Pflege: Ungleichheit bei Versorgung und Kosten - DAK-Report verdeutlicht Handlungsanforderungen

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

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Pflege: Ungleichheit bei Versorgung und Kosten - DAK-Report verdeutlicht Handlungsanforderungen

Beitrag von WernerSchell » 21.12.2018, 14:48

DAK

Die überwiegende Mehrheit der Deutschen bewertet Pflegekosten als eine Belastung. Das geht aus dem DAK-Pflegereport 2018 hervor. Die Studie zeigt außerdem, dass die bestmögliche Versorgung Pflegebedürftiger vom Wohnort abhängt. In östlichen Bundesländern werden sie zum Beispiel häufiger im Krankenhaus behandelt als in westdeutschen Ländern. Zur Entlastung Betroffener fordert die DAK-Gesundheit eine Reform der Pflegefinanzierung. Näheres in der nachfolgenden Pressemitteilung:

Pflege: Ungleichheit bei Versorgung und Kosten
DAK-Report zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Ländern / Krankenkasse fordert Reform der Finanzierung

Die überwiegende Mehrheit der Deutschen bewertet Pflegekosten als eine Belastung für Pflegebedürftige und deren Angehörige. Das geht aus dem aktuellen DAK-Pflegereport 2018 hervor. Die Studie zeigt außerdem, dass die bestmögliche Versorgung Pflegebedürftiger vom Wohnort abhängt. In östlichen Bundesländern werden sie zum Beispiel häufiger im Krankenhaus behandelt als in westdeutschen Ländern. Zur Entlastung Betroffener fordert die DAK-Gesundheit eine Reform der Pflegefinanzierung: Die Eigenanteile für Pflegeleistungen sollten gedeckelt werden.
Die hohen Kosten, die Pflegebedürftige und deren Angehörige für die Pflege aufbringen müssen, sehen die Deutschen kritisch: Neun von zehn Befragten sagen, dass Pflegeheime teuer sind. Sieben von zehn sind der Meinung, dass sich viele Familien Pflegedienste und Heime für ihre Angehörigen nicht leisten können. Fast zwei Drittel denken, dass viele Pflegeheim-Bewohner wegen der hohen Kosten zum Sozialfall werden. Wer Pflege bereits in seinem Umfeld erlebt hat, stimmt diesen Aussagen noch etwas häufiger zu.

Storm fordert Reform der Pflegefinanzierung

Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit, kritisiert in diesem Zusammenhang die unterschiedlichen Eigenanteile, die Menschen für die Pflege stemmen müssen. „Pflegebedürftige zahlen in manchen Bundesländern doppelt so viel dazu wie in anderen Regionen“, sagt Storm. „Immer mehr pflegebedürftige Menschen sind mittlerweile auf ergänzende Fürsorgeleistungen angewiesen. Das widerspricht fundamental dem Anspruch der Pflegeversicherung. Dadurch verliert eine Sozialversicherung ihre Legitimation.“
Der Kassen-Chef fordert deshalb eine Reform der Pflegefinanzierung. „Die Eigenanteile für Pflegeleistungen sollten gedeckelt werden. Es gäbe dann einen einheitlichen Betrag, den die Pflegebedürftigen oder die Angehörigen zahlen, gestaffelt nach Pflegegraden. Alles, was darüber hinausgeht, trägt die Pflegeversicherung“, sagt Storm. Bislang ist es umgekehrt: Die Pflegeversicherung übernimmt einen festen Betrag. Alle weiteren Kosten tragen die Betroffenen und ihre Familien. Auf die Pflegeversicherung käme damit eine finanzielle Mehrbelastung zu. Zur Finanzierung schlägt Storm einen Bundeszuschuss aus Steuermitteln vor: „Pflege ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Eine Mitfinanzierung aus Steuermitteln ist daher sinnvoll.“

Befragung zeigt: Politik tut zu wenig für die Pflege

84 Prozent sind der Ansicht, dass die Politik nicht genug für die Pflege tut. Nur sieben Prozent sagen, dass das Thema den Stellenwert hat, den es verdient. „Obwohl in der jüngsten Zeit intensiv diskutiert wurde, wie die Zustände in der Pflege verbessert werden können, kommt dies offensichtlich bei den Menschen nicht an. Das ist eine erschreckende Erkenntnis“, sagt Andreas Storm. Pflegebedürftigkeit wird von den meisten immer noch als privates Schicksal erlebt und bewältigt.

