Mehr Ausbildung, mehr Personal, mehr Geld – das bringt die Konzertierte Aktion Pflege

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

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Aktionstag in der Altenpflege

Beitrag von WernerSchell » 20.11.2019, 17:24

Ver.di ruft zum Aktionstag in der Altenpflege auf. Bernd Riexinger, Vorsitzender der Partei DIE LINKE, dazu:

„Wir stehen solidarisch an der Seite der Pflegenden und auch der Pflegebedürftigen. Der Kampf für eine flächendeckende Tarifbindung schafft die Voraussetzung dafür, die Arbeitsbedingungen in der Altenpflege nachhaltig zu verbessern.
Die Altenpflege darf nicht als ein profitorientiertes Geschäftsfeld behandelt werden. Sie ist ein zentraler Bestandteil der Daseinvorsorge. Die Beschäftigten kämpfen also nicht nur für ihre eignen Arbeitsbedingungen, sondern für alle Menschen die pflegebedürftig sind, oder es in der Zukunft einmal werden.
Selbstverständlich dürfen die Mehrkosten einer fairen Bezahlung nicht auf die Pflegebedürftigen abgewälzt werden. Deshalb fordern wir eine solidarisch finanzierte Pflegevollversicherung: Alle Einkommen werden zur Finanzierung herangezogen, alle Leistungen werden übernommen.“

Quelle: Pressemitteilung vom 20.11.2019
Pressestelle DIE LINKE. Parteivorstand
Pressesprecher Götz Lange – Büro 030 24009-674 goetz.lange@die-linke.de
Stellvertretende Pressesprecherin Antje Dieterich – Büro 030 24009-544 antje.dieterich@die-linke.de
Pressereferent Marcus Boës – 0151 21 27 41 32 marcus.boes@die-linke.de
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Spahn will schnell Klarheit über künftige Pflegelöhne

Beitrag von WernerSchell » 13.12.2019, 07:15

Deutsches Ärzteblatt vom 12.12.2019:
Spahn will schnell Klarheit über künftige Pflegelöhne
Berlin – Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dringt auf eine baldige Entscheidung über höhere Löhne für Pflegekräfte in Deutschland. Es gebe zwei mögliche Wege zu diesem Ziel, bekräftigte Spahn heute in Berlin. Höhere Pflegelöhne könnten... [mehr] > http://170770.eu1.cleverreach.com//c/31 ... 975-q2euue
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St.-Augustinus-Gruppe in Neuss - Pflegekräfte werden für einen Tag zu Schauspielern

Beitrag von WernerSchell » 11.08.2020, 06:20

Bericht der Neuss-Grevenbroicher Zeitung vom 11.08.2020:
St.-Augustinus-Gruppe in Neuss
Pflegekräfte werden für einen Tag zu Schauspielern

Neuss Mit der neuen Kampagne „unverzichtbarfüralle“ will die St.-Augustinus-Gruppe Mitarbeiter für die Pflege rekrutieren – und dieser Berufsgruppe Wertschätzung entgegenbringen.
Die Corona-Pandemie hat vielen Menschen vor Augen geführt, wie wichtig die Arbeit des Pflegefachpersonals ist – das betont Paul Neuhäuser, Vorsitzender der Geschäftsführung der St.-Augustinus-Gruppe. Mit der neuen Recruiting-Kampagne „unverzichtbarfüralle“ will das Unternehmen genau das zum Ausdruck bringen und Mitarbeitende für die Pflege rekrutieren.
... (weiter lesen unter) ... > https://rp-online.de/nrw/staedte/neuss/ ... d-52685425
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Gesetzgeber hat großen Spielraum, um die Tarifautonomie zu stärken

Beitrag von WernerSchell » 07.09.2020, 10:14

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Neues Gutachten von Prof. Dr. Thorsten Kingreen

Gesetzgeber hat großen Spielraum, um die Tarifautonomie zu stärken

Der Gesetzgeber darf Anreize zur Mitgliedschaft in Arbeitgeberverbänden setzen. Dazu gehören auch Öffnungsklauseln, die nur tarifgebundene Unternehmen nutzen können. Diese würden künftig verhindern, dass Unternehmen ohne Tarifbindung mögliche für sie vorteilhafte Aspekte von Tarifverträgen herauspicken, ohne die damit verbundenen Verpflichtungen einzugehen und ihren Beschäftigten die Vorteile der Tarifbindung zu gewähren. Das zeigt ein neues Gutachten von Prof. Dr. Thorsten Kingreen für das Hugo Sinzheimer Institut (HSI) der Hans-Böckler-Stiftung.

Die Tarifbindung erodiert. Deshalb wird zunehmend debattiert, wie auch ein rechtlicher Rahmen geschaffen werden kann, um die Tarifautonomie und die Verbände zu stärken. Im Zentrum stehen dabei Überlegungen, die Mitgliedschaft in Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden sowie das Eingehen von Tarifbindung mit exklusiven Vorteilen zu verknüpfen. Arbeitgeber führen hiergegen regelmäßig die so genannte „negative Koalitionsfreiheit“ ins Feld. Das ist das ebenfalls durch die Verfassung geschützte Recht, einer Koalition fern zu bleiben. Der Rechtswissenschaftler Kingreen, Lehrstuhlinhaber für Öffentliches Recht an der Universität Regensburg, kommt in seinem Gutachten jedoch zu dem Ergebnis, dass die verfassungsrechtlichen Bedenken unbegründet sind. Nach Analyse des Juraprofessors hat der Gesetzgeber großen Spielraum, wenn er das Ziel verfolgt, die Tarifautonomie zu stärken.

