OP-Barometer 2017: Kliniken mit großen OP-Bereichen haben mehr Schwierigkeiten

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OP-Barometer 2017: Kliniken mit großen OP-Bereichen haben mehr Schwierigkeiten

Beitrag von WernerSchell » 14.02.2018, 07:55

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OP-Barometer 2017: Kliniken mit großen OP-Bereichen haben mehr Schwierigkeiten
Befragung der Frankfurt UAS von OP- und Anästhesie-Pflegekräften/Mitarbeiterunzufriedenheit lässt Leistungsfähigkeit sinken

Personalknappheit, schlechte Organisationsstrukturen und Defizite in der Unternehmenskultur bewirken nach ersten Erkenntnissen des OP-Barometers 2017 ein Sinken der Leistungsfähigkeit in deutschen OP-Sälen. „Der OP-Saal ist der Motor eines Krankenhauses. Wenn dieser stottert, dann bedeutet es eine Gefährdung für die gesamte Einrichtung“, sagt Prof. Thomas Busse, Direktor des Zentrums für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR) der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS), der die Studie zum sechsten Mal durchführt. Mehr als 1.950 Mitarbeitende aus den Bereichen OP-Pflege und Anästhesie-Pflege nahmen an der Befragung teil, eine Steigerung von fast 14 % im Verhältnis zur Befragung 2015. In diesem Jahr beteiligten sich u.a. Mitarbeitende von rund einem Viertel der deutschen Universitätsklinika, was laut Busse verstärkte Problemstellungen gerade in größeren Krankenhäusern signalisiere.

„Nach der Datenlage aus dem OP-Barometer 2017 scheint es große Unterschiede im Hinblick auf Personal, Organisation und Patientengefährdung in den unterschiedlichen Krankenhäusern zu geben. Manche Krankenhäuser haben in den letzten Jahren ihre Hausaufgaben gemacht, nämlich Organisationsabläufe optimiert oder beispielsweise Hygienemängel abgestellt, anderen ist dies wohl nicht gelungen. Es ist den Patientinnen und Patienten daher anzuraten, genau hinzuschauen, in welchem Krankenhaus sie sich operieren lassen“, resümiert Busse. „Gerade OP- und Anästhesie-Pflegekräfte aus großen Kliniken mit neun bis 12 oder über 12 Sälen schätzen die eigene Leistungsfähigkeit negativer ein als Mitarbeitende kleinerer OP-Bereiche mit bis zu acht Sälen. Gründe hierfür dürften in großen OP-Bereichen im Wesentlichen in strukturellen Defiziten im Hinblick auf die Personalführung und -ausstattung liegen.“

Einschätzung der Patientengefährdung bleibt konstant

Als wesentliche Essenz des OP-Barometers 2017 lässt sich feststellen, dass mehr als 47 % der Befragten angeben, dass aus ihrer Sicht die Gefährdung der Patientinnen und Patienten in den letzten zwei Jahren zugenommen hat. Von den befragten Mitarbeitenden aus großen OP-Bereichen traf über die Hälfte diese Aussage. Der prozentuale Anteil der Befragten, die diese Aussage getroffen haben, ist im Vergleich zu den früheren Befragungen in etwa konstant geblieben, eine Verbesserung seit dem Jahr 2015 ist somit kaum eingetreten. Im Jahr 2015 trafen beispielsweise noch 48 % der Befragten diese Aussage. Folgende Gründe werden im OP-Barometer 2017 genannt: Nur ca. 28 % der Befragten empfinden, dass sie genügend Pflegepersonal haben, um die wachsenden Anforderungen zu bewältigen. Dabei waren es bei großen OP-Bereichen mit über 12 Sälen sogar nur 21 %. Rund 65 % aller Befragten bemängeln eine sehr hohe Krankenquote und fast die Hälfte attestiert eine hohe Fluktuationsrate bei neuen Mitarbeitenden. Rund 38 % der Befragten sehen sich in ihrem OP-Bereich in der täglichen Arbeit sogar mit dem Thema Mobbing konfrontiert.

Mangelndes Vertrauen in den eigenen OP-Bereich

Das Vertrauen in die eigene Qualität scheint in einigen OP-Bereichen nicht besonders ausgeprägt zu sein. So würden sich nur etwa 62 % aus fachlicher Hinsicht in ihrem OP operieren lassen, am wenigsten würde dies das Pflegepersonal der großen Kliniken mit über 12 Sälen tun. Aus dem Blickwinkel der Organisation würde nur rund die Hälfte der Befragten ihr Krankenhaus für eine OP empfehlen. Dabei sind es vor allem die Mitarbeitenden der großen Kliniken, die den Organisationsgrad ihrer OP-Bereiche als eher nicht gut einschätzen, was sich insbesondere dort in höheren unproduktiven Wartezeiten oder einer schlechten OP-Plangestaltung ausdrückt“ erklärt Busse.