Schwankende Pflegequalität

Ein weiteres Ergebnis des DAK-Pflegereports: Die Qualität pflegerischer Versorgung ist regional unterschiedlich. Zum Beispiel werden vielerorts Pflegebedürftige überdurchschnittlich oft im Krankenhaus behandelt – ein Hinweis darauf, dass die Versorgung nicht optimal ist. Dies zeigt sich vor allem in den östlichen Bundesländern. In Thüringen kommen auf 100 Pflegebedürftige fast 150 Krankenhausfälle. In Mecklenburg-Vorpommern sind es 146, in Sachsen-Anhalt 142 und in Brandenburg 143 Fälle. Unterdurchschnittliche Werte gibt es hingegen in Baden-Württemberg, hier kommen auf 100 Pflegebedürftige 115 Krankenhausbehandlungen. Ebenfalls unter dem Schnitt liegt Niedersachsen mit 119.

Schwankendes Pflegeangebot

Im Report spiegelt sich auch das unterschiedliche Angebot an Pflegeheimen wider. Vor allem in den östlichen Bundesländern, aber auch im Saarland, in Hessen und in Rheinland-Pfalz, liegt der Schwerpunkt auf der Pflege durch Angehörige. Vollstationäre Pflege ist hier unterdurchschnittlich verbreitet. In den nord- und süddeutschen Ländern Schleswig-Holstein, Bayern und Baden-Württemberg werden überdurchschnittlich viele Pflegebedürftige vollstationär versorgt und weniger durch Angehörige zu Hause.

Gleichwertigkeit nicht gewährleistet

„Die Ergebnisse des DAK-Pflegereports zeigen: Pflegerische Versorgung ist nicht davon abhängig, welche Form für den Einzelnen am besten wäre. Sie ist abhängig vom regionalen Angebot“, sagt Pflegeexperte Thomas Klie, der den DAK-Pflegereport wissenschaftlich verantwortet. „Das widerspricht dem Gebot in Artikel 72 des Grundgesetzes: Demnach ist die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse ein Ziel der Bundesregierung.“

„Wir brauchen eine Pflegeinfrastrukturgarantie“

DAK-Chef Andreas Storm sieht hier die Bundespolitik in der Pflicht: „Vor wenigen Wochen hat die Kommission ‚Gleichwertige Lebensverhältnisse‘ unter dem Vorsitz des Bundesinnenministers ihre Arbeit aufgenommen. Die Kommission sollte das Thema Pflege als Schwerpunkt auf die Agenda setzen. Wir brauchen eine Pflegeinfrastrukturgarantie.“

Regionale Kompetenzzentren für bessere Versorgung

Um die Situation zu verbessern, schlägt Thomas Klie ein regionales Monitoring der Pflegestrukturen vor. „Es gibt zahlreiche Beispiele, wo die Strukturen ineinander greifen und gute Bedingungen für die Bewältigung von Pflege gewährleistet werden – soweit dies von der derzeitigen Pflegeversicherung finanziert wird. Vielerorts gibt es Fehler im System. Von beidem können wir lernen“, sagt er. Die DAK-Gesundheit hat bereits ihr Konzept der regionalen Pflegekompetenzzentren vorgelegt. Ein solches Zentrum koordiniert alle Akteure der Pflege wie Beratungsstellen, Pflegedienste, stationäre Einrichtungen und Ärzte. Ziel ist es, im Sinne des Case Managements die beste Versorgung für jeden einzelnen Pflegebedürftigen zu schaffen.

Pilotprojekt in Niedersachsen

Pflegekompetenzzentren können in Krankenhäusern umgesetzt werden, die von Schließung bedroht sind. Ein erster Pilot startet jetzt in Nordhorn im südwestlichen Niedersachsen, wo ein Krankenhaus vor kurzem in ein Pflegeheim umgewandelt worden ist. Das Pilotprojekt wird mit zehn Millionen Euro vom Innovationsfonds gefördert. „Dort haben wir ideale Bedingungen, um das erste Pflegekompetenzzentrum umzusetzen und die Bedingungen für Pflegebedürftige und deren Angehörige in der Region zu verbessern“, sagt Storm. „Ich hoffe, dass wir das Konzept auch in anderen Regionen realisieren können.“ Regionaler Partner im Landkreis Grafschaft Bentheim/Landkreis Emsland ist die Gesundheitsregion EUREGIO e.V.