In seinem Gutachten zeigt Kingreen das am Beispiel sogenannter Tariföffnungsklauseln. Mit diesen räumt der Gesetzgeber in bestimmten Fällen den Tarifvertragsparteien das Recht ein, einzelne arbeitsrechtliche Vorgaben branchen- oder betriebsspezifisch zu modifizieren. Für die Tarifautonomie sei dies jedoch nur dann ein Gewinn, wenn diese Möglichkeit ein Privileg tarifgebundener Arbeitgeber ist, die ihren Beschäftigten alle Vorzüge der Tarifbindung gewähren, argumentiert der Rechtswissenschaftler. „Exklusive“ Öffnungsklauseln, von denen nur tarifgebundene Arbeitgeber Gebrauch machen können, würden verhindern, dass Unternehmen ohne Tarifbindung die für sie vorteilhaften Aspekte von Tarifverträgen herauspicken, ohne die damit verbundenen Verpflichtungen einzugehen und ihren Beschäftigten die Vorteile der Tarifbindung zu gewähren. Kingreen schlägt vor, gesetzliche Tariföffnungsklauseln mit einer Regelung zu versehen, nach der die Tarifvertragsparteien das gesetzliche Niveau der Arbeitsbedingungen insgesamt nicht unterschreiten dürfen.

Die von der Arbeitgeberseite vorgebrachte Behauptung, dass mit solchen exklusiven Öffnungsklauseln ein Verstoß gegen das Grundrecht auf Berufsfreiheit vorliege, hält Kingreen für unrichtig: Dass Einschränkungen dieses Grundrechts – etwa durch das Arbeitsrecht – grundsätzlich zulässig sind, sei unstrittig.

Auch einen unzulässigen Eingriff in die „negative Koalitionsfreiheit“ sieht Kingreen nicht. Er argumentiert, dass es „zu schlicht“ wäre, positive und negative Freiheit verfassungsrechtlich stets gleichzusetzen. Vielmehr, so der Experte, sei die positive Koalitionsfreiheit angewiesen auf rechtliche Regelungen, die ein funktionsfähiges Tarifsystem gewährleisten. Dessen Ordnungsfunktion für das Arbeitsleben sei gefährdet, wenn Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden die Mitglieder ausgehen. „Der Gesetzgeber darf und muss die Koalitionen durch Instrumente schützen, die Anreize zur Mitgliedschaft und zur Stärkung der Tarifbindung setzen.“ Mit exklusiven Tariföffnungsklauseln mache der Gesetzgeber von seiner Ausgestaltungsbefugnis Gebrauch, die ihm die positive Koalitionsfreiheit auferlegt. Gerade die damit verbundene Ungleichbehandlung trage zur Stabilisierung des Tarifsystems bei.


Thorsten Kingreen
Exklusive Tariföffnungsklauseln
Einfach-rechtliche Ausgestaltung und verfassungsrechtliche Zulässigkeit, HSI-Schriftenreihe Band 35.
Download › https://www.hugo-sinzheimer-institut.de ... nc_id=9071


Quelle: Pressemitteilung vom 07.09.2020
Kontakt
Dr. Johanna Wenckebach, Wissenschaftliche Direktorin Hugo-Sinzheimer-Institut ›
Rainer Jung, Leiter Pressestelle ›

Hans-Böckler-Stiftung - Pressestelle
Georg-Glock-Straße 18, 40474 Düsseldorf
Telefon +49 211 7778 148
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Langzeitpflege: auf dem Weg zum Flächentarifvertrag

Beitrag von WernerSchell » 21.09.2020, 16:27

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Langzeitpflege: auf dem Weg zum Flächentarifvertrag
BVAP und ver.di einigen sich auf Tarifvertrag für die Altenpflege


Vergangenen Mittwoch haben sich die Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) und die Vereinte Dienstleistungsgesellschaft (ver.di) in Berlin auf einen gemeinsamen Rahmen für einen flächendeckenden Tarifvertrag geeinigt. Nun liegt es beim Bundesminister Heil, die in der Konzertierten Aktion Pflege vereinbarte Maßnahme auch politisch durchzusetzen, fordert der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK).

BVAP und ver.di haben seit Oktober 2019 einen flächendeckenden Tarifvertrag für die Altenpflege verhandelt und sind vor zwei Tagen zu einem vorläufigen Tarifergebnis gekommen. Ziel ist es nun, den Tarifvertrag durch eine Rechtsverordnung des BMAS für alle Arbeitgeber in der Pflege zum 1. Juli 2021 verbindlich zu machen.