Die Sterilgutversorgung wird seit 2011 eher positiv wahrgenommen: Während im Jahr 2011 noch rund 44 % die Sterilgutversorgung als problematisch einschätzten, taten dies 2017 nur noch rund 34 %. Immerhin 60 % aller Befragten sagten aus, dass die Hygienerichtlinien in ihrem OP-Saal streng eingehalten würden und 76 % gaben an, die Patientensicherheit sei in ihrem OP ein wichtiges Thema. Hier zeichneten vor allem die kleineren OP-Bereiche mit bis zu acht Sälen ein positives Bild. „Hygiene im Krankenhaus ist ein sensibles Thema, deshalb wird in den OP-Bereichen verstärkt viel Wert darauf gelegt“, so Busse. „Zufrieden kann man allerdings erst sein, wenn die Hygienerichtlinien zu 100 Prozent streng eingehalten werden, gleiches gilt für das Thema Patientensicherheit.“

Mit ihrem Arbeitsplatz zufrieden sind ca. 61 % der Befragten. Die Zufriedenheit hat seit 2011, als noch 71 % der Befragten dies angaben, allerdings kontinuierlich abgenommen. Rund die Hälfte der Teilnehmenden äußerte, dass ihre Arbeit von der Krankenhausleitung nicht anerkannt werde.

Das OP-Barometer ist eine alle zwei Jahre von der Frankfurt University of Applied Sciences durchgeführte Befragung zur Arbeitssituation von Pflegekräften im Operations(OP)- und Anästhesie-Bereich an deutschen Krankenhäusern.

Die aufbereiteten Ergebnisse des OP-Barometers 2017 können ab der 7. KW unter http://www.frankfurt-university.de/fors ... itute/zgwr... abgerufen werden.

Weitere Informationen zum Zentrum für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR) der Frankfurt UAS unter: http://www.frankfurt-university.de/zgwr

Kontakt: Frankfurt University of Applied Sciences, ZGWR Zentrum für Gesundheitswirtschaft und -recht, Prof. Thomas Busse, E-Mail: busse.thomas@fb4.fra-uas.de
Weitere Informationen:
http://www.frankfurt-university.de/zgwr

Quelle: Pressemitteilung vom 05.02.2018
Nicola Veith Pressestelle
Frankfurt University of Applied Sciences
http://www.frankfurt-university.de/ziel ... eiten.html
https://idw-online.de/de/news688668
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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WernerSchell
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Personalbemessung – auch im OP ein drängendes Thema

Beitrag von WernerSchell » 18.04.2018, 08:30

Personalbemessung – auch im OP ein drängendes Thema

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) weist anlässlich der morgen in Berlin beginnenden ‚DBfK-Fortbildungstage für Pflegeberufe im Operationsdienst‘ auf die in vielen OP-Bereichen der Krankenhäuser herrschende Personalknappheit hin. „Personalmangel mit gravierenden Auswirkungen für Patienten und die Gesundheit der Beschäftigten – das ist nicht nur ein Thema auf den bettenführenden Stationen, sondern auch in Operationssälen und weiteren Funktionsbereichen der Kliniken. Es muss dringend angegangen werden“, fordert DBfK-Sprecherin Johanna Knüppel. „Die Tätigkeit im Operationssaal ist harte körperliche Arbeit, verbunden mit hoher Anspannung und Konzentration. Zeitdruck, enge Taktung der Wechsel und immer weiter steigende Leistungsanforderungen gehören seit Jahren zum Alltag in der OP-Pflege. Gerade der OP-Bereich ist in den Kliniken maximal durchökonomisiert und soll viel Geld erwirtschaften. Leider wird die Personalbemessung diesem Anspruch und den umfangreichen OP-Plänen häufig keineswegs angepasst. Viele Überstunden, hoher Arbeitsanfall während der Bereitschaftsdienstzeiten und unzuverlässige Dienstpläne führen zu dauerhafter Überlastung, hohen Krankenständen und Motivationsverlusten bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Kommen dann noch Organisationsmängel und Defizite in der Unternehmenskultur hinzu, verliert der Arbeitsplatz OP enorm an Anziehungskraft – gerade bei dem dringend benötigten beruflichen Nachwuchs. Kein Krankenhaus kann sich das dauerhaft leisten.“

