KDA-Jammerportal - Keine Hilfe für Pflegekräfte!

Pflegespezifische Themen; z.B. Delegation, Pflegedokumentation, Pflegefehler und Haftung, Berufsrecht der Pflegeberufe

Moderator: WernerSchell

Cicero
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Pflegekräfte brauchen keine Meckerecke

Beitrag von Cicero » 14.01.2008, 12:22

Pflegekräfte brauchen keine Meckerecke

Es spricht nichts dagegen, wenn das KDA per Forum eine Art "Lehrbuch" bietet, damit sich Pflegekräfte fort- und weiterbilden können. Dass eine solche Bildungsaktion aber mit staatlicher Förderung abläuft, kann nicht nachvollzogen werden. Es gibt genügend Literatur zum Thema, siehe Thieme, Urban & Vogel, Schlütersche, Vincentz usw.
Die Pflegekräfte wissen im Übrigen, wieso es zu Mängeln in den Heimen und Krankenhäusern kommt. Sie können nicht gut und angemessen pflegen, weil der Arbetsdruck sie schlicht daran hindert. Es wurde hier im Forum schon wiederholt geäußert, dass es in der Heimpflege mindestens 20% Personal fehlt. Der Heimträgerfunktionär Meurer bezeichnet mittlerweile 15% der Heimbetreiber als "Saubären".
Sich über all darüber zu äußern zu beschweren, bedarf es keines Forums. Die Unzulänglichkeiten sind doch allseits bekannt. Herr Fussek und andere beschreiben sie seit vielen Jahren. Das KDA sollte überzeugender wirken und endlich mit seiner Kompetenz (einmal unterstellt), die Ministerialen und Politiker darüber informieren, was geändert werden muss, um ordentlich pflegen zu können. Dabei könnte ich mir auch Hinweise dargestalt vorstellen, dass die Pflegereform völlig unzureichend ist.
Dass das KDA und seine Helfershelfer das jetzt eingerichtete Forum als hilfreich, sogar als notwendig beschreiben, ist als als interessengeleitete Darstellung einzuordnen. Sie verändert nichts an der hier und anderswo geäußerten berechtigten Kritik.

Cicero
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Lutz Barth
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Befürworter sind keine Helfershelfer!

Beitrag von Lutz Barth » 14.01.2008, 15:29

Der Hinweis darauf, dass sich seit Jahren besonders engagierte Pflegekritiker sich des Problems annehmen, ändert freilich nichts an der Tatsache, dass das Problem der teilweise defizitären Umstände speziell in der Altenpflege durchaus auch selbst durch die unmittelbar betroffene Berufsgruppe aufgearbeitet werden kann. Es geht daher um die Etablierung einer neuen Fehlerkultur. Diejenigen, die ganz generell die Berichts-, Fehler- und Lernsysteme als notwendiges Instrument erachten, sind beileibe keine Helfershelfer im Dienste des KDA, sondern erachten eben derartige Berichtssysteme als einen notwendigen Beitrag zum Risikomanagement im weitesten Sinne und von daher erscheint mir auch die Projektförderung durch den Bund als sinnvoll, zumal eine Evaluierung beabsichtigt ist.

Eine diesseitige Bewertung der Berichts- und Lernsysteme ist weder interessengeleitet, noch hängen die Befürworter ihre Fahne in den ideologischen Wind einer bestimmten Institution oder Vereins. Es geht einzig darum, den Wert solcher Berichtssysteme zu erkennen, ohne dass gleich die Berichtenden aufgerufen sind, den Staatsanwalt aufzusuchen oder andere Kollegen öffentlich zu brandmarken. Denn nicht jedes kritische Ereignis in der Pflege stellt sich in der Konsequenz als strafbare Handlung dar, mögen dies auch die Kritiker anders sehen.