„Wir begrüßen den erfolgreichen Abschluss eines vorläufigen Tarifergebnisses als wichtigen Schritt der Tarifpartner, die in der Konzertierten Aktion Pflege vereinbarten Maßnahmen umzusetzen und fordern Bundesminister Heil auf, nun rasch die nächsten Schritte einzuleiten,“ so Prof. Christel Bienstein, Präsidentin des DBfK. „Wirklich bemerkenswert an den ersten Eckdaten ist die deutliche Überwindung des unangemessenen Pflegemindestlohns für die Pflegefachpersonen und Pflegeassistent/innen in der Langzeitpflege.“

Die Mindestentgelte werden in drei Schritten angehoben, sodass Pflegefachpersonen in der Langzeitpflege ab Januar 2023 wenigstens 18,50 Euro pro Stunde erhalten. Bei einer 39-Stunden-Woche ergebe das einen Bruttoverdienst von 3.137 Euro im Monat. Pflegehilfskräfte ohne Ausbildung erhalten dann mindestens 14,15 Euro, mit ein- bis zweijähriger Ausbildung wenigstens 15 Euro pro Stunde. Neben den neuen Stundenlöhnen haben sich BVAP und ver.di auch auf ein Urlaubsgeld von 500 Euro für Vollzeitbeschäftigte sowie einen Jahresurlaub von mindestens 28 Tagen geeinigt.

„Wir haben an dieser Stelle überhaupt kein Verständnis für den Widerstand der privaten Arbeitgeberverbände, die eine Verfassungsklage angekündigt haben. Da diese betonen, dass die durchschnittlichen Bruttomonatsverdienste sowieso bei 3032 Euro in der Branche liegen – da ist es doch kein weiter Schritt, das Tarifergebnis von BVAP und ver.di zu verhandeln,“ bewertet Bienstein. Sie wies darauf hin, dass die Bezahlung der beruflich Pflegenden deutlich besser werden muss, damit dem Fachkräftemangel etwas entgegengesetzt wird.

Der DBfK fordert ein Bruttoeinkommen von 4.000 EUR für alle Pflegefachpersonen als Einstiegsgrundgehalt in den Beruf. Das Bruttogehalt steigt dann mit zunehmender Berufserfahrung und der beruflichen Spezialisierung sowie den üblichen Zulagen.

Vergangenes Jahr wurde in der durch das BMAS, BMG und BMFSJ initiierten KAP die Schaffung eines flächendeckenden Tarifvertrages vereinbart. Ein Herzenswunsch des Bundesarbeitsministers Hubertus Heil, der die Durchsetzung immer wieder betont hatte.

Quelle: Pressemitteilung vom 21.09.2020
Ivonne Köhler-Roth | Redakteurin Unternehmenskommunikation
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V.
koehler-roth@dbfk.de| www.dbfk.de | Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin | Fon 030-219157-0 | Fax 030-219157-77
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Pflegegewerkschaft BochumerBund fordert eigenen Pflegetisch bei TVöD-Verhandlungen

Beitrag von WernerSchell » 04.10.2020, 06:36

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Pflegegewerkschaft BochumerBund fordert eigenen Pflegetisch bei TVöD-Verhandlungen

BOCHUM. Bei den TVöD-Verhandlungen muss ein eigener Pflegetisch eingerichtet werden. Das fordert die Pflegegewerkschaft BochumerBund (BB). "Dabei ist ein gesonderter Flächentarifvertrag für alle professionell Pflegenden anzustreben", so Hubert Biniak, Vorsitzender der BB-Tarifkommission.

“Die Belange unserer Berufsgruppe dürfen nicht weiterhin mit denen anderer Berufsgruppen im Gesundheitswesen in einen Topf geschmissen werden, wie es ver.di tut", unterstreicht Biniak die BB-Position. "Ohne jeden Zweifel leisten auch die Kolleginnen und Kollegen im Rettungsdienst oder im öffentlichen Gesundheitsdienst harte Arbeit. Aber die Rahmen- und Arbeitsbedingungen sind nicht miteinander vergleichbar.”

Nicht zuletzt aus diesem Grund sei es überfällig, dass die Pflegenden bei den Verhandlungen endlich in den Fokus rücken: "Wir erwarten substanzielle Verbesserungen für unsere Berufsgruppe. Darauf haben wir Pflegekräfte schon viel zu lange gewartet." Erst vor kurzem hatte der BochumerBund sein Tarifkonzept vorgestellt. Zu dessen Merkmalen gehören u. a. ein Einstiegsgehalt von 3.500 Euro sowie ein attraktives Zulagensystem.

Allerdings darf nach Ansicht der Pflegegewerkschaft bei den TVöD-Verhandlungen nicht ausschließlich über ein deutliches Plus bei Entlohnung und Zulagen gesprochen werden. Der BochumerBund verweist auf die immense Bedeutung nicht-monetärer Wertschätzung für pflegerische Arbeit, die nicht nur in vielen Einrichtungen vernachlässigt wird.

"Wir erhalten immer wieder Rückmeldungen von Mitgliedern, die eine ehrliche Anerkennung ihrer Leistungen vermissen", berichtet der BB-Vorstandsvorsitzende Benjamin Jäger. "Sonntagsreden mit kaum noch zu ertragender Heuchelei haben wir uns lange genug angehört." Die Zeit sei reif dafür, die oftmals katastrophalen Arbeits- und Hygienebedingungen endlich zu verbessern. Der BB-Vorsitzende sieht besonders die öffentlichen Arbeitgeberinnen und -geber in der Pflege gefordert, als Vorbilder zu dienen und den Beruf attraktiver zu gestalten.

