Entlastung für pflegende Angehörige von Demenzkranken

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Entlastung für pflegende Angehörige von Demenzkranken

Beitrag von Presse » 18.11.2009, 12:09

Ermutigende Ergebnisse:
Pflegende Angehörige von Demenzkranken können nachweislich entlastet werden

Am 17. November 2009 fand mit rund 100 Teilnehmern die Abschlusstagung des Modellprojektes "Entlastungsprogramm bei Demenz - EDe" in der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (bei Koblenz) statt. Das Projekt wurde von 2006 bis 2009 vom Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) gefördert und im Kreis Minden-Lübbecke (NRW) durchgeführt. Dort nahmen rund 300 Familien, in denen ein an Demenz erkrankter Mensch versorgt wird, an dem Projekt teil. Sie wurden von neun eigens geschulten Pflegefachkräften mehrfach zu Hause besucht, begleitet und beraten. Die Ergebnisse des Projektes wurden jetzt präsentiert.

Eine Grundlage der Unterstützung bestand in der möglichst genauen Einschätzung der jeweiligen Belastung des pflegenden Angehörigen. Es konnte gezeigt werden, dass mit dem Einsatz von EDe die teilnehmenden Familien nachweislich entlastet und die häusliche Pflegesituation stabilisiert werden konnten.

"Wir freuen uns über diese eindeutigen und ermutigenden Ergebnisse für Familien, die von Demenz betroffen sind, und hoffen doch sehr, dass unsere Ansätze von der Gesundheitspolitik aufgenommen werden", sagte Prof. Frank Weidner vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) in Köln, der die Leitung der wissenschaftlichen Begleitung des Projektes innehatte. Er hob hervor, dass Beratungsbesuche in der Häuslichkeit und professionell arbeitende Gesundheitsberater zentrale Bestandteile von Entlastungsprogrammen sein müssen. "Wir konnten u. a. zeigen, dass die Familien viel besser mit den demenzbedingten Verhaltensweisen umgehen konnten und sich durch die häusliche Beratung emotional unterstützt sahen", so Weidner weiter.

Hanka Bendig vom Projektförderer GKV-Spitzenverband sprach von einem Projekt mit zukunftsweisenden Ergebnissen für die Weiterentwicklung der Pflegeversicherung. Sie wies darauf hin, dass die Ergebnisse jetzt im Spitzenverband diskutiert werden. Ursula Laag, wissenschaftliche Mitarbeiterin im dip, stellte die komplexen Zusammenhänge in der häuslichen Pflege dar und hob hervor, "dass deswegen auch die Angebote komplex und zugleich flexibel anpassbar sein müssten, um die individuellen Bedarfe der Familien zu treffen." Erstmals wurden im Modellprojekt EDe konsequent verschiedene Konzepte der Qualifikation, Beratung, Einschätzung, Schulung und Unterstützung in einem Entlastungsprogramm zusammengeführt. Die daraus resultierenden individuellen Unterstützungsangebote für die Familien haben sich nachweislich positiv ausgewirkt.

"Die Familien haben durch das Projekt erheblich mehr zeitliche Freiräume, die so genannten Pflegemoratorien, genutzt", sagte Projektleiter Hartmut Emme von der Ahe von den Paritätischen Sozialdiensten aus Minden. "Das haben viele Angehörige als eine Art Schonzeit empfunden, in denen sie nicht verantwortlich seien", so Emme von der Ahe in Bezug auf konkrete Aussagen von Projektteilnehmern weiter.

Projektträger und wissenschaftliche Begleitung konnten auf der Grundlage der Ergebnisse zahlreiche Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung geben. So wird für die zukünftige Entlastung von Familien, in denen ein an Demenz erkrankter Mensch lebt und versorgt, wird empfohlen, Beratungs-, Schulungs- und Unterstützungskonzepte ineinander verzahnt einzuführen. Außerdem empfehlen die Experten die Förderung der Professionalität von Beraterinnen und Beratern durch zielgruppenorientierte Qualifikationsmaßnahmen. Nicht zuletzt haben sich die Angebote von wiederholten Hausbesuchen in den betroffenen Familien bewährt und werden als ein wichtiges Element der Stabilisierung komplexer Bedarfslagen gesehen.

