Neuer Leitfaden zeigt, wie die Versorgung von Pflege­bedürftigen in Schadens­lagen gelingt

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

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Neuer Leitfaden zeigt, wie die Versorgung von Pflege­bedürftigen in Schadens­lagen gelingt

Beitrag von WernerSchell » 11.11.2018, 15:50

Ambulante Versorgung in Notfällen
Neuer Leitfaden zeigt, wie die Versorgung von Pflege­bedürftigen in Schadens­lagen gelingt


Wie kann die ambulante Versorgung von Pflege- und Hilfsbedürftigen in Schadenslagen sichergestellt werden, wenn Zufahrtswege gesperrt sind und Angehörige und Pflegedienste die Betroffenen nicht erreichen können? Das IAT der Universität Stuttgart untersucht im Forschungsprojekt KOPHIS, wie die Versorgung durch strukturierte Zusammenarbeit relevanter Akteursgruppen gelingen kann.

Pflege- und hilfsbedürftige Menschen sind im Alltag häufig auf Unterstützung durch Angehörige, Nachbarn oder Pflegedienste angewiesen, erst recht aber in Schadenslagen wie bei einem Hochwasser, einem längerfristigen Stromausfall oder einem anhaltenden Wintersturm. Doch was passiert, wenn die Helferinnen und Helfer die Pflege- oder Hilfsbedürftigen nicht mehr erreichen können, weil die Zufahrtswege gesperrt oder die Kommunikationsmöglichkeiten eingeschränkt sind?

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Quelle: https://www.sifo.de/de/bewilligte-proje ... -1936.html
Bild: PhotographyByMK / Fotolia.com

Hilfeleistungssysteme orientieren sich an den Bedarfen der durchschnittlichen Bevölkerung

Die Praxis zeigt, dass es keinen Standardprozess gibt, um die ambulante Versorgung von Pflege- und Hilfsbedürftigen in Schadenslagen aufrechtzuerhalten. Die Hilfeleistungssysteme orientieren sich in der Regel an den angenommenen Bedarfen der durchschnittlichen Bevölkerung und sind nicht auf die Versorgung von Pflege- und Hilfsbedürftigen ausgelegt – obwohl diese Bevölkerungsgruppe in Deutschland stetig wächst. Zudem sind die Ressourcen der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) wie z.B. Feuerwehren, Hilfsorganisationen oder das Technische Hilfswerk (THW) begrenzt und in einer Schadenslage ohnehin stark strapaziert. Die spezifischen Bedarfe von Pflege- und Hilfsbedürftigen, die zu Hause leben, können daher nicht gedeckt werden und sind obendrein den Katastrophenschutzbehörden kaum bekannt. Auch die nötige Vernetzung zwischen den Bereichen Katastrophenschutz und Pflege fehlt meist. Das Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement IAT der Universität Stuttgart hat daher in drei Regionen in Hessen untersucht, wie die Versorgung dennoch gelingen kann. Die Studienergebnisse, konkrete Empfehlungen für die Zusammenarbeit und Anleitungen für BOS, Kommunen, Landkreise und ambulante Pflegedienste beschreibt der nun veröffentlichte Handlungsleitfaden »Zusammenarbeit erfolgreich gestalten«.

Handlungsleitfaden gibt Hilfestellungen für die erfolgreiche Vernetzung und Versorgung

