Bessere Lebensqualität für Menschen mit Demenz erreichen

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Bessere Lebensqualität für Menschen mit Demenz erreichen

Beitrag von WernerSchell » 20.09.2018, 06:13

Aus Forum
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Woche der Demenz
Bessere Lebensqualität für Menschen mit Demenz erreichen


Bundesseniorenministerin Dr. Franziska Giffey und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn haben den Bericht der "Allianz für Menschen mit Demenz" vorgestellt. Die Ergebnisse sollen in die Entwicklung einer Nationalen Demenzstrategie einfließen.

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V.l.n.r.: Bettina Tietjen, Botschafterin der Woche der Demenz; Monika Kaus, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft; Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bundesseniorenministerin Dr. Franziska Giffey
© Herbert Jennerich/BMFSFJ


Bundesseniorenministerin Dr. Franziska Giffey und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn haben am 19. September gemeinsam den Startschuss für die Entwicklung einer Nationalen Demenzstrategie gegeben. Gleichzeitig wurde Bilanz der Arbeit in der "Allianz für Menschen mit Demenz" gezogen.

Die "Allianz für Menschen mit Demenz" ist eine Initiative der Bundesregierung. Bund, Länder und kommunale Spitzenverbände sowie über 20 Verbände und Institutionen aus dem Pflege- und Gesundheitsbereich, der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft haben sich darin zusammengeschlossen, um gemeinsam für eine nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu sorgen.

Bundesseniorenministerin Dr. Franziska Giffey:
"Demenz kann jede und jeden von uns treffen. Die Diagnose darf nicht dazu führen, dass Menschen von der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Der Bericht zeigt, dass es uns durch eine Fülle konkreter Maßnahmen vor Ort gelungen ist, die Lebenssituation vieler Erkrankter und ihrer Angehörigen zu verbessern - auch durch die Beratungs- und Unterstützungsangebote der 500 Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz, die von meinem Ministerium gefördert werden. Nun starten wir die Entwicklung einer Nationalen Demenzstrategie. Dabei steht für mich eines im Vordergrund: Wir müssen es schaffen dass die Rahmenbedingungen für Menschen mit Demenz bundesweit verbessert werden. Zum Beispiel ist unser Ziel, gleiche, gute Qualität bei den Anlaufstellen vor Ort im ganzen Bundesgebiet zu schaffen."


Bundesgesundheitsminister Jens Spahn:
"Menschen mit Demenz und ihre Familien gehören in die Mitte der Gesellschaft. Es darf kein Tabu mehr sein, über Demenz zu sprechen. Wir brauchen eine demenzfreundliche Gesellschaft. Hier hat die Allianz für Menschen mit Demenz wichtige Fortschritte gebracht - aber wir müssen als Gesellschaft weiter daran arbeiten, das Leben für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen lebenswerter zu machen. Daher werde ich mit meiner Kollegin Dr. Franziska Giffey die Nationale Demenzstrategie starten, die auf der bewährten Zusammenarbeit der Allianz für Menschen mit Demenz aufbaut. Jeder ist gefragt, die Situation von Demenzkranken zu verbessern. Dazu gehört eine gute pflegerische und medizinische Versorgung genauso wie ein verständnisvoller Umgang im Alltag - in Arztpraxen, Krankenhäusern, Bürgerämtern oder im Supermarkt."


Betroffene und ihre Angehörigen unterstützen

Der am 19. September vorgestellte Bericht zur Umsetzung der Agenda der "Allianz für Menschen mit Demenz 2014 bis 2018" gibt Auskunft über die erfolgten Maßnahmen der Allianzpartner, mit denen in den letzten vier Jahren Hilfen und Unterstützung für Betroffene verbessert und ausgebaut wurden. Insgesamt wurden 450 unterschiedliche Projekte umgesetzt. Zum Beispiel Forschungsprojekte zur Entwicklung neuer Messwerte für Demenzerkrankungen. Ein weiteres Projekt waren zum Beispiel spezielle Schulungen ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer für von Demenz betroffene Menschen mit Migrationshintergrund.