In drei Workshops wurden am Nachmittag der Abschlusstagung einzelne Bestandteile des Entlastungsprogramms näher beleuchtet und diskutiert. Dabei wurde unter anderem der in Minden-Lübbecke eingesetzte Fragenkatalog zur Einschätzung der Belastung BIZA-D-M (Berliner Inventar zur Angehörigenbelastung bei Demenz - Version Minden) näher vorgestellt. Das BIZA-D-M wurde für das Projekt EDe weiterentwickelt und in eine EDV-Fassung gebracht, die direkt bei den Familien zu Hause eingesetzt werden konnte. Ebenfalls wurde die im Modellprojekt neu entwickelte Schulungsreihe für pflegende Angehörige vorgestellt.

Gegenstand der Diskussionen auf der Tagung waren insbesondere die Hintergründe und Grundlagen der eingesetzten Konzepte, die konkreten Erfahrungen der Projektbeteiligten sowie die zukünftigen Anwendungsmöglichkeiten in der Praxis. Die Tagungsunterlagen werden kurzfristig über die Homepage http://www.projekt-ede.de herunterladbar sein. Der komplette Projektbericht wird voraussichtlich in 2010 veröffentlicht.

Träger des Projektes ist die PariSozial gemeinnützige Gesellschaft für paritätische Sozialdienste mbH im Kreis Minden-Lübbecke. Weitere Kooperationspartner in der Region Minden-Lübbecke sind ambulante Pflegedienste, Pflegekassen, der Medizinische Dienst der Krankenversicherung sowie Anbieter von sozialen Dienstleistungen in der Modellregion Minden-Lübbecke.

Die wissenschaftliche Begleitung wurde vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) durchgeführt. Das gemeinnützige dip beschäftigt rund zwanzig Mitarbeiter/innen. Zum Angebot des dip gehört das gesamte Spektrum der Forschung, Entwicklung, Evaluation, Beratung, wissenschaftlichen Begleitung und Gutachtenerstellung im Pflege- und Gesundheitswesen. Es ist ein Institut an der Katholischen Hochschule NRW (KatHO NRW) in Köln und betreibt einen weiteren Standort an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) bei Koblenz.

Kontakt:
Ursula Laag, Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e. V., Köln
Tel: 0221 / 4 68 61 - 54

Weitere Informationen:
http://www.projekt-ede.de - Homepage des Projektes EDe

Quelle: Pressemitteilung vom 18.11.2009
Ursula Laag, Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.V.

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news344737

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„Entlastungsprogramm bei Demenz“ (EDe)

Beitrag von Presse » 28.06.2010, 17:25

Schulungsreihe „Mit Altersverwirrtheit umgehen“ veröffentlicht
Neues Pflegekurskonzept stellt die Bedürfnisse der pflegenden Angehörigen in den Mittelpunkt


Köln und Minden, 28. Juni 2010. Pflegende Angehörige von Demenzerkrankten sind oft vor große Herausforderungen gestellt. Sie müssen häufig erst lernen, wie sie mit der zunehmenden Altersverwirrtheit ihrer Angehörigen umgehen können. Jetzt wurde in Minden eine neu entwickelte Schulungsreihe „Mit Altersverwirrtheit umgehen“ der Öffentlichkeit vorgestellt, die zuvor erfolgreich erprobt wurde. Das entsprechende Projekt „Entlastungsprogramm bei Demenz“ (EDe) in der Trägerschaft der PariSozial in Minden-Lübbecke wurde durch den Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) gefördert. Die wissenschaftliche Begleitung wurde vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung e.V.(dip) sichergestellt.