Mfg.
Lutz Barth

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KDA-Portal statt strukturelle Veränderungen

Beitrag von Cicero » 14.01.2008, 16:50

Vorbild für das KDA-Portal war offensichtlich das im ärztlichen Bereich genutzte Portal zur Aufarbeitung kritischer Ereignisse. Dieses ärztliche System hat aber eine völlig andere Ausgangsbasis: Im ärztlichen Bereich stimmen grundsätzlich die Rahmenbedingungen, es gilt insoweit nicht grundsätzlich an der Struktur zu arbeiten, Ärztemangel gibt es nicht. Daher kann bei dem ärztlichen System wirklich über Fehler diskutiert werden, die hier und da auftauchen und durch Érfahrungsaustausch minimiert werden können. Eigentlich ist auch dieses System überflüssig, weil es zahlreiche andere Aktivitäten gibt, ärztliche Fehler abzubauen, zu vermeiden.
Im pflegerischen Bereich, vor allem im Heimbereich, geht es vorrangig um gravierende strukturelle Probleme. Daraus resultieren fast alle Fehler, die es zu erörtern gibt. Diese Fehler brauchen aber die Pflegekräfte nicht zu diskutieren, weil sie kaum vermeidbar sind. Das System ist der Fehler. Daher müssten sich streng genommen alle Anregungen, Beschwerden usw. an das zuständige Ministerium richten. Da dieses Ministerium aber ablenken will, Aktivität vertäuschen will, hat es sich wohl gerne belabern lassen, ein Fehler-Melde-System einzurichten. Man findet ja schnell einige Begründungen für solch eine Aktion. Wenn dann noch das KDA finanziell und personell davon profitiert, sind alle zufrieden. Man spricht sich gegenseitig Mut zu, unterstützt sich (oder "eine Hand wäscht die andere").
Man könnte ja alles noch irgendwie rechtfertigen, wenn das Portal kostenfrei liefe. Nein, dafür wurden nahezu 600.000 Euro ausgegeben. Eine Summe, die mit keiner noch so guten Begründung auch nur annähernd vertretbar erscheint.

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Keine zielführende Diskussion

Beitrag von Lutz Barth » 14.01.2008, 19:15

BÄK und KBV lassen Diskussionsforum überarbeiten
Fehler vermeiden durch Erfahrungsaustausch

Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) haben das ärztliche Diskussionsforum CIRSmedical überarbeiten lassen. Derzeit wird ein Fachbeirat eingerichtet.

Quelle: Ärztliche Praxis ( 14.01.08 ) >>> mehr dazu >>>
http://www.aerztlichepraxis.de/artikel_ ... 306420.htm

Kurze Anmerkung (L. Barth):

"Fehler können schon dadurch vermieden werden, indem man Erfahrungen miteinander teilt. So lassen sich Parallelen erkennen und Risiken minimieren", erklärt Dr.
Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der KBV, den Sinn des Forums. Dem kann nur beigetreten werden und es bleibt zu wünschen, dass ein entsprechender Sinn auch in dem Berichts- und Lernsystem für die Altenpflege erkannt wird. Den Kritikern des Systems, wonach es sich hierbei um ein „Jammerportal“ handele, muss in erster Linie entgegen gehalten werden, dass diese sich weitestgehend mit den Literaturstimmen nicht auseinandersetzen und sich so einer ernsthaften Diskussion verschließen.
Ungeachtet der Tatsache, dass sicherliche strukturelle Defizite zu beklagen sind, hat allerdings der 2. Bericht des MDK nochmals verdeutlicht, dass auch schlichte handwerkliche Mängel zu beklagen sind, die nicht selten auf Informationsdefizite basieren. Insofern kann die Fallschilderung eines kritischen Ereignisses durchaus hilfreich sein, denn alle machen Fehler, nur muss nicht jeder denselben Fehler machen.

Cicero irrt, wenn er davon ausgeht, dass gleichsam die Fehler "kaum vermeidbar" seien. Ein Blick in die Rechtsprechung hingegen verdeutlicht, dass vielfältige pflegerische Aufgaben dem sog. vollbeherrschbaren Risiko zuzuordnen sind und demzufolge bei Anwendung gehöriger Sorgfaltspflichten zu vermeiden waren! Sofern also in dem Berichtssystem Situationen aus der Sicht der Pflegenden und ggf. der Betreuer resp. der Angehörigen geschildert werden, kann hieraus aus der Perspektive des Dritten, also regelmäßig des Bobachters, durchaus seine eigene Praxis kritisch reflektiert werden.