Die Allianz soll mit der geplanten Nationalen Demenzstrategie weiterentwickelt werden. Dafür wird eine Geschäftsstelle beim Deutschen Zentrum für Altersfragen eingerichtet, die vom Bundesseniorenministerium und vom Bundesgesundheitsministerium gemeinsam finanziert wird. Noch im Herbst 2018 soll mit der Entwicklung einer Nationalen Demenzstrategie begonnen werden. Anfang 2020 soll sie vom Bundeskabinett beschlossen werden.

Zum Hintergrund

In Deutschland leben derzeit 1,7 Millionen Menschen mit Demenz. Jährlich nimmt die Zahl der Erkrankten um circa 40.000 zu. Für das Jahr 2050 wird die Zahl der Menschen mit der Diagnose Alzheimer oder einer anderen Demenzerkrankung auf über drei Millionen Menschen geschätzt.

Menschen mit Demenz haben Schwierigkeiten, sich zu erinnern, Wege zu finden und ihren Alltag zu organisieren. Die Ursachen für Demenz sind verschiedene Erkrankungen des Gehirns. Wie eine Demenz verläuft, hängt von der jeweiligen Ursache ab und ist individuell sehr unterschiedlich. Die persönlichen Lebensumstände, das familiäre und soziale Umfeld sowie die unmittelbare Umgebung können entscheidend dazu beitragen, dass eine Person auch mit Demenz weiterhin selbstbestimmt und sicher leben kann.

Woche der Demenz

Vom 18. bis 24. September 2018 findet bereits zum vierten Mal die Woche der Demenz statt. Die Aktionswoche ist Anlass für das Bundesseniorenministerium über Projekte und Initiativen für Menschen mit Demenz zu informieren. Das Bundesseniorenministerium setzt sich in verschiedenen Bereichen für die Verbesserung der Lebenssituation von Demenzerkrankten, ihren Angehörigen und Pflegenden ein - zum Beispiel mit der "Allianz für Menschen mit Demenz" auf Bundesebene oder mit vielen "Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz" direkt vor Ort bei den Betroffenen. Wer selbst aktiv werden möchte oder Hilfe sucht, findet mit der Projekt-Landkarte eine Lokale Allianz in seiner Nähe.

Anlagen
Bericht zur Umsetzung der Agenda der Allianz für Menschen mit Demenz 2014 bis 2018 (PDF: 2,8 MB) > https://www.bmfsfj.de/blob/jump/128372/ ... e-data.pdf
Anlage zum Bericht zur Umsetzung der Agenda der Allianz für Menschen mit Demenz - Kultusministerkonferenz - Forschungsabfrage (PDF: 1,4 MB) > https://www.bmfsfj.de/blob/jump/128376/ ... n-data.pdf
Report on the Implementation of the Agenda of the Alliance for People with Dementian 2014 to 2018 (PDF: 3,0 MB) > https://www.bmfsfj.de/blob/jump/128374/ ... n-data.pdf

Externe Links
Internetseite "Allianz für Menschen mit Demenz" > http://www.allianz-fuer-demenz.de/
Internetseite "Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz" > http://www.lokale-allianzen.de/

Demenz > https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/ael ... tzen/77368

Quelle: Pressemitteilung vom 19.09.2018
https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/bessere-le ... hen/128396

+++
Ärzte Zeitung vom 20.09.2018:
Nationale Strategie
Mehr Hilfen im Alltag für Demenzkranke

Angesichts von immer mehr Menschen mit Demenz will die Bundesregierung weitere Anstöße für Verbesserungen im Alltagsleben von Betroffenen und Angehörigen geben. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=97 ... efpuryykqr
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Deutscher Pflegerat unterstützt Aufbau einer Nationalen Demenzstrategie

Beitrag von WernerSchell » 20.09.2018, 17:42

PRESSEMELDUNG
Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen:
Berlin (20. September 2018, Nr. 34/2018)

Deutscher Pflegerat unterstützt Aufbau einer Nationalen Demenzstrategie
Allianz für Menschen mit Demenz setzt die richtigen Prioritäten


„Eine bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige Pflege kann nur durch qualifiziertes Personal ermöglicht werden. Die Bedeutung demenzieller Erkrankungen muss daher schon in der Pflegeausbildung berücksichtigt werden.“

Darauf macht Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerats e.V. (DPR), anlässlich der Vorstellung des Berichts der „Allianz für Menschen mit Demenz 2014 – 2018“ deutlich.