Die DAK-Gesundheit hat bereits zahlreiche digitale Angebote für die Pflege. Eine Übersicht gibt es online unter: www.dak.de/pflege

Download der Pressemeldung > https://www.dak.de/dak/download/pressem ... 032626.pdf
Download Folienvortrag > https://www.dak.de/dak/download/folienv ... 032616.pdf
Download Infografik Pflegekosten > https://www.dak.de/dak/download/infogra ... 032632.pdf
Download Infografik Krankenhausbehandlung > https://www.dak.de/dak/download/infogra ... 032634.pdf
Download Infografik Versorgung > https://www.dak.de/dak/download/infogra ... 032636.pdf


Quelle: Pressemitteilung vom 14.11.2018
DAK - Jörg Bodanowitz - Chef-Pressesprecher
Nagelsweg 27-31
20097 Hamburg
040 2396 1409
ed.kad@esserp
https://www.dak.de/dak/bundes-themen/da ... 32622.html

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Ärzte Zeitung vom 15.11.2018:
DAK-Chef fordert
Pflege-Eigenanteil deckeln!

Viele Bürger beklagen, dass Pflegeheime teuer sind, berichtet die DAK in ihrem Pflegereport. Kassenchef Storm schlägt nun vor, den Eigenanteil für Pflegebedürftige zu beschränken. Das entflammt eine neue Debatte über die Pflege-Finanzierung. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=97 ... efpuryykqr

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk:

Bild
Es wird für erforderlich erachtet, zur Ergänzung des Pflegeversicherungssystems kommunale Quartiershilfen zu gestalten. Sie können die wohnortnahe Unterstützung der pflegebedürftigen Menschen und ihrer Angehörigen gewährleisten. Insoweit gibt es seit Jahren umfangreiche Vorschläge und auch Modelle, die die Wirksamkeit solcher Quartierskonzepte aufzeigen. So sind zum Beispiel 2012 in Neuss-Erfttal Quartiershilfen angeschoben und im Laufe der nachfolgenden Jahre immer weiter ausgebaut worden. Mittlerweile bietet auch ein angegliederter Lotsenpunkt wertvolle Unterstützungsleistungen.
Informationen dazu u.a. unter
> http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... 082015.pdf
> http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =4&t=18314
> http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =4&t=22782
> http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =4&t=22696
> http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =4&t=21977
> http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =4&t=22924


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Ärzte Zeitung vom 16.11.2018:

Befragung
Politik nimmt Pflege nicht wichtig genug

Die Politiker müssen der Pflege einen höheren Stellenwert einräumen, findet ein Großteil der Bevölkerung. Das zeigt eine Umfrage im Auftrag der DAK. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=97 ... efpuryykqr

DAK-Pflegereport 2018
Das denken die Bürger über die Pflege

Der DAK-Pflegereport deckt auf, was Bundesbürger über die Situation in der Pflege denken. Während die Fachkräfte ein hohes Ansehen genießen, haben Pflegeheime ein schlechtes Image. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=97 ... efpuryykqr

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Siehe auch:

Buchtipp!
Andreas Storm (Hrsg.):
Thomas Klie (Autor):

Pflegereport 2018
Pflege vor Ort – gelingendes Leben mit Pflegebedürftigkeit
Bild
>>> http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =4&t=22979

Buchtipp:
Thomas Klie / Michael Monzer
Regionale Pflegekompetenzzentren
Innovationsstrategie für die Langzeitpflege vor Ort
Bild
>>>> http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =4&t=22949
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Steuerzuschuss zur Pflegeversicherung notwendig

Beitrag von WernerSchell » 22.01.2019, 09:25

Steuerzuschuss zur Pflegeversicherung notwendig

Verbraucher sehen sich durch Pflegeversicherung nicht ausreichend abgesichert

• Die Einführung eines steuerfinanzierten Bundeszuschusses zur Pflegeversicherung befürworten knapp 90 Prozent der Verbraucher.
• vzbv fordert: Der finanzielle Mehrbedarf in der Pflege darf nicht auf dem Rücken der pflegebedürftigen Verbraucher ausgetragen werden.
• Leistungen der Pflegeversicherung müssen regelmäßig der Höhe nach angepasst werden.