Die neu entwickelte Schulungsreihe wurde sowohl in Gruppen- als auch in häuslichen Einzelschulungen erfolgreich angewendet. Projektleiter Hartmut Emme von der Ahe hob hervor: „Wir freuen uns, allen Interessierten ein Konzept für Pflegekurse zur Verfügung stellen zu können, dass fachliche Inhalte, methodische Hinweise, Präsentationsfolien und Teilnehmerinformationen enthält.“ Zentrales Kursziel ist das Verstehen der veränderten Verhaltensweisen der an Demenz erkrankten Menschen, um den Alltag mit ihnen besser bewältigen zu können. Dabei sollen die Angehörigen wieder lernen, auch eigenen Bedürfnissen nachzugehen. In die Entwicklung der Schulungsreihe sind sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse als auch viele praktische Erfahrungen aus Pflegekursen eingeflossen. „Wir haben uns dabei konsequent an den Bedürfnissen der pflegenden Angehörigen orientiert“ berichtete Ursula Laag, wissenschaftliche Mitarbeiterin im dip.

Im Projekt EDe, das von 2006 bis 2009 durchgeführt wurde, nahmen mehr als 300 Familien teil, in denen ein demenzerkrankter Mensch lebt und gepflegt wird. Viele konnten durch das Projekt nachweislich entlastet werden. Neben Beratungen und zeitlichen Freiräumen waren die Angehörigenschulungen nach dem neuen Schulungskonzept wesentliche Faktoren, die zur Stabilisierung der häuslichen Pflegesituation führten. Das Kurskonzept ist so angelegt, dass es auch von unerfahrenen Kursleitern genutzt werden kann. Ab sofort steht es auf der Projekt-Homepage http://www.projekt-ede.de bereit. Der kostenlose Download erfolgt über ein Passwort.

Der Abschlussbericht zum Projekt EDe kann ebenfalls kostenlos unter http://www.projekt-ede.de sowie unter http://www.dip.de heruntergeladen werden.

Das gemeinnützige Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) ist ein Institut an der Katholischen Hochschule NRW (KatHO NRW) in Köln und betreibt einen weiteren Standort an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) bei Koblenz. Es beschäftigt rund 20 Mitarbeiter/innen in vier Abteilungen.

Quelle: Pressemitteilung vom 28.06.2010
Kontakt: Ursula Laag, Tel: 0221/ 46861-54; u.laag@dip.de und
Hartmut Emme von der Ahe, Tel: 0571/3982543. info@projekt-ede.de

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Pflegende Angehörige von Demenzkranken unterstützen

Beitrag von Presse » 21.09.2011, 13:44

Pflegende Angehörige von Demenzkranken frühzeitig unterstützen

Projektabschluss: Rund 100 betroffenen Familien konnte beispielhaft geholfen werden.

In Minden (NRW) fand jetzt die Abschlusstagung des Modellprojektes „Entlastungsprogramm bei Demenz – EDe II“ statt. Das Projekt wurde von 2009 bis 2011 vom GKV-Spitzenverband im Rahmen des Modellprogramms zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung gefördert und im Kreis Minden-Lübbecke durchgeführt. Dort nahmen rund 100 Familien, in denen ein an Demenz erkrankter Mensch der so genannten Pflegestufe 0 lebt, an dem Projekt teil. Sie wurden von eigens geschulten Pflegefachkräften mehrfach zu Hause besucht, begleitet und beraten. Die Ergebnisse des Projektes wurden jetzt präsentiert. Es konnte gezeigt werden, dass mit dem Einsatz von EDe II die teilnehmenden Familien frühzeitig mehr Hilfen in Anspruch genommen haben und dass ihr Alltag effektiv unterstützt werden konnte. Auf der gut besuchten Abschlusstagung wurden die Ergebnisse des Projektes in Vorträgen sowie mit kurzen Filmen präsentiert.