Quelle: Pressemitteilung vom 03.10.2020
Pressekontakt BochumerBund
Pflegegewerkschaft BochumerBund
c/o
Sönke Petersen
Voltmerstraße 13
30165 Hannover
Telefon: 0511 3509180
presse@bochumerbund.de

Kontaktdaten BochumerBund
Pflegegewerkschaft BochumerBund
Im Heicken 3
44789 Bochum
Telefon: 0178 1612547
Vorstandsvorsitzender: Benjamin Jäger
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Fünfteilige Webserie macht Jugendliche auf Pflegeberuf und die neue Pflegeausbildung aufmerksam

Beitrag von WernerSchell » 12.10.2020, 14:55

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Ministerin Giffey stellt Miniserie „Ehrenpflegas“ vor
Fünfteilige Webserie macht Jugendliche auf Pflegeberuf und die neue Pflegeausbildung aufmerksam


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Wie begeistert man Jugendliche angesichts des steigenden Fachkräftebedarfs für eine Ausbildung in der Pflege? Das Bundesfamilienministerium geht neue Wege – mit der fiktiven Miniserie „Ehrenpflegas“. Sie soll auf unkonventionelle und unterhaltsame Weise über den Pflegeberuf und die neue Pflegeausbildung informieren und die Jugendlichen auf den Kanälen erreichen, die sie auch wirklich nutzen. Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey war heute bei der offiziellen Premiere im Berliner Delphi-Filmpalast dabei. Die fünfteilige Serie ist Bestandteil der Kampagne „Mach Karriere als Mensch!“, mit der das Bundesfamilienministerium über die Chancen und die Vielfalt der 2020 gestarteten vollvergüteten Pflegeausbildung aufmerksam macht.

Die zusammen mit den Produzenten von „Fack ju Göhte“ entwickelte „Ehrenpflegas“-Serie erzählt die Geschichte von drei Jugendlichen, die die neue generalistische Ausbildung in der Pflege beginnen. Die Hauptrollen spielen Lena Klenke und Danilo Kamperidis, die beide unter anderem aus der Serie „How to Sell Drugs Online (Fast)“ bekannt sind, sowie „Dark“-Darstellerin Lisa Vicari. Alle drei waren bei der Premiere mit dabei. Produziert wurden die Folgen von Constantin Film. Die Filme werden digital in zielgruppenrelevanten Kanälen beworben und auf dem YouTube-Kanal des Bundesfamilienministeriums ausgespielt.

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey: „Viele Jugendliche stehen nach bestandenen Abschlussprüfungen in der Schule vor der schwierigen Entscheidung, welche Ausbildung sie machen und welchen Beruf sie ergreifen möchten. Mit der Miniserie „Ehrenpflegas“ wollen wir die Jugendlichen in ihrer Lebenswelt abholen und genau dort erreichen, wo sie sich Informationen holen: in den sozialen Netzwerken. Ansprechen wollen wir aber genauso Menschen mit dem Wunsch nach beruflicher Neuorientierung. Als Familienministerin arbeite ich gemeinsam mit dem Bundesgesundheits- und dem Bundesarbeitsministerium kontinuierlich daran, den Pflegeberuf attraktiver zu machen – durch bessere Arbeitsbedingungen, eine umfassendere Ausbildung und durch eine höhere Bezahlung. Nur so können wir dem Fachkräftemangel in dieser Branche begegnen. Einen großen Schritt haben wir schon mit der neuen Pflegeausbildung geschafft. Mit der generalistischen Ausbildung können die Fachkräfte in allen Pflegebereichen von der Kinderkrankenpflege bis zur Altenpflege arbeiten. Wichtig ist auch, dass das Schulgeld abgeschafft und überall in Deutschland eine angemessene Ausbildungsvergütung sichergestellt wurde. Dafür wollen wir jetzt Menschen begeistern und gewinnen. Die „Ehrenpflegas“-Serie ist ein weiterer Baustein in unserer Kampagne „Mach Karriere als Mensch“, mit der wir junge Menschen erreichen und über die neue Pflegeausbildung informieren wollen.“

Serie ist Teil der Kampagne „Mach Karriere als Mensch!“ Die Öffentlichkeitskampagne „Mach Karriere als Mensch!“ hat das BMFSFJ im Oktober 2019 im Rahmen der Ausbildungsoffensive Pflege gestartet. Ziel der Kampagne ist es, Jugendliche in der Berufsorientierungsphase und Erwachsene mit dem Wunsch nach beruflicher Neuorientierung für eine Ausbildung in der Pflege zu gewinnen. Für „Mach Karriere als Mensch!“ wurde auch die Pflegeporträtserie „Frühspätnachtdienst“ produziert, in der junge Pflegfachkräfte erzählen, warum sie ihren Beruf gewählt haben und wie ihr Arbeitsalltag aussieht. Diese Porträts sind ebenfalls auf YouTube zu sehen.