„Der Deutsche Pflegerat begrüßt es außerordentlich, dass die Allianz für Menschen mit Demenz gemeinsam mit allen Akteuren zu einer Nationalen Demenzstrategie weiterentwickelt und verbindlich festgelegt wird.

Erforderlich ist es, vermehrt gut ausgebildetes Personal zu gewinnen. Vereinbart wurde in der Allianz, dass dem Fachkräftemangel begegnet und die Attraktivität des Berufsbildes gestärkt wird.

Besser verzahnt werden muss unter anderem das Wissen der Heilpädagogik und der Altenhilfe. Gefördert werden muss die Multiprofessionalität für eine bessere Zusammenarbeit aller Akteure einschließlich ehrenamtlich Tätiger“, weist Wagner weiter auf die Ergebnisse der Allianz hin. „Hierauf werden wir als Deutscher Pflegerat ein besonderes Augenmerk legen.“

Mehr Informationen:
Der Deutsche Pflegerat war von Beginn an Gestaltungspartner in der Allianz für Pflege. Vorgestellt wurde der Bericht am Mittwoch (19. Februar 2018) in Berlin durch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey sowie von Monika Kaus, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.

Ansprechpartner:
Franz Wagner
Präsident des Deutschen Pflegerats

Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin

Telefon: (0 30) 398 77 303
Telefax: (0 30) 398 77 304

E-Mail: presse@deutscher-pflegerat.de
Internet: www.deutscher-pflegerat.de

Zum Deutschen Pflegerat e.V. (DPR):
Der Deutsche Pflegerat e.V. wurde 1998 gegründet, um die Positionen der Pflegeorganisationen einheitlich darzustellen und deren politische Arbeit zu koordinieren. Darüber hinaus fördert der Zusammenschluss aus 16 Verbänden die berufliche Selbstverwaltung. Als Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und Hebammenwesens und Partner der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen vertritt der Deutsche Pflegerat heute die insgesamt 1,2 Millionen Beschäftigten der Pflege. Über die berufliche Interessensvertretung hinaus ist der Einsatz für eine nachhaltige, qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung oberstes Anliegen des Deutschen Pflegerats.
Präsident des Deutschen Pflegerats ist Franz Wagner. Vize-Präsidentinnen sind Irene Maier und Christine Vogler.

Mitgliedsverbände:
Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen e.V. (ADS); AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen e.V. (AVG); Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe e.V. (BLGS); Bundesverband Geriatrie e.V. (BVG); Bundesverband Pflegemanagement e.V.; Deutscher Hebammenverband e.V. (DHV); Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V. (BeKD); Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie e.V. (BFLK); Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK); Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF); Deutscher Pflegeverband e.V. (DPV); Katholischer Pflegeverband e.V.; Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V. (VdS); Verband für Anthroposophische Pflege e.V. (VfAP); Vereinigung der Hygienefachkräfte der Bundesrepublik Deutschland e.V. (VHD) und Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätsklinika e.V. Deutschland (VPU).
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Weltalzheimertag - Fachärztliche Versorgung der Menschen mit Demenz in Heimen mangelhaft

Beitrag von WernerSchell » 21.09.2018, 06:07

ZEITSCHRIFT "ALTENHEIM" - 20.09.2018:

WELT-ALZHEIMERTAG
Fachärztliche Versorgung für Menschen mit Demenz in Heimen mangelhaft
Mehr als 700.000 demenzkranke Menschen leben in Pflegeheimen, und Fragen der Qualität hinsichtlich Struktur, Personalausstattung, ärztlicher Versorgung, und demenzsensibler Behandlung spielen hier eine zentrale Rolle.
In vielen Heimen werden freiheitseinschränkende Maßnahmen und Psychopharmaka noch zu oft, und alternative Therapieangebote zu selten genutzt.
… (weiter lesen unter) … http://www.altenheim.net/Infopool/Nachr ... mangelhaft
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Hilfe bei Demenz durch mehr Wissen und Prävention