So wenig wie das Hausärztliche Fehlerberichts- und Lernsystem ist auch das Berichtssystem für die Altenpflege nicht überflüssig, denn im Interesse des übergeordneten Patientenwohls sind vielfältige Aktivitäten zu begrüßen und ergänzen sich gegenseitig, so wie es vielleicht auch Sinn machen mag, "Sterne für Pflegeheime" zu vergeben, obgleich doch das Gesetz entsprechende Instrumentarien zum Zwecke der Kontrollen bereitstellt.

Die vom Bund gewährten Fördermittel sind eine gute Investition, können doch aus dem System die Pflegenden Risikopotentiale selbstkritisch reflektieren und so letztendlich dazu beitragen, dass medizinisch-pflegerische Fehlschläge beim Patienten resp. Bewohner vermieden werden.

Mfg.
Lutz Barth

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Pro Fehlerberichts- und Lernsysteme!

Beitrag von Lutz Barth » 22.01.2008, 08:39

Der Pflegerechtler R. Roßbruch hat sich in der Januarausgabe /2008 der Zeitschrift PflegeRecht deutlich zum KDA Fehlerberichts und Lernsystem für die Altenpflege positioniert und begrüßt ausdrücklich das System. Nach ihm geht es nicht darum, Missstände offenzulegen, sondern letztlich darum, aus Fehlern der Vergangenheit für die Zukunft zu lernen. Es kann also nach ihm keine Rede davon sein, dass das KDA-System ein „Jammerportal“ ist.
Der Unterzeichnende selbst hat bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass die Kritik am System ihrer Substanz entbehrt und es in der Tat darum geht, eine neue „Fehlerkultur“ zu etablieren.

Vgl. dazu etwa die Stellungnahme in Altenpflege 12/2007 Pro &. Contra – Aus unguten Erfahrungen lernen?

Mfg
Lutz Barth

Sabrina Merck
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Diskussionsplattform war, ist und bleibt unnütz

Beitrag von Sabrina Merck » 22.01.2008, 08:57

Cicero hat geschrieben:......Im pflegerischen Bereich, vor allem im Heimbereich, geht es vorrangig um gravierende strukturelle Probleme. Daraus resultieren fast alle Fehler, die es zu erörtern gibt. Diese Fehler brauchen aber die Pflegekräfte nicht zu diskutieren, weil sie kaum vermeidbar sind. Das System ist der Fehler. Daher müssten sich streng genommen alle Anregungen, Beschwerden usw. an das zuständige Ministerium richten. Da dieses Ministerium aber ablenken will, Aktivität vertäuschen will, hat es sich wohl gerne belabern lassen, ein Fehler-Melde-System einzurichten. Man findet ja schnell einige Begründungen für solch eine Aktion. Wenn dann noch das KDA finanziell und personell davon profitiert, sind alle zufrieden. Man spricht sich gegenseitig Mut zu, unterstützt sich (oder "eine Hand wäscht die andere").
Man könnte ja alles noch irgendwie rechtfertigen, wenn das Portal kostenfrei liefe. Nein, dafür wurden nahezu 600.000 Euro ausgegeben. Eine Summe, die mit keiner noch so guten Begründung auch nur annähernd vertretbar erscheint. .... Cicero
Hallo Lutz / Forum,