________________________________________
Anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung deckt die soziale Pflegeversicherung nur einen Teil der tatsächlich anfallenden Kosten ab. Pflegebedürftige Verbraucherinnen und Verbraucher müssen bereits heute rund die Hälfte der Pflegekosten aus eigener Tasche zahlen. In einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) geben mehr als drei Viertel der befragten Teilnehmer (77 Prozent) an, dass sie sich im Ernstfall nicht ausreichend finanziell abgesichert fühlen.

Das ist besonders alarmierend, da dies 2017 in einer gleichlautenden vzbv-Umfrage nur von etwas mehr als der Hälfte der Befragten (53 Prozent) formuliert wurde. Gegenwärtig sind in Deutschland über drei Millionen Menschen pflegebedürftig. Tendenz steigend. Die Reformen in der Pflegeversicherung, etwa die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs, haben dazu geführt, dass nun mehr Menschen Pflegeleistungen abrufen können als zuvor.

>> Hier klicken, um die komplette Pressemitteilung zu lesen >>> https://newsletter.vzbv.de/d?o00diflq00 ... ci063n6q30

Quelle: Pressemitteilung vom 21.01.2019
Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv)
Pressestelle
Rudi-Dutschke-Straße 17
10969 Berlin
Tel.: (030) 25 800-525

+++

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hat bereits am 06.07.2018 im Rahmen der Verbändeanhörung zum PpSG auf die Erfordernisse einer Steuerfinanzierung der Pflegekosten verwiesen. Dies auch deshalb, weil die Gestaltung von kommunalen Quartiershilfen erhebliche Mehrkosten verursachen wird. Siehe insoweit unter >>> http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... 072018.pdf Das Thema wird auch beim Neusser Pflegetreff am 17.04.2019 aufgegriffen > viewtopic.php?f=7&t=22968
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Damit Pflegebedürftigkeit nicht zum Armutsrisiko wird

Beitrag von WernerSchell » 23.01.2019, 13:12

Damit Pflegebedürftigkeit nicht zum Armutsrisiko wird
Weniger Eigenbeteiligung und Zuschüsse aus Steuern? Jens Spahn wollte eine Grundsatzdebatte über die Pflege. Nun hat er sie.
Quelle: Der Tagesspiegel > https://newsletter.vzbv.de/d/d.html?o00 ... ee25rssve6

Pflege soll erschwinglich werden
Angesichts drastisch steigender Eigenanteile, die Pflegebedürftige in Heimen bezahlen müssen, ist in der Politik eine Debatte darüber entbrannt, wie man die Finanzierung verändern kann.
Quelle: Märkische Onlinezeitung > https://newsletter.vzbv.de/d?o00dihcy00 ... ee25rvwxi6
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Steuergeld zur Begrenzung der Pflegekosten?

Beitrag von WernerSchell » 24.01.2019, 07:38

Ärzte Zeitung vom 24.01.2019:
Verbraucherzentralen
Steuergeld zur Begrenzung der Pflegekosten?

Die Verbraucherzentralen dringen auf einen Staatszuschuss für die Pflege, um weiter steigende Kosten für Versicherte und Pflegebedürftige zu begrenzen. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=98 ... efpuryykqr
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Pflegesystem jetzt zukunftsfest machen

Beitrag von WernerSchell » 25.01.2019, 12:09

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Pflegeversicherung zukunftsfest machen. Die aktuelle Erhöhung um 0,5 Beitragssatzpunkte reiche bis 2022, sagt er. „Das ist auch gut. Aber das ist nicht der Anspruch, den wir haben sollten, sondern der Anspruch muss eine Finanzierung sein, die auch über zehn, zwanzig Jahre trägt“, so Spahn. „Mein Ziel ist, dass wir die Debatte erst einmal beginnen und führen. Es gibt verschiedene Optionen“, so der Schirmherr des Deutschen Pflegetages. Er wolle einen offenen und breiten Dialog in der CDU, aber auch in der Gesellschaft führen unter der Überschrift: „Was ist uns Pflege wert?“ Diese Frage wird der Gesundheitsminister sicherlich auch im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung des Deutschen Pflegetags am Donnerstag, 14. März, 2019 stellen. Jetzt anmelden: http://ow.ly/ujAl30nrHQh
#pflegetag -Quelle: Facebook


