind 1,6 Millionen Pflegekräfte in der Kranken- und Altenpflege sozialversicherungspflichtig beschäftigt1, 24.000 Frauen üben den Beruf der Hebamme aus.2 Angesichts der Coronavirus-Pandemie erhält die Würdigung dieser Berufsgruppen eine zusätzliche Bedeutung.

Zum Weltgesundheitstag am 7. April, dem Tag der Gründung der WHO vor 72 Jahren, wird erstmals der "World´s Nursing Report" veröffentlicht. 2021 folgt ein ähnlicher Bericht für die Berufsgruppe der Hebammen.

Am 24. Mai 2019 beschloss die 72. World Health Assembly, das Jahr 2020 als weltweites Jahr der Pflegekräfte und Hebammen auszurufen. Der Generaldirektor der WHO, Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus: "Die WHO ist stolz darauf, 2020 als das Jahr der Pflegekräfte und Hebammen zu nominieren. Diese beiden Gesundheitsberufe sind unschätzbar wertvoll für die Gesundheit der Bevölkerung. Ohne sie werden wir die nachhaltigen Entwicklungsziele und eine universelle Gesundheitsversorgung nicht erreichen können. 2020 wird sich darauf fokussieren, die enormen Entbehrungen und Leistungen von Pflegekräften und Hebammen hervorzuheben und sicherzustellen, dass wir den Mangel an diesen lebenswichtigen Berufen adressieren."

Zur Stärkung des Pflege- und Hebammenwesens in der Europäischen Region der WHO unterstützt das WHO-Regionalbüro für Europa die Länder in allen Teilen der Europäischen Region. Folgende Maßnahmen werden empfohlen3:

Verlagerung der Ausbildung von Pflegekräften und Hebammen an die Universitäten
Ausweitung des Aktionsradius von Pflegekräften und Hebammen
Vorbereitung von Pflegekräften auf Führungsaufgaben in den Gesundheitssystemen
Schaffung von beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten
Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Gehälter von Pflegekräften und Hebammen
Erhöhung der Beteiligung von Pflegekräften und Hebammen an Entscheidungsprozessen auf allen Ebenen der Konzeptentwicklung und -umsetzung
Entwicklung von wirksamen Personal-Planungsstrategien
Sensibilisierung von Politik und Gesellschaft für den Stellenwert der Arbeit von Pflegekräften und Hebammen.
Der Berufsgruppe der Pflegefachpersonen widmete sich die Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG) bereits in ihren Fachveranstaltungen. 2019 wurden auf dem 9. gemeinsamen Präventionskongress des Bundesministeriums für Gesundheit und der BVPG "Prävention und Gesundheitsförderung in der Pflege" aktuelle Konzepte und Projekte der Fachöffentlichkeit vorgestellt.

Anlässlich des Weltgesundheitstages hat die BVPG ein Interview mit Dr. h.c. Franz Wagner, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK) e.V. und Präsident des Deutschen Pflegerats e.V. (DPR) veröffentlicht.

Auf den Internetseiten der Weltgesundheitsorganisation finden Sie ein umfangreiches Angebot an Informationen. Zu den englischsprachigen Seiten gelangen Sie hier.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an: weltgesundheitstag@bvpraevention.de.

Quellen:
https://statistik.arbeitsagentur.de/Sta ... pflege.pdf).
Deutscher Hebammenverband e.V.; 2017
http://www.euro.who.int/de/media-centre ... dwife-2020


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Guterres: Erklärung zum Weltgesundheitstag, 7. April 2020