Beitrag von WernerSchell » 21.09.2018, 10:18

Zum Welt-Alzheimertag am 21. September
Hilfe bei Demenz durch mehr Wissen und Prävention


Anlässlich des Welt-Alzheimertages haben die von der Bundesregierung initiierte Allianz für Menschen mit Demenz und die ihr angeschlossenen Verbände eine bessere Versorgung von Demenzkranken gefordert und eine nationale Demenzstrategie ausgerufen. Als zentrale Fachgesellschaft für psychische Gesundheit und Kooperationspartner der Allianz unterstützt die DGPPN diese Bestrebungen und macht sich im Sinne einer langanhaltenden seelischen Gesundheit für mehr Wissen und frühzeitige Prävention stark.
Demenzerkrankungen stellen weltweit eine der größten Herausforderungen für Medizin und Gesellschaft dar. Allein in Deutschland werden jedes Jahr mehr als 300.000 Neuerkrankungen gezählt. Absehbar ist, dass infolge der demografischen Entwicklung die Zahl der Demenzkranken kontinuierlich zunimmt. Das bedeutet nicht nur für Betroffene und Angehörige eine enorme Belastung, sondern auch für die Solidargemeinschaft und die Gesundheitskosten.
Die DGPPN plädiert deshalb für mehr Aufklärung und demenzsensible, ganzheitliche Ansätze in der Versorgung, die frühzeitig zum Einsatz kommen. „Wir gehen davon aus, dass in Deutschland fast jede dritte Demenzerkrankung vermieden werden könnte“, verdeutlicht DGPPN-Präsident Professor Arno Deister die Situation. „Die Allianz für Menschen mit Demenz hat anlässlich des Welt-Alzheimertages an uns alle einen wichtigen Auftrag gerichtet. Gemeinsam mit Politik, Forschung und allen in der Versorgung Tätigen sind wir aufgefordert, den fortdauernden, alarmierenden Anstieg von Demenzerkrankungen aufzuhalten. Dies kann nur durch gemeinsame Ziele, gegenseitige Unterstützung und den richtigen Mix aus Prävention, Diagnostik und Therapie gelingen. Hierfür ist mehr Wissen über Demenz und psychische Erkrankungen grundlegend. Wir wissen, dass allein durch Prävention und eine bessere Implementierung psychosozialer Interventionen in die Versorgung Risikofaktoren frühzeitig erkannt und so Demenz erfolgreich entgegengewirkt werden kann. Auch wenn Demenz bislang nicht heilbar ist, so gibt es doch zahlreiche therapeutische Möglichkeiten, die das Fortschreiten der Krankheit verhindern oder verzögern können. Die Forschung hat an dieser Stelle in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht und bietet eine große Chance für Menschen mit demenziellen Erkrankungen. So sind Biomarker im Einsatz gegen die Alzheimer-Krankheit ein Schlüssel für Früherkennung und die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden.“

Fazit: Die Versorgungssituation von Menschen mit psychischen Erkrankungen hat sich in Deutschland in den letzten Jahren verbessert, ist aber längst noch nicht zufriedenstellend. Noch kommen die geeigneten Maßnahmen nicht beim Patienten an. Als zentrale Fachgesellschaft und Stimme der psychischen Gesundheit übernimmt die DGPPN bei dieser Aufgabe ihren Teil der Verantwortung.