Dazu ergibt sich:
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hat bereits am 06.07.2018 im Rahmen der Verbändeanhörung zum PpSG auf die Erfordernisse einer ergänzenden Steuerfinanzierung der Pflegekosten verwiesen. Dies auch deshalb, weil die Auflösung des Pflegenotstandes zur nachhaltigen Gewährleistung einer menschenwürdigen Pflege und die Gestaltung von kommunalen Quartiershilfen erhebliche Mehrkosten verursachen wird. Darüber muss in der Gesellschaft keine längere Debatte geführt werden (Kanzlerin und Minister fragen ja auch sonst nicht, was zu tun ist). Solche Hinweise lenken nur von den zwingenden Erfordernissen, politisch zielgerichtet im Sinne der rapide zunehmenden Zahl der pflegebedürftigen Menschen zu handeln, ab. Siehe insoweit unter >>> http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... 072018.pdf Das Thema wird auch beim Neusser Pflegetreff am 17.04.2019 aufgegriffen > viewtopic.php?f=7&t=22968
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Petition Eigenanteil bei stationärer Pflege begrenzen! ist Online

Beitrag von WernerSchell » 18.02.2019, 07:33

Petition Eigenanteil bei stationärer Pflege begrenzen! ist Online

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Hiermit bitte ich Sie um Unterstützung einer Petition, die seit letzter Woche online steht: Das Problem steigender Heimkosten für die betroffenen Menschen in stationärer Pflege mahnt die AWO bereits seit Langem an. Auch für die Weiterentwicklung der Pflegeversicherung zur Verbreiterung der Einnahmebasis treten wir seit Jahren ein.
Inzwischen tragen die gedeckelten Beträge der Pflegeversicherung nicht einmal mehr die pflegebedingten Aufwendungen in der stationären Pflege. Weder die Höhe, noch die Dauer des zu zahlenden Eigenanteils sind für die Menschen verlässlich. Diese Entwicklung erfüllt sie und ihre Angehörigen mit Sorge und Angst.
Angesichts dieser Situation hat die AWO nun eine Petition auf den Weg gebracht, um eine Befassung des Bundestages mit diesem Thema zu erreichen.
Seit Donnerstag steht die Petition Eigenanteil bei stationärer Pflege begrenzen! (ID-Nr. 90 744) online zur Unterschrift bereit unter diesem Link: https://epetitionen.bundestag.de/petiti ... 44.nc.html. Wir würden uns über Unterstützung und Weiterleitung an die Mitgliedsverbände des DPR freuen.
Die Unterzeichnungsfrist endet nach genau 4 Wochen – also am 14.3.2019.
Der Petitionstext ist als Anlage beigefügt (DIN A 3 und DIN A 4 Format zum Ausdruck).
Jetzt bitten wir alle Organisationen, Interessierte ihre Familien sowie Freundinnen und Freunde darum, die Werbetrommel für die Unterzeichnung der Petition zu rühren!
Unter diesem Link > https://www.awo.org/eigenanteil-begrenzen finden Sie die Website mit ausdrucksvollen Plakaten zum Aushang zur Unterstützung der Petition – bitte herunterscrollen, dann stehen die Plakate zum Download bereit.

Die Sammlung von Unterschriften auf Papier kann selbstverständlich weiterhin erfolgen. Bitte beachten:
Die Unterschriftenlisten müssen den Petitionsausschuss vor Ablauf der 4-wöchigen-Mitzeichnungsfrist erreichen (spätestens also am 14.3.2019). Sie können nur per Post oder per Fax an den Petitionsausschuss geschickt werden. Also bitte NICHT einscannen und per E-Mail senden.