UN-Generalsekretär António Guterres: Erklärung zum Weltgesundheitstag, 7. April 2020
Der Weltgesundheitstag fällt dieses Jahr in eine für uns alle sehr schwierige Zeit.
Meine heutige Botschaft gilt allen, die im Gesundheitswesen arbeiten – den Krankenschwestern, -pflegern, Hebammen, Technikern, Sanitätern, Apothekern, Ärzten, Fahrern, Reinigungskräften, Verwaltungsangestellten und vielen anderen – die Tag und Nacht arbeiten, um uns zu schützen.
Heute sind wir Ihnen allen mehr denn je dankbar, dass Sie rund um die Uhr und unter Einsatz Ihrer Kräfte gegen die Folgen dieser Pandemie arbeiten.
2020 ist das Internationale Jahr der Krankenschwester, Pfleger und Hebammen, und ich möchte ihre besondere Kompetenz und ihr Engagement anerkennen.
Wir alle haben Grund, für die Arbeit und Professionalität von Krankenschwestern, -pflegern und Hebammen zu danken. Das weiß ich.
Krankenschwestern und -pfleger tragen einige der größten Belastungen im Gesundheitswesen. Sie leisten schwierige Arbeit und ertragen lange Arbeitszeiten, während sie gleichzeitig das Risiko von Verletzungen, Infektionen und der psychischen Belastung, die mit einer solchen traumatischen Arbeit einhergeht, auf sich nehmen. Sie sorgen oft für Trost am Ende unseres Lebens.
Hebammen sorgen am Anfang des Lebens für Wohlbefinden. Während einer Pandemie ist ihre Arbeit noch schwieriger, wenn sie unsere Neugeborenen sicher auf die Welt bringen.
An die Krankenschwestern, -pfleger und Hebammen der Welt: Danke für Ihre Arbeit.
In diesen traumatischen Zeiten sage ich allen Mitarbeitern des Gesundheitswesens: Wir stehen an Ihrer Seite und zählen auf Sie.
Sie machen uns stolz, Sie inspirieren uns. Wir sind Ihnen zu Dank verpflichtet.
Ich danke Ihnen für den Unterschied, den Sie jeden Tag und überall machen.
Quelle: Pressemitteilung vom 06.04.2020
Quelle: https://unric.org/de/guterres-erklaerun ... tstag2020/

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Ärzte Zeitung vom 06.04.2020:
Pflegerats-Präsident Wagner
„An der Ärztebasis hat sich die Wahrnehmung von Pflege verändert“
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) widmet den Weltgesundheitstag am 7. April den Pflegenden und Hebammen. Im Exklusiv-Interview mit der „Ärzte Zeitung“ sagt Deutschlands oberster Pflegevertreter Franz Wagner, was den Kollegen auf den Nägeln brennt – und wie er sich die Zusammenarbeit mit Ärzten vorstellt.
.... (weiter lesen unter) .... https://www.aerztezeitung.de/Politik/An ... 1A1B4EFYI4
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Weltgesundheitstag am 07.04.2020 - Pflegekräfte und Hebammen unterstützen

Beitrag von WernerSchell » 07.04.2020, 06:10

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Aus Forum:
viewtopic.php?f=6&p=113083#p113083


0267 / 6. April 2020
Pressemitteilung von Pia Zimmermann


Gesundheit und Pflege dürfen nicht dem Markt überlassen werden

"Die Beschäftigten halten das Gesundheitssystem am Laufen, nicht die Politik und schon gar nicht die Investoren", erklärt Pia Zimmermann, pflegepolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, mit Blick auf den Weltgesundheitstag am 7. April. "Die Fachkräfte in der Alten- und Krankenpflege, die Hebammen und mit ihnen viele Beschäftigte im Gesundheitsbereich müssen ihren Beruf aktuell unter widrigsten Umständen ausüben. Es fehlt an Schutzmaterial, und das Gehalt ist viel zu niedrig für diese verantwortungsvollen Berufe. Die Fachkräfte waren auch schon vor der Corona-Krise überlastet und sind es jetzt erst recht. Da muss umgehend gegengesteuert werden. Die Beschäftigten brauchen sofort Sicherheit - gesundheitlich, arbeitsrechtlich und finanziell - und eine langfristige Perspektive in all diesen Bereichen." Zimmermann weiter:

"Zu dieser langfristigen Perspektive gehört auch der Umbau des Gesundheitssystems. Es muss weg von der Orientierung an Profit und Effizienz hin zu einer Gesundheitspolitik, die den Menschen, seine Bedürfnisse und seinen Bedarf in den Mittelpunkt stellt. Die vergangenen Wochen haben eindrücklich bewiesen, dass der Markt gar nichts regelt und wir ihm nichts überlassen dürfen - schon gar nicht unser Grundrecht auf Gesundheit und Pflege. Gesundheit und Pflege sind keine Ware und dürfen kein Spekulationsobjekt sein."