Der DBfK fordert deshalb von Krankenhausleitungen:

• Sorgen Sie für eine quantitativ wie qualitativ gute Personalbemessung in den Funktionsbereichen, insbesondere in OP und Anästhesie.
• Stellen Sie Organisationsmängel ab, die zu unnötigen Wartezeiten, schlecht organisierten Abläufen, mangelhaften Absprachen, vorauszusehenden Verzögerungen und Reibungsverlusten führen. Dies ist häufig eine Frage von Disziplin aller Beteiligten, die auch konsequent eingefordert werden darf und muss.
• Gewährleisten Sie sichere Schnittstellen und Übergänge der Versorgung, innerhalb der Klinik wie auch von und nach extern. Gerade an solchen Stellen sind das Patientenrisiko und das Risiko eines Versorgungsbruches und kommunikativer Missverständnisse besonders groß.
• Schaffen und fördern Sie eine gute und wertschätzend gelebte Unternehmenskultur in allen Bereichen des Krankenhauses. Das beinhaltet den respektvollen Umgang aller Beschäftigten und Berufsgruppen untereinander, Zusammenarbeit auf Augenhöhe sowie eine sinnvolle und sichere interne Kommunikation.
• Gehen Sie aktiv auf Pflegeschülerinnen und –schüler zu, laden sie zu praktischen Ausbildungseinsätzen in einem Funktionsbereich ein und sichern Sie damit Ihren beruflichen Nachwuchs für diese so wichtigen Arbeitsfelder.

Wie groß inzwischen die Unzufriedenheit mit dem Arbeitsplatz OP bei vielen Beschäftigten ist, hat das kürzlich veröffentlichte OP-Barometer 2017 ergeben. Im Vergleich zur vorherigen Befragung (2015) zeigt sich, dass die Probleme zunehmen und die Fluktuation ansteigt. Aus den Antworten geht allerdings auch hervor: Es gibt durchaus Krankenhäuser, die in Bezug auf Patienten- und Mitarbeiterorientierung sowie Organisation und Strukturen gute Ergebnisse zeigen und ihre Hausaufgaben gemacht haben. Der zunehmende Fachkräftemangel wird auch hier mittelfristig die Spreu vom Weizen trennen und schlecht aufgestellte Kliniken in Schwierigkeiten bringen.

Am morgigen Donnerstag, 19. April, beginnen im CityCube Berlin wieder die traditionellen DBfK-Fortbildungstage für Pflegeberufe im Operationsdienst. Ebenso wie der parallel stattfindende Chirurgenkongress stehen sie unter dem zentralen Motto: Tradition – Innovation – Globalisierung. Vor diesem Hintergrund wird nichtärztlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in OP- und weiteren Funktionsbereichen der Krankenhäuser ein breites Spektrum an Themen und Workshops angeboten.

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK)
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin
Tel.: 030-2191570
Fax: 030-21915777
dbfk@dbfk.de
www.dbfk.de

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ist die berufliche Interessenvertretung der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Der DBfK ist deutsches Mitglied im International Council of Nurses (ICN) und Gründungsmitglied des Deutschen Pflegerates (DPR). Mehr Informationen über den Verband und seine internationalen und nationalen Netzwerke finden Sie auf der Homepage www.dbfk.de. Für Interviewwünsche oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte per E-Mail an presse@dbfk.de oder rufen Sie uns unter 030-219157-0 an.

Quelle: Pressemitteilung vom 18.04.2018
Johanna Knüppel | Referentin | Redaktion DBfK Aktuell | Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V.
www.dbfk.de | Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin | Fon 030-219157-0 | Fax 030-219157-77 | Umsatzsteuer Id.Nr. DE 114235140
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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WernerSchell
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Besseres Arbeitsklima könnte jeden zwölften Infarkt verhindern

Beitrag von WernerSchell » 18.12.2018, 07:16

Ärzte Zeitung vom 18.12.2018
Mobbing und Gewalt
Besseres Arbeitsklima könnte jeden zwölften Infarkt verhindern

Wer unter Mobbing oder Gewalt am Arbeitsplatz leidet, hat ein stark erhöhtes Risiko für Infarkte. Häufig betroffen: Sozialarbeiter, Lehrer – und Gesundheitsberufe. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=97 ... efpuryykqr
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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