Quelle: Pressemitteilung vom 21.09.2018
Kontakt DGPPN-Pressestelle
Reinhardtstraße 27 B
10117 Berlin
Telefon: 030 2404772-11
pressestelle@dgppn.de
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VdK fordert: Demenzkranke und ihre Familien besser unterstützen

Beitrag von WernerSchell » 21.09.2018, 10:20

Zum Welt-Alzheimertag am 21. September
VdK fordert: Demenzkranke und ihre Familien besser unterstützen


„Menschen mit Demenz und ihre Familien sind häufig völlig isoliert. Deshalb brauchen sie die Unterstützung von Politik und Gesellschaft. Demenzkranke brauchen mehr Hilfen, damit sie am Alltag teilnehmen können. Aber auch ihre Angehörigen brauchen viel mehr Hilfen als bisher.“ Das erklärt Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, aus Anlass des heutigen Welt-Alzheimertages.
In Deutschland leben derzeit rund 1,7 Millionen Demenzkranke, zwei Drittel von ihnen leiden an Alzheimer. Fachleute rechnen bis 2050 mit drei Millionen Betroffenen. Aktuell lebt fast die Hälfte der Demenzkranken in außerhäuslichen Einrichtungen, die andere Hälfte wird zu Hause von Angehörigen betreut.
„Pflegende Angehörige haben zwar rechtlich Anspruch auf Entlastung, in der Realität finden sie aber nur ungenügende Angebote vor, die ihnen finanziell, zeitlich und organisatorisch helfen“, stellt Bentele fest. „Es mangelt oft an Pflegeunterstützung, etwa in der Kurzzeit- oder Tagespflege. Diese Angebote müssen ausgebaut werden.“
Zum Ausbau von Angeboten gehört auch, ein dichtes Netz an wohnortnahen Pflegestützpunkten zu schaffen, in denen sich Angehörige über Hilfen und Entlastungsmöglichkeiten informieren können. Viele pflegende Angehörige wünschen sich zudem eine zugehende Beratung zu Hause. „Die Unterstützung muss so niedrigschwellig wie möglich sein, damit Überlastungssituationen für den Pflegenden und den Demenzkranken gar nicht erst entstehen“, sagt Bentele.
Verbesserungen bringt hier möglicherweise die vom Bundeskabinett geplante „Nationale Demenzstrategie“. Bentele fordert jedoch weitere sozialpolitische Maßnahmen: „Pflegende Angehörige müssen Pflege und Beruf besser miteinander vereinbaren können. Dafür brauchen wir zum Beispiel eine Lohnersatzleistung für pflegende Angehörige ähnlich dem Elterngeld.“
verantwortlich: Cornelia Jurrmann, Telefon: 030 / 92 10 580-401

Quelle: Pressemitteilung vom 21.09.2018
Sozialverband VdK Deutschland
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Cornelia Jurrmann (verantwortlich)
Linienstraße 131 - 10115 Berlin
Telefon 030 9210580-400
Telefax 030 9210580-410
www.vdk.de - presse@vdk.de
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Weniger Neuerkrankungen an Demenz in westlichen Industrieländern

Beitrag von WernerSchell » 25.10.2018, 15:27

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Studie zeigt:
Weniger Neuerkrankungen an Demenz in westlichen Industrieländern

Demenzerkrankungen gehören zu den folgenschwersten Erkrankungen im Alter. Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig belegen einen Trend zu sinkenden Neuerkrankungsraten bei Demenz in westlichen Industrieländern. Das heißt, dass Menschen, die heute 85 Jahre alt sind, seltener an Demenz erkranken, als diejenigen, die eine Generation früher ihr 85. Lebensjahr erreichten. Veränderungen in den Neuerkrankungsraten an Demenz belegen vor allem: Das Risiko, an Demenz zu erkranken, ist beeinflussbar. Das ist eine gute Nachricht, denn somit scheint Prävention möglich. Die Leipziger Forscher haben ihre Arbeit im Fachjournal „Clinical Epidemiology“ veröffentlicht.

Leipziger Forscher fassten in einer Metaanalyse aktuelle Studien aus Industrienationen zusammen, die Unterschiede in Demenzraten in vergleichbaren Stichproben mit einem zeitlichen Abstand von mindestens zehn Jahren untersuchten. Bei der Datensynthese von sieben identifizierten Studien zeigte sich eine positive Entwicklung in den Neuerkrankungsraten – zumindest in westlichen Industrienationen, konkret Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und den USA. Gegenläufig dazu war allerdings die Entwicklung in einer japanischen Studie: Hier wurde gar ein Anstieg bei den Demenzneuerkrankungen verzeichnet.