F.d.R. Susanne Müller

Fraktion DIE LINKE. im Bundestag, Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Pressesprecher: Michael Schlick, Tel. 030/227-50016, Mobil 0172/373 13 55 Stellv. Pressesprecher: Jan-Philipp Vatthauer, Tel. 030/227-52801, Mobil 0151/282 02 708 Stellv. Pressesprecherin: Sandy Stachel, Tel. 030/227-52810 Telefax 030/227-56801, pressesprecher@linksfraktion.de, www.linksfraktion.de
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Investitionen in Pflege sind dringend erforderlich

Beitrag von WernerSchell » 07.04.2020, 12:10

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Investitionen in Pflege sind dringend erforderlich

Die Corona-Pandemie wirft ein Schlaglicht auf die Funktions- und Leistungsfähigkeit der Gesundheitssysteme weltweit und stellt sie dramatisch auf den Prüfstein. Einmal mehr zeigt sich, dass professionell Pflegende in jedem Land der Erde das Rückgrat und die wichtigste Säule der Gesundheitsversorgung sind. „Der heute zum Weltgesundheitstag von der Weltgesundheitsorganisation, dem International Council of Nurses und der Initiative Nursing Now gemeinsam herausgegebene ‚The State of the World`s Nursing 2020‘ Bericht belegt das und zeigt auf, wo die Schwachstellen auch im deutschen Gesundheitssystem sind“, erklärt Prof. Christel Bienstein, Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK). „Der Fokus auf Wirtschaftlichkeit und Effizienz hat vielfach den Blick verstellt darauf, dass das Gesundheitssystem der Daseinsvorsorge dient und den Bedürfnissen der Menschen entsprechen muss, die es nutzen und darauf angewiesen sind. Deutschland gehört, gerade was pflegerische Versorgung und Attraktivität der Pflegeberufe angeht, im internationalen Vergleich schon längst nicht mehr zu den Vorzeigeländern. Das muss sich ändern – und dazu muss künftig erheblich mehr Geld in Pflege anstatt in sinnlose und teure Fehlanreize investiert werden. Die Bevölkerung hat ein Anrecht darauf!“

Aus den Erkenntnissen des Reports leitet der DBfK für Deutschland zentrale Forderungen ab:
• Deutliche Investitionen in Ausbildung und Bindung von Pflegefachpersonen, insbesondere durch gute und wertschätzende Arbeits- und Ausbildungsbedingungen.
• Mehr Pflegefachpersonal und eine verbindliche Pflegepersonalbemessung auf Basis eines analytischen Personalbemessungsinstruments. Sowohl für die Pflege im Krankenhaus wie die stationäre Altenpflege liegen Vorschläge vor, die umgesetzt werden könnten.
• Erheben und Bereitstellen von verlässlichen Daten mit guter Aussagekraft über das Fachkräftepotenzial der Pflege in Deutschland; nur so kann vorausschauendes Agieren und Planen auf allen Ebenen gelingen.
• Beteiligung, Mitsprache und gleichberechtigte Einflussnahme der größten Berufsgruppe im Gesundheitswesen auf allen Ebenen.
• Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen den Gesundheitsprofessionen. Das schließt die Forderung nach einer geänderten, innovativen und bedarfsgerechten Aufgabenteilung mit erweiterten Rollen der professionell Pflegenden ein.
• Gute Arbeitsbedingungen, die dem wahren Wert von Pflege entsprechen: Das beinhaltet nicht nur eine gesunde Balance zwischen Arbeitsaufkommen und Personalressource, sondern auch das Einhalten von Arbeitsrecht und Arbeitsschutz, faire und gerechte Löhne, gute Personalentwicklung, respektvolle mitarbeiterorientierte Führung und Unternehmenskultur, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und gezielte sowie nachhaltige Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz.