Die einzelnen Filme der Serie „Ehrenpflegas“ können Sie hier ansehen:
https://www.youtube.com/playlist?list=P ... oXIUommQcd
Unter diesem Link finden Sie den Trailer zur Serie:
https://www.youtube.com/watch?v=iJvZSSe ... e=youtu.be


Weitere Informationen zur neuen Pflegeausbildung
Am 1. Januar 2020 ist die neue Pflegeausbildung zur "Pflegefachfrau" oder zum "Pflegefachmann" gestartet, in der erstmals alle Bereiche der Pflege von der Kinderkrankenpflege über die Krankenpflege bis zur Altenpflege vermittelt werden. Für die Ausbildung muss nun kein Schulgeld mehr bezahlt werden, die Auszubildenden erhalten eine angemessene Ausbildungsvergütung, die derzeit nach dem Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes 1.140,69 Euro (1. Ausbildungsjahr), 1.207,07 Euro (2. Ausbildungsjahr) und 1.303,38 Euro (3. Ausbildungsjahr) beträgt. Außerdem ist eine Ausbildung an einer Hochschule mit Bachelor-Niveau möglich. Der generalistische Abschluss wird automatisch EU-weit anerkannt. Damit wurden die Ausbildungsbedingungen verbessert, die Attraktivität des Berufsfeldes Pflege gesteigert sowie der Berufsbereich der Pflege insgesamt aufgewertet.

Um die Einführung der neuen Pflegeausbildungen zu unterstützen, hat das BMFSFJ gemeinsam mit BMG und BMAS die Ausbildungsoffensive Pflege mit insgesamt 111 Maßnahmen gestartet, die im Rahmen der Konzertierten Aktion Pflege entwickelt wurde. Ein Ziel der Offensive ist, die Zahl der Azubis und der ausbildenden Einrichtungen bis 2023 um 10% zu steigern.

Weitere Informationen unter: www.pflegeausbildung.net

Quelle: Pressemitteilung vom 12.10.2020
Kontakt
Telefon: 030 201 791 30
E-Mail: poststelle@bmfsfj.bund.de (mailto:poststelle@bmfsfj.bund.de)
Glinkastraße 2410117 Berlin
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend


+++
Siehe zum Thema die nachfolgende Pressemitteilung des DBfK vom 13.10.2020! Diesem kritischen Statement wird zugestimmt: > https://www.wernerschell.de/forum/neu/v ... 67#p115567
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DBfK distanziert sich von Miniserie "Ehrenpflegas" des BMFSFJ

Beitrag von WernerSchell » 13.10.2020, 14:43

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DBfK distanziert sich von Miniserie "Ehrenpflegas" des BMFSFJ

Mit einer an junge Menschen gerichteten Kampagne versucht sich das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) an der Nachwuchsgewinnung in den Pflegefachberufen. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) distanziert sich von der Darstellung des Berufs und der Ausbildung in der Serie.

Für „Ehrenpflegas“ verpflichtet wurden die Macher der Filmreihe „Fack ju Göhte“, die nun Werbung für den Pflegeberuf machen. Dabei bedienen sich die Filmschaffenden der gleichen Machart, wie in ihrer erfolgreichen Filmreihe – und stoßen zu Recht auf erheblichen Widerstand aus der Berufsgruppe, die es betrifft.

Die Darstellung der Anforderungen an Pflegefachpersonen in der Miniserie „Ehrenpflegas“ verletzt Selbstverständnis, Ethos und Pflegefachlichkeit der Berufsgruppe. Darüber kann auch nicht hinwegtäuschen, dass in der bewusst jugendlich gehaltenen Herangehensweise eine Zielgruppe angesprochen werden soll, die zunächst überhaupt erst mal auf die Pflegeberufe als Ausbildungsoption aufmerksam gemacht werden muss. Dass der Zuspruch in dieser Generation größer sei, kann nicht als Rechtfertigung dafür herhalten, alle anderen Vertreterinnen und Vertreter der Berufsgruppe zu verprellen. Wichtig ist vor allem, dass ein den tatsächlichen Anforderungen in den Pflegeberufen realistisch entsprechendes Bild gezeichnet wird. Dies leistet die Serie auch im Zusammenspiel mit den anderen Kampagnen-Bausteinen nicht. Die klischeehafte Überzeichnung in der Mini Serie „Ehrenpflegas“ spiegelt allenfalls die Vorurteile der Macherinnen und Macher wieder.

Das ist auch Ergebnis des Umstandes, dass – anders, als in sozialen Medien derzeit kolportiert – keine der die Pflegeberufe vertretenden Organisationen in die Pläne der Miniserie, deren Vorbereitung oder Realisierung einbezogen waren. Die Ausbildungsoffensive Pflegeberufe, in der auch der DBfK geführt wird, ist als Arbeitsgruppe nicht einbezogen worden. Ein von den Machern nachgeschobener Realitätscheck kann die Defizite in der Gestaltung der Serie nicht nachträglich ausgleichen.

Wir distanzieren uns ausdrücklich von der Darstellung der bereits in den ersten Sekunden erzeugten Aussage, bei den Pflegefachberufen handele es sich um ein Auffangbecken für alle Personen, denen an anderer Stelle keine Perspektive eröffnet wird. Pflege ist ein anspruchsvolles Handlungsfeld, für das es Kompetenzen und Fähigkeiten braucht. Niemand stolpert zufällig in eine Pflegeausbildung.

Quelle: Pressemitteilung vom 13.10.2020
Anja Kathrin Hild
Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK)
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin
Tel.: 030-2191570
Fax: 030-21915777
hild@dbfk.de
www.dbfk.de


So reagieren Pflegekräfte!