es gibt offensichtlich immer wieder Leute, die mit dem KDA in irgendeiner Form verbunden zu sein scheinen und dessenen Wirken einschließlich Forum verteidigen. Auch wenn nunmehr Herr Roßbruch als Befürworter zitiert wird: Die Diskussionsplattform war, ist und bleibt unnütz.
Cicero hat es oben auch gesagt: Die Pflege-Rahmenbedingungen sind nicht in Ordnung. Darin sind die Pflegemissstände in den ambulenten und stationären Pflegeeinrichtungen begründet. Die Politik muss diese Rahmenbedingungen reformieren, dann werden sich die meisten Probleme auflösen. Da aber die Politik, aus welchen Gründen auch immer, die notwendigen strukturellen Veränderungen nicht angeht, wird alles unverändert bleiben. Der augenblickliche Streit um die Pflegereform zeigt, dass es bei einer Reihe von Leuten keinen wirklichen Reformwillen gibt. Oder schlimmer noch: sie haben keine Ahnung! Aktionsmus ist angesagt. Die geplanten Pflegestützpunkte sind dafür ein Beleg. Diese Stützpunkt sind überflüssig und saugen nur Geld ab (ähnlich so die Beurteilung beim KDA-Jammerportal). Merkwürdig: Schnellschüsse bei den Pflegestützpunkten, aber der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff wird nur zögerlich in die Diskussionen eingeführt. Umgekehrt wäre es richtig!
Übrigens kenne ich zahlreiche Pflegekräfte, die über das KDA kritisch denken - und die Plattform rundweg ablehen. Leider ist es so, dass sich viele Pflegekräfte nicht trauen, auch in diesem Punkt ihre Meinung zu sagen.

Herzliche Grüße
Sabrina
Dem Pflegesystem und den pflegebedürftigen Menschen muss mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden! Daher:
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http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

Lutz Barth
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Kein Konsens!

Beitrag von Lutz Barth » 22.01.2008, 10:28

Hallo Sabrina.

Mit Verlaub – das System ist durchaus nicht „unnütz“, sondern dient im weitesten Sinne auch dem Schutz etwa der Alterspatienten.
Die Kritiker des Systems wiederholen zumeist stereotyp ihre Argumente, die aber weitestgehend inhaltsleer sind. Hier scheuen die Kritiker des Systems eine ernsthafte Diskussion, zumal dies voraussetzen würde, die einschlägige Literatur zu Berichts- und Lernsysteme zur Kenntnis zu nehmen. Mutmaßungen entbinden nicht von einer stringenten Argumentationsführung.
Der Hinweis darauf, dass strukturelle Defizite zu beklagen sind, ist durchaus richtig, wenngleich die defizitäre Situation auch andere Ursache hat. All dies ist bekannt und es darf gemutmaßt werden, dass hieran auch die künftig zu vergebenden „Sterne fürs Pflegeheim“ nichts ändern werden, wobei hiermit nicht gleichsam zum Ausdruck gebracht ist, dass diese Vergabe überflüssig wäre, weil es bereits Möglichkeiten zur Zertifizierung gibt. Aber auch hier könnte dann in der Folge trefflich darüber diskutiert werden, warum eine Zertifizierungsgebühr für einen „Stern“ zu zahlen ist, der von einem privatrechtlichen Verein verliehen wird, so wie gegenüber dem Bund der Vorwurf der „Steuerverschwendung“ erhoben wird. Beide Argumentationslinien greifen zu kurz, weil diese nur plakativ ein Problem umreißen, dass zumindest in der Öffentlichkeit „gut“ anzukommen scheint.

Ich denke, dass die Chance in den Fehlerberichts- und Lernsystemen vielmehr darin besteht, dass den Besuchern ein Portal zur kritischen Selbstreflexion geboten wird; ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, wie im Übrigen nationale und internationale Studien beweisen.

Mit freundlichen Grüßen.
Lutz Barth

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Pflegemissstände - KDA-Portal weiter in der Kritik

Beitrag von WernerSchell » 11.02.2008, 09:14

Pflegemissstände - KDA-Portal weiter in der Kritik

Brief an das Kuratorium Deutsche Altershilfe in Köln vom 7.2.2008 - bisher ohne Rückantwort:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mir ist von interessierter Seite die nachfolgende Einladung zu einer Pressekonferenz am 13.2.2008 übermittelt worden. Da Sie mich offensichtlich Ende 2006 aus Ihrem Presseverteiler gestrichen haben, bin ich von Ihnen nicht ausdrücklich angesprochen worden mit dem Ziel, mich für die Veranstaltung in Köln zur Verfügung zu stellen. Möglicherweise wollen Sie bei der Vorstellung Ihres Systems nur genehme Gesprächspartner haben und kritische Stimmen ausschließen.