Nach der Pandemie wird nichts mehr so sein wie es vorher war. Ohne die professionell Pflegenden kann kein Land den Kampf gegen künftige Krisen und Ausbrüche gewinnen. Es ist höchste Zeit, dass alle Verantwortlichen Pflege nicht länger als Kostenfaktor, sondern als eine der wertvollsten Ressourcen ihres Landes betrachten - und nachhaltig fördern.

Quelle: Pressemitteilung vom 07.04.2020
Johanna Knüppel, Referentin, Sprecherin, Redakteurin
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK)
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin
Tel.: 030-2191570
Fax: 030-21915777
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Weltgesundheitstag > Corona bestimmt die Schlagzeilen, das Leben und bedroht Existenzen

Beitrag von WernerSchell » 07.04.2020, 12:12

Anlässlich des Weltgesundheitstages erklärt Katja Kipping, Vorsitzende der Partei DIE LINKE:

Am heutigen Weltgesundheitstag ist eine Krankheit das Thema Nr. 1 auf allen Kanälen. Corona bestimmt die Schlagzeilen, das Leben und bedroht Existenzen.

Die vor uns liegenden Osterzeit wird der Bevölkerung auch sozial viel abverlangen. Es versprechen besonders warme und schöne Tage zu werden, die wir gerne mit unseren Familien verbringen würden. Da wird es doppelt schwer fallen zu Hause zu bleiben und sich nicht im Kreise der Familie zu treffen. Umso wichtiger ist es, dass die Regierung jetzt Vertrauen stiftet und zwei entscheidende Pflöcke einschlägt:
Wir brauchen eine Koordination in der Beschaffung und Produktion aller notwendigen medizinischen Materialien und Geräte, um unsere Krankenhäuser für die zu erwartende Zahl der Corona-Kranken fit zu machen. Dazu gehört auch, dass die Corona-Lohnzuschläge von 500 bis 1500 Euro jetzt wirklich erfolgen. Das ist die Regierung allen schuldig, die jetzt in Krankenhäusern und an Supermarktkassen die Gesellschaft stützen. Das muss aber unbedingt ergänzt werden um einen regelmäßigen monatlichen Gehaltsaufschlag von 500 Euro im Monat für Pflegekräfte. Sonst droht dieser Versuch einer Anerkennung der besonderen Leistungen unterbezahlter Berufsgruppen in Zeiten von Corona zum Gegenteil zu werden: Einer Botschaft der Missachtung dessen, was die Pflegekräfte seit Jahrzehnten tagtäglich bis über ihre Belastungsgrenzen hinaus leisten.
Und: Das Gefeilsche um europäische Hilfen für Spanien und Italien muss endlich aufhören. Jeder Tag schadet der europäischen Idee. Bundeskanzlerin Merkel sollte diese Debatte sofort beenden und dafür sorgen, dass Italien und Spanien umgehend und ohne Bedingungen geholfen wird. Die Europäische Union kann nur gemeinsam diese Krise schultern. Sonst droht sie zu zerbrechen.
Ich bin mir sicher, dass die Menschen mit noch mehr Bereitschaft zu Hause bleiben, wenn sie sehen, dass die Regierung ihren Job macht. Dazu gehört aber noch etwas: Der Blick in die Zukunft. Auch hier sind zwei Fragen zu klären: Wer bezahlt für die Krise? Und: Wie stellen wir unser Gesundheitssystem für zukünftige Krisen auf.
Die Regierung muss schleunigst klarstellen, dass nicht die Beschäftigten für die Krisenkosten zur Kasse gebeten werden, sondern die Milliardäre und Großkonzerne. Der Teil der Gesellschaft, der davon profitiert, wenn – wie eben geschehen – mitten in der Krise die 100 größten DAX Konzerne ihren Anlegern rund 44 Mrd. Euro auszahlen. Unter Umständen, um kurz danach Staatshilfen zu beantragen. Wenn klar ist, dass nicht die Beschäftigten die Krise zahlen werden, kann die Mehrheit der Bevölkerung schon ein ganzes Stück beruhigter in die Osterpause fahren.
Und die Regierung muss erklären, dass sie aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat. Die Schließung und Privatisierung von Krankenhäusern, die Kürzungspolitik im Gesundheitssystem, die Auslagerung entscheidender Produktionsketten auf andere Kontinente, die zwei Klassen-Medizin.
Nur wenn sichtbar ist, dass die Regierung nicht die gleichen Fehler nach der Krise sofort wieder machen wird, kann Vertrauen gerechtfertigt sein.