Die Adresse und Faxnummer des Petitionsausschusses stehen auch oben auf den Unterschriftenlisten:
Deutscher Bundestag Petitionsausschuss, Platz der Republik 1, 11011 Berlin, Telefon: +49 (0)30 227 35257, Fax: +49 (0)30 227 36053
Sowohl die Unterschriftenlisten als auch die online-Unterzeichnung werden beim Quorum berücksichtigt. Wir müssen 50.000 Unterzeichnende gewinnen, um eine Behandlung im Petitionsausschuss des Bundestages zu erzielen.

Herzlichen Dank Für Ihre Unterstützung!
Mit freundlichem Gruß
Brigitte Döcker
Mitglied des Vorstandes
Arbeiterwohlfahrt
Bundesverband e.V.
Blücherstr. 62/63
10961 Berlin
Tel: +493026309-198
Fax: +493026309-32198
Brigitte.doecker@awo.org
www.awo.org

Quelle; Mitteilung vom 17.02.2019
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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Startschuss für das bundesweit erste regionale Pflegekompetenzzentrum (ReKo)

Beitrag von WernerSchell » 01.10.2019, 14:46

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gibt den Startschuss für das bundesweit erste regionale Pflegekompetenzzentrum (ReKo). Das gemeinsame Projekt von DAK-Gesundheit, Gesundheitsregion EUREGIO e.V. und der Universität Osnabrück wird mit zehn Millionen Euro vom Innovationsfonds gefördert. Als Pilot entsteht das erste Zentrum in der niedersächsischen Modellregion Landkreis Grafschaft Bentheim/Landkreis Emsland. Lesen Sie mehr in unserer Pressemeldung.
Presseteam der DAK-Gesundheit

Jens Spahn gibt Startschuss für Pflege-Modellprojekt
Bundesweit erstes Pflegekompetenzzentrum vernetzt Akteure der Region


Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gibt den Startschuss für das bundesweit erste regionale Pflegekompetenzzentrum (ReKo). Das gemeinsame Projekt von DAK-Gesundheit, Gesundheitsregion EUREGIO e.V. und der Universität Osnabrück wird mit zehn Millionen Euro vom Innovationsfonds gefördert. Als Pilot entsteht das erste Zentrum in der niedersächsischen Modellregion Landkreis Grafschaft Bentheim/Landkreis Emsland.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagt zur Eröffnung: „Das regionale Kompetenzzentrum vernetzt alle Akteure der Pflege und setzt dabei auf moderne Technologien. Das ist eine große Chance für die Region, die Situation von Pflegebedürftigen und deren Familien wie auch der Pflegekräfte zu verbessern. Dafür ist das Geld aus dem Innovationsfonds gut angelegt. Ich wünsche dem Projekt viel Erfolg.“ Der Minister lobt die Vernetzung von Pflegeakteuren über Staatsgrenzen hinweg. „Die Gesundheitsregion EUREGIO kann die Versorgung der Menschen in deutschen und niederländischen Kommunen weiter verbessern.“
Regionale Pflegekompetenzzentren sind Organisationen des Case Managements: Sie koordinieren alle an der Pflege beteiligten Akteure, um Pflegebedürftige optimal und auf ihre individuelle Situation zugeschnitten zu versorgen. In Nordhorn ist das ehemalige Marienkrankenhaus bereits vor einiger Zeit in ein Pflegeheim umgewandelt worden. „In Nordhorn haben wir ideale Voraussetzungen gefunden, um unser Konzept schnell in die Praxis umzusetzen“, sagt Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit. In anderen Regionen könne die Nutzung von Krankenhäusern als ReKo eine Chance sein, Strukturen im ländlichen Raum zu erhalten und sinnvoll für die Menschen vor Ort zu nutzen. „Im Mittelpunkt stehen die pflegebedürftigen Menschen und ihre Angehörigen, die wir mit dem Regionalen Pflegekompetenzzentrum unterstützen“, sagt Storm. Dabei können auch digitale Anwendungen zur Anwendung kommen. Diese können zum Beispiel helfen, die Betreuung pflegebedürftiger Familienmitglieder zu organisieren.
Der Projektstart findet im Rahmen eines länderübergreifenden Gesundheitsgipfels mit dem Titel „Regionales Pflegekompetenzzentrum (ReKo) – Potenziale gemeinsam heben“ statt. „Ich freue mich darauf, das Projekt gemeinsam in einem großen Team umzusetzen“, sagt Thomas Nerlinger, Geschäftsführer der Gesundheitsregion EUREGIO. „Ich bin mir sicher, dass das Regionale Pflegekompetenzzentrum die Lebensqualität der Menschen verbessern wird. Wir werden die guten Gesundheitsstrukturen in den ländlich geprägten Landkreisen unserer Region nachhaltig weiterentwickeln.“ Die Gesundheitsregion EUREGIO umfasst 129 Kommunen, ein Drittel davon liegt in den Niederlanden.
Informationen zum Konzept der regionalen Pflegekompetenzzentren gibt es online auf der Website der DAK-Gesundheit unter www.dak.de/rekopflege. Infos zum länderübergreifenden Gesundheitsgipfel gibt es unter www.rekopflege.de. Zur Gesundheitsregion EUREGIO e.V. gibt es unter www.euregio.eu nähere Informationen.