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+++
Ärzte Zeitung vom 14.10.2020 berichtet:
Familienministerium startet Miniserie
Knatsch um neue Pflegekampagne „Ehrenpflegas“

Mit der Webserie „Ehrenpflegas“ will Familienministerin Franziska Giffey Jugendliche für die Pflege begeistern. Für die Produktion holte man sich die Macher von „Fack ju Göthe“. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe spricht von klischeehafter und schädlicher Darstellung des Berufszweigs.
... (weiter lesen unter) ... > https://nlcontent.aerztezeitung.de/redi ... 8CDF70AE68
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Intensivpfleger kritisieren neue Ausbildungskampagne des Familienministeriums: „Gut gemeint – doch Ziel verfehlt!“

Beitrag von WernerSchell » 23.10.2020, 10:29

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Intensivpfleger kritisieren neue Ausbildungskampagne des Familienministeriums: „Gut gemeint – doch Ziel verfehlt!“

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Professor Uwe Janssens, Thomas van den Hooven, Tillmann Müller-Wolff


Deutschlands Intensivpfleger sind bestürzt über die neue Youtube-Kampagne des Bundesfamilienministeriums. Deren fünfteilige Webserie „Ehrenpflegas“ soll die Pflegeausbildung attraktiv darstellen. „Tatsächlich repräsentieren diese Videos weder den Arbeitsalltag eines Pflegenden, noch die Professionalität oder die Werte, für die die professionelle Pflege steht. Für ausgebildete und professionell arbeitende Pflegekräfte ist diese Miniserie eine Zumutung“, sagt Thomas van den Hooven (Foto, Mitte), Präsidiumsmitglied der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) sowie Pflegedirektor des Universitätsklinikums Münster.

Mit dieser oberflächlichen Darstellung der Pflegeausbildung werde niemand erreicht, der eine Tätigkeit sucht, in der Intellekt und Empathie gefordert sind. Van den Hooven fordert: „Die Politik muss die Pflegeausbildung ernst nehmen und realistisch abbilden. Die große Fachlichkeit und Expertise der Pflegekräfte sollte dabei im Mittelpunkt stehen. Dazu erwarten wir auch von Seiten des Bundesfamilienministeriums konstruktive Vorschläge!“

Unterstützung bekommt van den Hooven von DIVI-Präsident Professor Uwe Janssens (Foto, links): „Ich war wirklich sehr betroffen und sprachlos, als ich die Serie zum ersten Mal gesehen habe. Hier werden zukünftige Pfleger teilweise absurd dargestellt. Was glaubt Familienministerin Franziska Giffey eigentlich, wie in Deutschland die Arbeit der Pflegenden und die Pflegeausbildung aussehen? Die Kampagne ist gut gemeint, verfehlt aber das Ziel.“ Laut Medienberichten soll die Kampagne des Familienministeriums rund 700.000 Euro gekostet haben. „So viel Geld hätte wesentlich besser in eine zielgerichtete Kampagne investiert werden sollen, die des Pflegeberufes würdig ist. Kliniken brauchen dringend klugen und empathischen Pflegenachwuchs, der Patienten und Angehörige optimal in ihrer jeweiligen Lebenssituation unterstützen kann.“ Die DIVI hat dazu schon im vergangenen Jahr die Kampagne „Intensiv.Pflege.Leben!“ gestartet. In ehrenamtlich produzierten Videoclips erklären Pflegekräfte, was sie an ihrem Beruf lieben. Zudem sind beim letztjährigen Jahreskongress der DIVI in einer Videobox zahlreiche Clips entstanden, in denen Pflegerinnen und Pfleger über die Herausforderungen und abwechslungsreichen Seiten ihres Berufs sprechen. „Hier erfährt die Politik, was den Pflegekräften wirklich wichtig ist“, so Janssens, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Internistische Intensivmedizin am St.-Antonius-Hospital in Eschweiler.

Webserie Ehrenpflegas: „Zur Förderung der Pflegeberufe oder deren Ausbildung überhaupt nicht geeignet“

Rund 700 Pflege-Auszubildende begleitet Tilmann Müller-Wolff (Foto, rechts) jedes Jahr. Er ist Akademieleiter der Kliniken im Verbund der Regionale-Kliniken-Holding mit Sitz in Ludwigsburg. „Die Azubis und Weiterbildungsteilnehmer sind erbost und erschüttert über die Youtube-Serie Ehrenpflegas, die sie weder als witzig noch als identitätsstiftend erleben.“ Müller-Wolff ist zudem Sprecher der DIVI-Sektion „Pflegeforschung und Pflegequalität“, in der sich interdisziplinäre Experten einbringen, um die angespannte Situation in der Pflege zu verbessern und für Nachwuchs zu werben. Seine klare Meinung zur Kampagne des Familienministeriums: „Als Beitrag zur Förderung der Pflegeberufe oder deren Ausbildung ist diese Veröffentlichung überhaupt nicht geeignet.“