Demnach ist anzunehmen, dass sich Trends in den Neuerkrankungsraten von Demenz in den Industrienationen nicht einheitlich entwickeln. „Selbst in Industrieländern können die Lebensumstände und Erfahrungen im Lebensverlauf stark variieren und damit Entwicklungstrends von Demenz unterschiedlich beeinflussen. Und das trotz der insgesamt sehr günstigen Lebensbedingungen, die einkommensstarke Länder in der Regel auszeichnen“, sagt Dr. Susanne Röhr vom Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP). „Für abschließende Schlussfolgerungen ist es aber noch zu früh, da für andere Regionen bisher sehr wenige Erkenntnisse vorliegen.“ Veränderungen in den Neuerkrankungsraten an Demenz belegen vor allem: das Risiko, an Demenz zu erkranken, ist beeinflussbar. Der tendenzielle Rückgang in den westlichen Industrieländern wird insbesondere vermehrter Bildung und komplexeren beruflichen Anforderungen sowie einer besseren Versorgung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen chronischen Erkrankungen zugeschrieben. „Mehr Bildung und fordernde berufliche Tätigkeiten erhöhen die Widerstandsfähigkeit des Gehirns gegen dementielle Erkrankungen“, erklärt Prof. Dr. Steffi Riedel-Heller, Direktorin des ISAP an der Universität Leipzig. Gleichfalls können Diabetes oder Bluthochdruck, die im engen Zusammenhang mit Demenzerkrankungen stehen, heute besser behandelt werden. Grundsätzlich gilt: „Ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung, geistiger und sozialer Aktivität, Nichtrauchen und ausgewogener Ernährung hilft nicht nur Herz-Kreislauferkrankungen vorzubeugen, sondern auch Demenz“, ergänzt Riedel-Heller. Demenz ist im Moment nicht heilbar, deshalb kommt der Prävention eine besondere Bedeutung zu.

Inwiefern kulturelle und ethnische Faktoren wie auch Umweltbedingungen oder der historische Kontext, in denen Populationen aufwachsen, Trends in der Demenzentwicklung mitbestimmen, ist bislang wenig erforscht. „Das ist jedoch ein Feld, in dem immer mehr Forschungsaktivität zu beobachten ist“, sagt Röhr. Analysen von zeitlichen Trends in Demenzraten aus verschiedenen Ländern und Kulturen tragen zum Verständnis bei, unter welchen Voraussetzungen Menschen Demenz entwickeln – und daraus können wiederum Hinweise für weitere präventive Wirkfaktoren gewonnen werden. Die absolute Anzahl an Betroffenen steigt jedoch vor allem durch die höhere Lebenserwartung weiter an. So bleibt Demenz eine der größten globalen Herausforderungen im 21. Jahrhundert. „Zu sehen, dass jeder Einzelne und auch die Gemeinschaft etwas tun kann, ist ein Lichtblick. Deshalb ist es Zeit, mehr über die Prävention von Demenz zu sprechen. Wir brauchen eine Brain Health Agenda“, schlussfolgert Riedel-Heller.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Dr. Susanne Röhr
Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP)

Prof. Dr. Steffi Riedel-Heller
Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP)

Originalpublikation:
"Is dementia incidence declining in high-income countries? A systematic review and meta-analysis" , DOI: 10.2147/CLEP.S163649.

Quelle: Pressemitteilung vom 25.10.2018
Dr. Katarina Werneburg Stabsstelle Universitätskommunikation/Medienredaktion
Universität Leipzig
https://idw-online.de/de/news704792
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Inzidenz von Demenz wohl rückläufig

Beitrag von WernerSchell » 29.10.2018, 06:55

Ärzte Zeitung vom 29.10.2018:
Industrieländer
Inzidenz von Demenz wohl rückläufig

Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig konnten in einer Studie mit rund 42.500 Teilnehmern einen Trend zu sinkenden Neuerkrankungsraten bei Demenz in westlichen Industrieländern (Clin Epidemiol. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=97 ... efpuryykqr
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Netzwerkstelle Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz

Beitrag von WernerSchell » 29.10.2018, 13:28

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Netzwerkstelle Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz

Die Netzwerkstelle „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ unterstützt lokale Hilfenetzwerke für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Zwischen 2012 und 2018 hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 500 Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz in einem Modellprogramm gefördert. Die Netzwerkstelle trägt dazu bei, die Nachhaltigkeit der Lokalen Allianzen zu sichern und neue Hilfenetzwerke vor Ort aufzubauen.