Quelle: Pressemitteilung vom 01.10.2019
DAK-Gesundheit
Pressestelle
Telefon: 040/2396-1409
E-Mail: presse@dak.de


Attachments
191001_PM_Start_ReKo_Spahn_DAK_Gesundheitsgipfel_final.pdf > https://cache.pressmailing.net/content/ ... _final.pdf
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Neues Regionalzentrum soll Pflegebedürftigen bessere Hilfen geben

Beitrag von WernerSchell » 03.10.2019, 07:05

Deutsches Ärzteblatt vom 02.10.2019:
Neues Regionalzentrum soll Pflegebedürftigen bessere Hilfen geben
Nordhorn – Ein in Deutschland neuartiges regionales Pflegekompetenzzentrum soll Pflegebedürftigen und Angehörigen eine deutlich bessere Betreuung als bisher ermöglichen. Fallmanager sollten Betroffenen Informationen über Pflegeeinrichtungen in der... [mehr] > http://170770.eu1.cleverreach.com//c/30 ... 975-pyrc4i
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Regionales Modellprojekt: Die ersten Pflegebedürftigen werden betreut

Beitrag von WernerSchell » 07.09.2020, 11:13

DAK
Gesundheit

Das erste Regionale Pflegekompetenzzentrum (ReKo) startet planmäßig in die zweite Phase und nimmt seine Arbeit auf: In dem gemeinsamen Projekt von DAK-Gesundheit, der Universität Osnabrück und Gesundheitsregion EUREGIO werden jetzt die ersten Pflegebedürftigen betreut. Um die optimale individuelle Versorgung kümmern sich fünfzehn Pflege-Expertinnen und -Experten, sogenannte Case Manager. Auch die Angehörigen profitieren von den neuen Strukturen. Lesen Sie mehr in der nachfolgenden Pressemeldung.


Regionales Modellprojekt: Die ersten Pflegebedürftigen werden betreut
• Pflegekompetenzzentrum von DAK-Gesundheit und Gesundheitsregion EUREGIO startet planmäßig in 2. Phase
• Niedersachsens Sozialministerin Reimann informiert sich über den Stand und lobt innovativen Charakter des Projekts


Das erste Regionale Pflegekompetenzzentrum (ReKo) startet planmäßig in die zweite Phase und nimmt seine Arbeit auf: In dem gemeinsamen Projekt von DAK-Gesundheit, der Universität Osnabrück und Gesundheitsregion EUREGIO werden jetzt die ersten Pflegebedürftigen betreut. Um die optimale individuelle Versorgung kümmern sich fünfzehn Pflege-Expertinnen und -Experten, sogenannte Case Manager. Auch die Angehörigen profitieren von den neuen Strukturen. Seit dem Startschuss im Herbst 2019 wurden die Case Manager geschult, ein regionales Netzwerk von Pflege-Akteuren aufgebaut sowie eine IT-Plattform installiert. Bei einem Besuch in der niedersächsischen Modellregion Landkreis Grafschaft Bentheim/Landkreis Emsland zeigte sich Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann beeindruckt und lobte das große Engagement aller Beteiligten und den innovativen Geist des Projektes. Ziel des ReKo ist, dass bis Anfang 2023 rund 1200 Pflegebedürftige und ihre Familien vom ReKo profitieren. Das Projekt wird mit zehn Millionen Euro vom Innovationsfonds der Bundesregierung gefördert.