Pflegeberuf: Umfassende Kompetenzen, höhere Verantwortung, mehr Wertschätzung

Pflegende – und im speziellen Intensivpflegefachkräfte – arbeiten täglich in einem schnell getakteten, hoch komplexen sowie dynamischen Umfeld und versorgen darin Patienten und deren Angehörige. Dabei stellen Pflegekräfte jeden Tag aufs Neue sicher, fachlich auf dem neuesten Stand der wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse zu bleiben und sich fürsorgend um die Bedürfnisse der Patienten zu kümmern. „Pflegefachkräfte kennen die gesellschaftlichen Erwartungen und können diesen mit Pflegekompetenz begegnen. Sie wünschen sich aber auch von der Gesellschaft die fachliche Anerkennung ihrer umfassenden Kompetenzen“, sagt Müller-Wolff. Viele Pflegende studieren den Pflegeberuf heutzutage, universitäre und praktische Pflegeforschung etabliert sich zunehmend. Die Pflegenden sind heutzutage international vernetzt und lösen fachliche Herausforderungen in nationalen oder globalen Treffen. „Die Gesundheitspolitik muss den Pflegerinnen und Pflegern dringend mehr Entscheidungskompetenzen am Patientenbett zusprechen. Zudem müssen die Lohnverhältnisse dringend verbessert werden. Und statt mit einer Webserie den Pflegern vor den Kopf zu stoßen, wäre eine Kampagne für mehr gesellschaftliche Wertschätzung sicherlich sinnvoller“, sagt DIVI-Präsident Uwe Janssens. „Eines muss klar sein: Ohne sehr gut ausgebildete und verantwortungsvoll arbeitende Pflegekräfte sind wir Ärzte nichts!“

Weitere Informationen:
https://www.divi.de/presse/pressemeldun ... l-verfehlt
https://www.youtube.com/watch?v=fdOmLqF ... X7DQ0n8imz

Quelle: Pressemitteilung vom 22.10.2020
Torben Brinkema Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V.
https://idw-online.de/de/news756403

Anhang
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6 Klinik-Pflegefachkräfte kamen im Jahr 2018 auf 1 000 Einwohnerinnen und Einwohner

Beitrag von WernerSchell » 03.11.2020, 08:18

6 Klinik-Pflegefachkräfte kamen im Jahr 2018 auf 1 000 Einwohnerinnen und Einwohner

• Versorgungsdichte in Deutschland im OECD-Vergleich im oberen Drittel
• Knapp 500 000 Pflegefachkräfte waren im Jahr 2018 in Krankenhäusern
sowie Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen tätig


WIESBADEN – Bei der stationären Versorgung von Covid-19-Patientinnen und - Patienten stellt nicht nur die Zahl der Intensivbetten eine wichtige Größe dar, zentral ist auch das Pflegefachpersonal, welches die Kranken versorgt.
Zum 31. Dezember 2018 waren in Deutschland knapp 500 000 Pflegefachkräfte einschließlich Hebammen und Entbindungspflegerinnen und -pfleger in Krankenhäusern sowie Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen tätig. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, standen in den genannten Einrichtungen 6,0 Pflegefachkräfte je 1 000 Einwohnerinnen und Einwohner zur Verfügung.

+++
Die vollständige Pressemitteilung sowie weitere Informationen und Funktionen sind im Internet-Angebot des Statistischen Bundesamtes unter https://www.destatis.de/pressemitteilungen zu finden.

Quelle: Pressemitteilung Nr. N 072 vom 03.11.2020
Herausgeber:
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WernerSchell
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Pflegegewerkschaft BochumerBund schreibt offenen Brief zu den "Ehrenpflegas" an Ministerin Giffey

Beitrag von WernerSchell » 05.11.2020, 13:05

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Pflegegewerkschaft BochumerBund schreibt offenen Brief zu den "Ehrenpflegas" an Ministerin Giffey

BOCHUM.– Die Pflegegewerkschaft BochumerBund (BB) hat sich mit einem offenen Brief an Bundesministerin Dr. Franziska Giffey gewandt. Hierin kritisiert er scharf die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend produzierte Miniserie „Ehrenpflegas“, die auf YouTube zu sehen ist.

Nach Ansicht des BB spiegelt die Serie in keiner Weise die hohen Ansprüche und die Realitäten der Pflegeausbildung wider, für die die Serie vorgibt zu werben. Entsprechend sieht der BochumerBund in der Serie seine Bemühungen um eine weitere Professionaliserung der Pflege konterkariert, etwa was die Fachlichkeit und die Haltung zum Beruf angeht.

Die Gewerkschaft aller professionell Pflegenden fordert die Ministerin daher auf, die Serie umgehend zu stoppen. Darüber hinaus bietet der BochumerBund an, mit seiner Expertise an der Entwicklung einer neuen, an der fachlichen und beruflichen Wirklichkeit orientierten Kampagne konstruktiv mitzuwirken.

Die Sektion Pflege der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) unterstützt die Forderungen des BochumerBunds.

Der offene Brief des BochumerBunds im Wortlaut:

Sehr geehrte Frau Bundesministerin Dr. Giffey,

mit der YouTube-Miniserie „Ehrenpflegas“ wollte Ihr Ministerium die nächste Generation an Pflegeauszubildenden für den Pflegeberuf begeistern. Es wollte mit dieser Produktion junge Menschen in ihrer Sprache und mit ihrem Humor ansprechen.