i.A. Götz Lange

Pressestelle DIE LINKE. Parteivorstand
Pressesprecher Götz Lange – Büro 030 24009-674 goetz.lange@die-linke.de
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Weltweite Mangel an Pflegekräften

Beitrag von WernerSchell » 07.04.2020, 16:05

Zur Meldung der WHO, dass weltweit 5,9 Millionen Pflegekräfte fehlen, sagt Bernd Riexinger, Vorsitzender der Partei DIE LINKE:

Der weltweite Mangel an Pflegekräften macht deutlich: Es ist ein Irrweg, den Pflegenotstand in Deutschland mit dem Anwerben von Pflegekräften aus dem Ausland begegnen zu wollen. Pflegekräfte fehlen praktisch überall. Also müssen Pflegekräfte überall vermehrt ausgebildet und besser bezahlt werden. Auf dem Weg zu guter Pflege gibt es keine Abkürzungen. Das sollte sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf seinen Reisen hinter die Ohren schreiben.
Der chronische Mangel an Pflegekräften stellt das deutsche Gesundheitssystem auch gerade jetzt in der Corona-Krise vor erhebliche Probleme.
Eine gute Nachricht ist, dass mit dem Tarifvertrag über den Corona-Bonus für Pflegekräfte in der Altenpflege für diesen Bereich der Einstieg in allgemeinverbindliche Tarifverträge gelungen ist. Dem muss jetzt dringend ein umfassender Tarifvertrag folgen. Perspektivisch darf kein Lohn bei Vollzeit in der Altenpflege unter 3000 Euro Brutto liegen.


Quelle: Pressemitteilung vom 07.04.2020
i.A. Götz Lange
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Motto des Weltgesundheitstages 2020 unterstützt Forderungen der Profession Pflege

Beitrag von WernerSchell » 08.04.2020, 09:45

PRESSEMELDUNG
Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen:
Berlin (08. April 2020, Nr. 11/2020)


Motto des Weltgesundheitstages 2020 unterstützt Forderungen der Profession Pflege

Jedes Jahr am 7. April begeht die World Health Organization (WHO) den Weltgesundheitstag. Das diesjährige Motto „Unterstützt Pflegefachpersonen und Hebammen“ gilt besonders für die Zeit der weltweiten Corona-Pandemie. Die WHO hat zudem den „Bericht zur Lage der Pflegefachpersonen der Welt“ (State of the World’s Nursing Report) veröffentlicht. Der Bericht betont die zentrale Rolle der professionell Pflegenden für die Erreichung der globalen Gesundheitsziele und fordert verstärkte Investitionen in die Pflegeausbildung.

Hierzu erklärt der Präsident des Deutschen Pflegerats e.V. (DPR), Franz Wagner:

„Ausgerechnet im Internationalen Jahr der Pflegefachpersonen und Hebammen sehen sich die Gesundheitssysteme aufgrund der COVID-19-Pandemie vor immense Herausforderungen gestellt.