Vier Aspekte sind für die erfolgreiche Versorgung besonders wichtig: 1. Die relevanten Akteursgruppen müssen sich untereinander kennen und um die Ressourcen des anderen wissen. Während die Kreisverwaltungen und die BOS bestens vernetzt sind, fehlt die Verbindung zur kommunalen Sozialverwaltung, die die Pflegeberatung in einer Kommune übernimmt. Um die ambulante Versorgung aufrechtzuerhalten, sollten die genannten Akteursgruppen 2. Netzwerke bilden und diese institutionalisieren, z. B. über gemeinsame Arbeitskreise, Netzwerktreffen und regelmäßige Übungen. Dies hilft, in Krisen die richtigen Köpfe zu kennen und schnell eine Zusammenarbeit zu etablieren. 3. Insbesondere die BOS sollten die Versorgung von Pflege- und Hilfsbedürftigen vordenken und entsprechende Maßnahmenpläne erarbeiten, idealerweise gemeinsam mit den anderen Akteursgruppen. Für die Vorbereitung hilft es, die grobe Zahl der potenziell Betroffenen über eine Faustformel zu schätzen. Und schließlich sollten die Akteursgruppen 4. die Zusammenarbeit systematisch angehen – der KOPHIS-Handlungsleitfaden zeigt wie.
Das Verbundprojekt KOPHIS wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert (FKZ 13N13870), dem Deutschen Roten Kreuz koordiniert und vom IAT der Universität Stuttgart gemeinsam mit der Katastrophenforschungsstelle der Freien Universität Berlin, dem Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und dem Zentrum für Telemedizin Bad Kissingen GmbH durchgeführt.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Veronika Zettl
Urban Data and Resilience
Fraunhofer IAO
Nobelstraße 12
70569 Stuttgart
Telefon +49 711 970-2378
E-Mail: veronika.zettl@iao.fraunhofer.de

Originalpublikation:
https://www.iao.fraunhofer.de/lang-de/i ... =1&lang=de

Weitere Informationen:
Verbundprojekt KOPHIS: https://www.kophis.de/
Download der Studie: https://www.muse.iao.fraunhofer.de/de/v ... 018-4.html

Quelle: Pressemitteilung vom 28.08.2018
Juliane Segedi Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO
https://idw-online.de/de/news701178

+++
Anmerkung von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk:
Die Informationen sollten mit bundesweiter Ausrichtung geprüft und ggf. durch geeignete Netzwerkarbeit Berücksichtigung finden. Die zuständigen Behörden im Bund bzw. NRW wurden auf das o.a. Papier aufmerksam gemacht. Die witterungsbedingten Probleme treten vermehrt auf (siehe aktuell Italien) und können wohl nicht mehr ignoriert werden. - Werner Schell
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Zukünftige Herausforderungen im globalen Katastrophenmanagement

Beitrag von WernerSchell » 11.11.2018, 15:54

UNI-BREMEN
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Zukünftige Herausforderungen im globalen Katastrophenmanagement - Internationale Konferenz der Universität Bremen zum Einsatz von Gesundheitspersonal in Krisengebieten erfolgreich
Prof. Dr. Stefan Görres richtet die fünfte Konferenz der World Society of Disaster Nursing (WSDN) in Bremen aus

Das Team des Pflegewissenschaftlers Professor Stefan Görres, Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP), Universität Bremen, richtete am 18. und 19. Oktober 2018 eine hochrangig besetzte internationale Konferenz mit 170 Teilnehmer*innen von vier Kontinenten aus. Im Vordergrund der 5th Conference of the World Society of Disaster Nursing (WSDN) stand das Thema „Zukünftige Herausforderungen für das globale Katastrophen-Risikomanagement - Evidenzbasierte Forschung und leistungsstarke Kompetenzen für Gesundheitspersonal".

Weltweit nehmen Katastrophen, verursacht durch Naturphänomene wie Erdbeben, Unwetter oder Hochwasser sowie durch Menschen gemachte Katastrophen wie Kriege und Massenunfälle zu. Dabei entsteht ein hoher Bedarf an hochqualifizierter gesundheitlicher Versorgung, denn neben der Zerstörung von Infrastruktur ist die Gesundheit der Bevölkerung am stärksten bedroht. Der Einsatz von hoch qualifiziertem und spezialisiertem Gesundheitspersonal ist daher von entscheidender Bedeutung. „Wir wissen noch zu wenig über die Arbeitsschwerpunkte, Kernaufgaben und die

Pressemitteilung vom 30.10.2018
HTTPS://WWW.PUBLIC-HEALTH.UNI-BREMEN.DE/AKTUELLES/