„Wir haben in diesem Projekt viel gelernt über die Unterstützungsbedarfe dieser Familien und sehen uns darin bestätigt, dass man frühzeitig, also bereits mit der Feststellung der Diagnose Demenz, mit der gezielten Unterstützung beginnen muss “, sagte Prof. Frank Weidner vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) in Köln, der die Leitung der wissenschaftlichen Begleitung des Projektes innehatte. Er zeigte sich überzeugt davon, dass regelmäßige Beratungsbesuche in der Häuslichkeit zur Regelleistung in der Pflegeversicherung werden müssen. Projektleiter Hartmut Emme von der Ahe vom Projektträger der PariSozial Minden-Lübbecke freute sich über die gewonnenen Erkenntnisse im Projekt: „Wir konnten u. a. zeigen, dass die Möglichkeiten der Familien über die Erkrankung zu sprechen erheblich verbessert wurden und dass sie viel besser mit den demenzbedingten Verhaltensweisen ihrer Angehörigen umgehen konnten“.

Ursula Laag, wissenschaftliche Projektmitarbeiterin, stellte die Situation in den Familien und die Hilfen durch die Beratung dar und wies darauf hin, „dass die Beraterinnen als kompetente und vertraute Ansprechpartnerinnen für die Familien extrem wichtig waren.“ Eine Grundlage der Unterstützung bestand in der möglichst genauen Einschätzung der jeweiligen Situation in den Familien. Dabei wurden die demenzerkrankten Angehörigen aktiv in die Beratung einbezogen. Besonders wichtig war auch das spezielle Angebot „Frühdemenz“ in der Region. Die eingesetzten Konzepte zur Qualifikation, Beratung, Einschätzung, Schulung und Unterstützung hatten sich bereits im Vorprojekt EDe I, das von 2006 bis 2009 ebenfalls in Minden durchgeführt wurde, für Familien mit demenzerkrankten Angehörigen der Pflegestufen 1 bis 3 bewährt.

Projektträger und wissenschaftliche Begleitung konnten auf der Grundlage der neuen Projektergebnisse zahlreiche Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung geben. So wird für die Alltagsbewältigung von Familien, in denen ein Angehöriger im frühen Stadium der Demenz lebt, empfohlen, die Kommunikationsfähigkeiten über die Erkrankung innerhalb der Familie und im Umfeld zu fördern. Außerdem empfehlen die Experten die Zugänge zu den Familien zu verbessern, so dass sie möglichst frühzeitig Hilfen erhalten. Nicht zuletzt sollten die Mittel der Pflegeversicherung ausgeweitet und die Familien darin unterstützt werden, sie zu nutzen.

Die Tagungsunterlagen werden kurzfristig über die Homepage http://www.projekt-ede.de herunterladbar sein. Der komplette Projektbericht wird voraussichtlich Anfang 2012 veröffentlicht.

Träger des Projektes ist die PariSozial gemeinnützige Gesellschaft für paritätische Sozialdienste mbH im Kreis Minden-Lübbecke. Weitere Kooperationspartner in der Region Minden-Lübbecke sind ambulante Pflegedienste, Pflegekassen, der Medizinische Dienst der Krankenversicherung sowie Anbieter von sozialen Dienstleistungen in der Modellregion Minden-Lübbecke.

Die wissenschaftliche Begleitung wurde vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) durchgeführt. Es ist ein Institut an der Katholischen Hochschule NRW (KatHO NRW) in Köln und betreibt einen weiteren Standort an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) bei Koblenz.

Kontakt: Ursula Laag, Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e. V., Köln, Tel: 0221 / 4 68 61 - 54, u.laag@dip.de

Quelle: Pressemitteilung vom 21.09.2011
Prof. Dr. Frank Weidner Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.V.
http://idw-online.de/de/news441819

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