Pflegefachpersonen leisten einen zentralen Beitrag zur Bewältigung der Krise. Es wird sehr deutlich, dass die Welt darauf angewiesen ist, dass die Pflegefachpersonen alle ihre Kompetenzen anwenden können und müssen.“

Um sicherzustellen, dass es auf der Welt die notwendige Anzahl an Pflegefachpersonen gibt, empfiehlt die WHO allen Ländern:

- umfassende Investitionen in die Pflegeausbildung, um Fortschritte in der primären Gesundheitsversorgung zu erreichen und eine Gesundheitsversorgung für Alle sicherzustellen,
- Ausweitung der Kapazitäten für die Erfassung, Analyse und Nutzung von Daten von Gesundheitspersonal,
- Stärkung von pflegerischer Führung und Mitwirkung, damit die Pflegefachpersonen in Entscheidungen auf allen Ebenen der Gesundheitssysteme einbezogen werden,
- effektive Überwachung der Mobilität und Migration von Pflegefachpersonen und verantwortungsbewusste und ethisch einwandfreie Regelungen für die Anwerbung.

Weiter macht der WHO-Bericht deutlich, dass Investitionen in die Profession Pflege zur Erreichung der gesundheitsbezogenen nachhaltigen Entwicklungsziele, wie auch zu Verbesserungen in den Bereichen Bildung, Gender, Arbeit und Wirtschaftswachstum beitragen können.

„Das bestärkt die Forderungen des Deutschen Pflegerats. Ziel muss es sein, genügend Pflegefachpersonen auszubilden, diese Fachpersonen im Beruf zu halten und ihre Kompetenzen anzuerkennen und zu nutzen. Wir brauchen verlässlichere statistische Informationen über Pflegefachpersonen wie nur Pflegekammern sie liefern können.

Der Mangel an Pflegefachpersonen ist ein globales Problem, dass sich in den kommenden Jahren massiv verstärken wird. Wie zerbrechlich auch vermeintlich leistungsfähige Gesundheitssysteme sind, wenn Pflegefachpersonen fehlen, zeigt sich derzeit in der Bewältigung der Corona-Pandemie leider nur allzu deutlich“, betonte Wagner abschließend.

Ansprechpartner:
Dr. h.c. Franz Wagner
Präsident des Deutschen Pflegerats

Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin

Telefon: (0 30) 398 77 303
Telefax: (0 30) 398 77 304
E-Mail: presse@deutscher-pflegerat.de
Internet: www.deutscher-pflegerat.de


Zum Deutschen Pflegerat e.V. (DPR):
Der Deutsche Pflegerat e.V. wurde 1998 gegründet, um die Positionen der Pflegeorganisationen einheitlich darzustellen und deren politische Arbeit zu koordinieren. Darüber hinaus fördert der Zusammenschluss aus 15 Verbänden die berufliche Selbstverwaltung. Als Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und Hebammenwesens und Partner der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen vertritt der Deutsche Pflegerat heute die insgesamt 1,2 Millionen Beschäftigten der Pflege. Über die berufliche Interessensvertretung hinaus ist der Einsatz für eine nachhaltige, qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung oberstes Anliegen des Deutschen Pflegerats.
Präsident des Deutschen Pflegerats ist Dr. h.c. Franz Wagner. Vize-Präsidentinnen sind Irene Maier und Christine Vogler.

Mitgliedsverbände:
Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen e.V. (ADS); AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen e.V. (AVG); Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe e.V. (BLGS); Bundesverband Geriatrie e.V. (BVG); Bundesverband Pflegemanagement e.V.; Deutscher Hebammenverband e.V. (DHV); Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V. (BeKD); Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie e.V. (BFLK); Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK); Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF); Deutscher Pflegeverband e.V. (DPV); Katholischer Pflegeverband e.V.; Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V. (VdS); Verband für Anthroposophische Pflege e.V. (VfAP) und Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätsklinika e.V. Deutschland (VPU).
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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