Ministerin Carola Reimann: „Digitale Projekte haben ein großes Potenzial, die Strukturen in der Pflege nachhaltig und strukturell zu verbessern. Ganz wichtig ist dabei aber immer, dass der menschliche Aspekt nicht zu kurz kommt, denn gerade die Pflege ist vor allem ein Dienst von Menschen an Menschen. In diesem innovativen Projekt verbinden sich dank des großen Engagements aller Beteiligten beide Aspekte zum Wohle der Pflegebedürftigen, ihrer Angehörigen, aber auch der Beschäftigten.“
Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit, sagt: „Herzstück des Regionalen Pflegekompetenzzentrums sind die Case Manager. Alle Pflegeleistungen für eine Person sind bei ihnen gebündelt – die Qualität der Pflege steht im Mittelpunkt. Das ReKo ist somit ein Leuchtturmprojekt und ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Pflege.“
Die vor Ort bei den beteiligten Kooperationspartnern dezentral tätigen Case Manager haben eine zentrale Rolle im ReKo, weil eine professionelle Organisation von Leistungen, Terminen und Schnittstellen die Lebensqualität von Pflegebedürftigen erhöht. Als Grundlage dieser vernetzten Arbeit wurde eine neue, sektorenübergreifende IT-Plattform geschaffen. Hier laufen alle für die Pflege einer Person relevanten Informationen zusammen. Sozialdienste, Senioren- und Pflegestützpunkte, Ärzte, Pflegeheime und -dienste oder Caterer können sich vernetzen und zum Beispiel wichtige Dokumente austauschen. Auch pflegende Angehörige haben Zugriff auf die Plattform und finden umfangreiche regionale Informationen zur Pflege an einer Stelle. Als weitere Unterstützung werden in den kommenden Monaten Angehörige bei Bedarf mit Tablets ausgestattet. Die Case Manager sind die direkten Ansprechpartner für Pflegebedürftige und deren Angehörige, sie planen die Pflege und koordinieren die Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Thomas Nerlinger, Geschäftsführer und Projektleiter der Gesundheitsregion EUREGIO, sagt: „Mit dem Start der Arbeit der Case Manager zahlt sich die lange und vertrauensvolle Vorarbeit nun aus. Ich bin sicher, dass wir unser Projekt ReKo gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern wie Landkreisen, Kliniken und Pflegeeinrichtungen zu einem großen Erfolg für die Menschen in unserer Region führen. Hoffentlich macht das Konzept Schule, sodass auch andere Teile Deutschlands von der Idee profitieren.“

Derzeit werden für das Projekt Teilnehmer ausgewählt. Bis Ende 2020 sollen 200 Menschen, die aktuell oder in Zukunft auf Pflege angewiesen sind, im Rahmen des ReKo betreut werden. Bis Anfang 2023 werden 1200 angestrebt. Um das Projekt wissenschaftlich auswerten zu können, werden alle Probanden gebeten, einen Evaluationsbogen auszufüllen.

Informationen zum Konzept der regionalen Pflegekompetenzzentren gibt es online auf der Website www.rekopflege.de. Zur Gesundheitsregion EUREGIO e.V. gibt es unter www.gesundheitsregion-euregio.eu nähere Informationen.

Die DAK-Gesundheit ist Konsortialführerin des Projekts ReKo. Konsortialpartner sind die Gesundheitsregion EUREGIO e.V. und die Universität Osnabrück. Darüber hinaus beteiligen sich zahlreiche Kooperationspartner. Der Innovationsfonds wurde 2016 von der Bundesregierung geschaffen, um neue Versorgungsformen und Forschungsprojekte zu fördern.

Quelle: Pressemitteilung vom 07.09.2020
DAK-Gesundheit
Pressestelle
Telefon: 040-2364 855 9411
E-Mail: presse@dak.de



Attachments
200907_Bundesmeldung_Reimann_ReKo_final.pdf > https://cache.pressmailing.net/content/ ... _final.pdf
20200907_Präsentation_ReKo.pdf > https://cache.pressmailing.net/content/ ... n_ReKo.pdf
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