Das Bild allerdings, welches das Format vom Pflegeberuf, von den Fachkräften und von den jungen Auszubildenden zeichnet, ist keines, das auch nur ansatzweise der Wirklichkeit nahekommt – ganz im Gegenteil. Nur eines von etlichen Beispielen für die misslungene Umsetzung ist die Abwertung professioneller Validations- und Kommunikationstechniken als "mit Alten chillen".

Der BochumerBund vermisst in den Episoden außerdem, was viele Pflegekräfte im Alltag ohnehin viel zu selten erfahren: Wertschätzung.
Weiterhin steht diese Darstellung im Widerspruch zu unseren Bemühungen um eine weitere Professionalisierung des Pflegeberufes. Die Zeichnung der Filmcharaktere spiegelt in keiner Weise die hohen Ansprüche an die Fachlichkeit, an die Persönlichkeit sowie an die professionelle Haltung wider, die an Auszubildende in der Pflege gestellt werden.

Es ist aus unserer professionellen Sicht äußerst fraglich, ob diese Kampagne die avisierte Zielgruppe, nämlich Jugendliche, anspricht. Denn sie zeigt die Pflege als anspruchslosen Beruf und reiht abgedroschene Klischees, sexistische Rollenbilder und Vorurteile wie „Windeln wechseln“ oder „scharfe Frauen“ aneinander. Hinzu kommen aus unserer pflegerischen Sicht aäußerst fragwürdige Beweggründe der „Helden“, sich für eine Ausbildung in einem Pflegeberuf zu entscheiden.

Laut Ihrem Ministerium soll die Kampagne lediglich Interesse wecken und nicht vertiefend über Ausbildungsinhalte, Kernkompetenzen und den beruflichen Alltag informieren. Der BochumerBund bezweifelt stark, dass durch den Gebrauch vermeintlicher Jugendsprache und durch eine derart überspitzte Zeichnung der Charaktere die „Generation TikTok“ tatsächlich motiviert werden kann, einen Beruf in der Pflege zu ergreifen.

Der BochumerBund bedauert, dass diese Kampagne nicht dazu genutzt wurde, jungen Menschen die vielfältigen positiven wie negativen Facetten des Pflegeberufes aufzuzeigen. Warum wurden die für die Produktion aufgewendeten 700.000 € an Steuergeldern nicht sinnvoller eingesetzt? Zum Beispiel für die Modernisierung von Pflegefachschulen oder für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Ausbildungsbetrieben?

Angesichts der für sich sprechenden Abbruchquote in der Pflegeausbildung von rund 30 % aufgrund eines körperlich wie mental sehr anspruchsvollen und anstrengenden Arbeitsalltags mit Schicht- und Schaukeldiensten bei völlig unzureichender Entlohnung ist eine ausgewogene und reflektierte Darstellung der Vor- und Nachteile einer Pflegeausbildung sowie des Pflegeberufs essentiell.
Der BochumerBund als Gewerkschaft für alle professionell Pflegenden fordert das BMFSFJ deshalb auf, die Kampagne „Ehrenpflegas“ umgehend zu stoppen und in Zusammenarbeit mit Pflegefachkräften eine neue Kampagne zu erarbeiten, die den Pflegeberuf realistisch darstellt. Eine echte Wertschätzung unserer Profession ist längst überfällig! Wir brauchen keinen Applaus, keinen Lavendel und erst recht keine Kampagnen wie „Ehrenpflegas“.

Wir als Pflegegewerkschaft BochumerBund bieten Ihnen unsere Expertise und aktive Mitarbeit für die Entwicklung einer neuen Kampagne an.

Pressekontakt BochumerBund
Pflegegewerkschaft BochumerBund
c/o
Sönke Petersen
Voltmerstraße 13
30165 Hannover
Telefon: 0511 3509180
presse@bochumerbund.de

Quelle: Pressemitteilung vom 05.11.2020
Kontaktdaten BochumerBund
Pflegegewerkschaft BochumerBund
Im Heicken 3
44789 Bochum
Telefon: 0178 1612547
Vorstandsvorsitzender: Benjamin Jäger
info@bochumerbund.de
www.bochumerbund.de
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WernerSchell
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Giffey-Ministerium verteidigt „Ehrenpflegas“

Beitrag von WernerSchell » 21.11.2020, 07:28

Ärzte Zeitung vom 20.11.2020:
Umstrittene Web-Videos
Giffey-Ministerium verteidigt „Ehrenpflegas“

Millionenfach gesehen, von Verbänden kritisiert: Das Familienministerium hält an seiner Internetserie „Ehrenpflegas“ fest. Damit ließen sich Jugendliche für die Pflege gewinnen – und das zähle.
Von Thomas Hommel
Berlin. Trotz zahlreicher Protestnoten von Pflegeverbänden hält das Bundesfamilienministerium an seiner Internetserie „Ehrenpflegas“ fest. Seit Start der Minireihe vor gut einem Monat seien die fünf Folgen insgesamt mehr als 3,5 Millionen Mal im Web aufgerufen worden, schreibt das von Franziska Giffey (SPD) geführte Ministerium in einer Antwort auf eine Anfrage der FDP-Fraktion. Die Antwort liegt der „Ärzte Zeitung“ vor.
... (weiter lesen unter) ... > https://www.aerztezeitung.de/Politik/Gi ... _TELEGRAMM
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