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Gemeinsam neue Wege gehen

Als Anlaufstelle bietet sie fachliche Begleitung, überregionalen Erfahrungsaustausch und begleitende Öffentlichkeitsarbeit. Sie fördert die Vernetzung untereinander und lädt zu Workshops, Fachkonferenzen und Webinaren ein. Interessierte finden unter www.lokale-allianzen.de gebündelte Informationen, Handreichungen und Praxistipps.

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Unter dem Dach der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) will die Netzwerkstelle „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ die Teilhabe von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen stärken und für den Umgang mit Demenz sensibilisieren.
Sie arbeitet eng mit den zuständigen Ministerien und Fachstellen der Länder, der Deutschen Alzheimer Gesellschaft und weiteren wichtigen Akteuren im Bereich Demenz zusammen und ergänzt damit die vorhandenen Unterstützungsangebote.

Flyer Netzwerkstelle Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz > http://www.bagso.de/fileadmin/Aktuell/P ... pt2018.pdf
Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz > http://www.bagso.de/aktuelle-projekte/n ... emenz.html
Aktuelle Veranstaltungen der Netzwerkstelle > http://www.bagso.de/aktuelle-projekte/n ... telle.html
Dokumentationen zu Veranstaltungen > http://www.bagso.de/aktuelle-projekte/n ... ungen.html


Kontakt
Netzwerkstelle „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Stefanie Adler (Projektleitung)
Tel.: 0228 / 24 99 93 -33, E-Mail: adler@bagso.de
Silke Leicht (Projektreferentin)
Tel.: 0228 / 24 99 93 -25, E-Mail: leicht@bagso.de
Nora Zorn (Projektsachbearbeitung)
Tel.: 0228 / 24 99 93 -29, E-Mail: zorn@bagso.de
Regina Koval (Projektassistenz)
Tel.: 0228 / 24 99 93 -32, E-Mail: koval@bagso.de
Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO)
Thomas-Mann-Str. 2-4
53111 Bonn

Das Projekt wird vom Bundesminsiterium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
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Weitere Informationen > http://www.bagso.de/aktuelle-projekte/n ... emenz.html
Pressemitteilung vom 29.10.2018 > http://www.bagso.de/fileadmin/Aktuell/P ... ianzen.pdf
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Schützt Bildung vor Demenz?

Beitrag von WernerSchell » 15.02.2019, 07:36

Ärzte Zeitung vom 15.02.2019:
Nur ein Mythos
Schützt Bildung vor Demenz?

Wer sein Gehirn zeitlebens fit hält und seine kognitiven Fähigkeiten trainiert, hat ein geringeres Demenzrisiko, so die verbreitete Annahme. US-Forscher wecken an der These der kognitiven Reserve nun Zweifel. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=98 ... efpuryykqr
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Neue Fachstellen für Demenz und Pflege in Bayern starten im Frühjahr 2020

Beitrag von WernerSchell » 05.11.2019, 07:47

Deutsches Ärzteblatt vom 04.11.2019:
Neue Fachstellen für Demenz und Pflege in Bayern starten im Frühjahr 2020
München – Die Versorgung von Pflegebedürftigen in Bayern soll im kommenden Jahr verbessert werden. Wie das Gesundheitsministerium gestern mitteilte, sollen am 1. April 2020 zwei neue „Fachstellen für Demenz und Pflege“ eröffnet werden. Diese würden... [mehr] > http://170770.eu1.cleverreach.com//c/31 ... 975-q0gi51
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