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"ALTENHEIM" BERICHTET AM 15.10.2018
"DIE EINSCHLÄGE KOMMEN NÄHER."
Wissenschaftler fordert Schulung von Pflegekräften für Katastrophen

Angesichts der zunehmenden Zahl von Katastrophen auf der Welt steigt nach Einschätzung des Bremer Pflegewissenschaftlers Stefan Görres der Bedarf an Pflegepersonal, das speziell auf Krisenfälle vorbereitet ist. "In Asien gibt es bereits Ausbildungen, in Europa kaum", sagte Görres dem Evangelischen Pressedienst (epd).
Doch auch in Europa gebe es zunehmend Katastrophen, wie das verheerende Unwetter vor wenigen Tagen auf Mallorca zeige: "Die Einschläge kommen näher."
… (weiter lesen unter) … http://www.altenheim.net/Infopool/Nachr ... tastrophen

Weitere Informationen zum Thema:
> https://www.kirche-oldenburg.de/aktuell ... ophen.html
> https://www.kreiszeitung.de/lokales/bre ... 31418.html
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Vorbereitung auf mögliche Krisenfälle

Beitrag von WernerSchell » 28.03.2019, 18:42

Vorbereitung auf mögliche Krisenfälle
Inneres und Heimat/Antwort

Berlin: (hib/PK) Für mögliche Krisenfälle stehen im Internet umfangreiche Informationen und Handlungsempfehlungen der zuständigen Behörden bereit. Die Bundesregierung verweist in ihrer Antwort (19/8634 http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/086/1908634.pdf http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/080/1908006.pdf ) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (19/8006 ) auf die Homepage des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) sowie, in Bezug zur kritischen Infrastruktur, auf eine Homepage des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und BBK, die unter www.kritis.bund.de abrufbar ist.
Spezifische Informationen könnten auch über die Webseiten www.ernaehrungsvorsorge.de, www.jodblockade.de sowie www.nuklearesicherheit.de abgerufen werden.
Ferner seien Informationen mobil auch über NINA (Notfall-Informations- und Nachrichten-App) abrufbar. Weitere Angebote gebe es auf Twitter und Youtube.
In Deutschland stehe zudem eine "zivile Notreserve" an Nahrungsmitteln bereit mit Reis, Hülsenfrüchten und Kondensmilch sowie in der "Bundesreserve Getreide" mit Weizen, Hafer und Roggen. Die Waren würden regelmäßig ausgetauscht. Die Vorräte reichen den Angaben zufolge je nach Versorgungsengpass für wenige Wochen bis zu mehreren Monaten.

Quelle: Mitteilung vom 28.03.0219
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Warnung und Information auf dem neuesten Stand - Update der Warn-App NINA

Beitrag von WernerSchell » 10.04.2020, 06:42

Die neue Version 3.0 der Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes, kurz Warn-App NINA, ist ab sofort verfügbar. Die vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) herausgegebene App bietet neben aktuellen Informationen zu Covid-19 und geographisch genaueren Warnungen auch einen verbesserten barrierefreien Zugang. Dazu informiert die nachfolgende Pressemitteilung:


Warnung und Information auf dem neuesten Stand - Update der Warn-App NINA

Für alle Bürgerinnen und Bürger steht ab heute die neue Version 3.0 der Notfall-Informations- und Nachrichten App (kurz Warn-App NINA) zur Verfügung. Die vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) betriebene App bietet ab sofort geographisch genauere Warnungen, verbesserte Darstellungen und nutzeroptimierte Informationsmeldungen.

BBK-Präsident Christoph Unger betonte im Rahmen des Relaunch: "Die neue Version unserer App steht ab sofort zur Verfügung. Innerhalb der nächsten Wochen werden wir das System weiter deutlich ausbauen und die technische Nutzbarkeit optimieren. So haben wir eine umfassende und schnelle Möglichkeit die Menschen in Deutschland unmittelbar zum Corona-Geschehen zu informieren. Jede Bürgerin und jeder Bürger sollte sich daher unsere Warn- und Informations-App herunterladen."

Barrierefrei, neues Design und verbesserte Zielgenauigkeit für die Nutzerinnen und Nutzer

Neben einem neuen Design und einer optimierten Darstellung der Warnmeldung beinhaltet die neue Version diverse Neuerungen für die Nutzerinnen und Nutzer: So wurde unter anderem darauf geachtet, dass die App möglichst barrierefrei anwendbar ist. Kern der Verbesserungen der Version 3.0 ist aber die Möglichkeit der geographisch genaueren Warnung: Nun können Nutzerinnen und Nutzer den Standort, für den sie Informationen und Warnungen erhalten wollen, geografisch auf eine Gemeinde oder sogar einen Umkreis von neun oder einem Quadratkilometer eingrenzen. Wie bisher können auch Warnungen für gesamte Landkreise abonniert werden. Zudem wurde in der Version für Android-Systeme eine Tab-Bar eingeführt.

Der NINA-Helpdesk, an den sich Nutzerinnen und Nutzer zum Beispiel bei technischen Fragen wenden können, ist ab sofort unter der kostenfeien Rufnummer 0800 664 711 9 erreichbar.

Warnung der Bevölkerung als Aufgabe des Zivil- und Katastrophenschutzes

Nach dem Gesetz über den Zivilschutz und die Katastrophenhilfe des Bundes (ZSKG) gehört zu den Aufgaben des BBK, die Bevölkerung zu warnen. Seit 2013 stellt das BBK daher die Warnungs-Infrastruktur den Bundesländern bis auf die kommunale Ebene und die unteren Katastrophenschutzbehörden zur Verfügung. Das Modulare Warnsystem (MoWaS) wurde vom BBK für dessen originäre Aufgabe im Zivilschutz entwickelt. Die Länder nutzen diese Möglichkeit für Warnzwecke des Katastrophenschutzes - zum Beispiel um vor einer Kampfmittelräumung oder einem Brand zu warnen. Das System kombiniert dabei bedarfsgerecht eine wachsende Zahl verschiedener Warnmultiplikatoren (z.B. Fernsehen, Radio, digitale Displays, Apps usw.), um die Bevölkerung gezielt, schnell und wirksam zu warnen. Die Warn-App NINA ist dabei also nur ein Multiplikator, der über aktuelle Gefahren und mögliche Selbstschutzmaßnahmen informiert.

Aktuelle Informationen zu Covid-19

Unter dem Navigationspunkt "Notfalltipps" wurden bereits vor einigen Wochen erste Informationen zur Corona-Lage in die Warn-App NINA aufgenommen. Der Bereich wurde zwischenzeitlich um die Hotline-Nummern auf Bundes- und Länderebene sowie um die zentralen Informationsseiten der Länder im Internet zur Corona-Lage erweitert. Auch die Nummern des Kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes sowie der verschiedenen Telefonseelsorge-Anbieter wurden dort veröffentlicht. Außerdem wurden in einer Warnmeldung im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) bundesweite Gefahreninformationen zur Corona-Lage veröffentlicht und mittlerweile zweimal aktualisiert.

Weitere Informationen zu NINA finden Sie auf der Webseite des BBK: https://www.bbk.bund.de/NINA
Die neue Version der Notfall-Informations- und Nachrichten App (NINA) des Bundes ist ab sofort verfügbar.
Für Rückfragen stehen wir gerne Ihnen unter pressestelle@bbk.bund.de zur Verfügung.

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Quelle_ Pressemitteilung vom 09.04.2020
Sabina Libertini
Sachbearbeiterin
Präsidialbüro/ Pressestelle
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Provinzialstraße 93, 53127 Bonn
Telefon: +49 22899 550-1141
Fax: +49 22899 10550-1020
E-Mail: sabina.libertini@bbk.bund.de
Internet: www.bbk.bund.de
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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