Gleichwohl biete ich Ihnen als Kritiker Ihres o.a. Forums an, an der Pressekonferenz teilzunehmen, um dort meinen Standpunkt zu vertreten. Es bestünde dann Gelegenheit, in Rede und Gegenrede das System und die möglichen Gegenargumente ins richtige Licht zu rücken. Ich habe nämlich überhaupt nichts gegen die Offenlegung und Abstellung von Pflegemängeln. Nur, man muss die richtigen Maßnahmen ergreifen - und das ist der Knackpunkt!

Sie könnten mit einer Einladung auch eine Art "Wiedergutmachungsarbeit" leisten, weil Sie mich im Vorfeld der Veranstaltung im November 2006 in Köln als Mitreferenten darüber im Unklaren gelassen hatten, worum es Ihnen damals im Kern ging, nämlich das Anschieben Ihres Forums. Offensichtlich schien es Ihnen damals kurzfristig zweckmäßig, mich von der seinerzeitigen Pressekonferenz fern zu halten. Als nämlich die Pressekonferenz abgehalten wurde, ließen Sie Herrn Dr. Frey und mich - ohne nähere Informationen! - allein auf dem Podium zurück. Während der Pressekonferenz wurden dann aber Fragen in "meine Richtung" gestellt, die ich aber wegen Abwesenheit nicht beantwortet worden konnte. Es gab einige Verwirrung.

Ich sehe nun Ihrer Rückmeldung mit Interesse entgegen. - Den Termin habe ich vorsorglich vorgemerkt! Benötigt werden natürlich bei einer Einladung noch eine Zugangsberechtigung zur Messe bzw. nähere Informationen zur Veranstaltung.

Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell
Dozent für Pflegerecht
http://www.wernerschell.de


Einladung zur Pressekonferenz des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA) - Köln, 7. Februar 2008

Sehr geehrte Damen und Herren,

wollen wir nicht alle aus kritischen Ereignissen lernen? Mitarbeitende in der Altenpflege können dies nun besser als je zuvor tun. Die Beispiele „Bewohner rutscht in Badewanne ab", „Pflegedienst ist telefonisch nicht erreichbar" oder „Alleinige Verantwortung für einen Pflegebereich" sind kritische Ereignisse, die in der Altenpflege immer wieder vorkommen und im KDA-Online-Berichts- und Lernsystem präsentiert werden.
In nur vier Monaten, in denen das vom KDA entwickelte und betriebene System „Aus kritischen Ereignissen lernen" nun online ist, sind zahlreiche solcher Berichte auf der Internetseite http://www.kritische-ereignisse.de veröffentlich worden. Damit sich diese in der Regel unbeabsichtigten Ereignisse nicht wiederholen müssen, arbeitet das KDA derzeit gemeinsam mit Kooperationspartnern daran, seine Lernplattform als ein weiteres praxisnahes Qualitätsentwicklungsinstrument in Altenpflege-Einrichtungen und der Altenpflegeausbildung zu verankern.
Denn Dank der guten Resonanz seit dem Systemstart lassen sich mittlerweile für die verschiedenen Arbeitsbereiche der Altenpflege wertvolle Anregungen und Tipps aus der Pflegepraxis sowie von Experten auf der Internetseite nachrecherchieren.

Auf der Pressekonferenz des KDA anlässlich der Fachmesse Altenpflege+ProPflege 2008
in Hannover wollen wir Sie darüber informieren:
- Wie realitätsnah Probleme im System abgebildet und praxisrelevante Lösungen dazu angeboten werden,
- wie einfach und schnell sich Pflegekräfte Rat und Anregungen im System holen können, aber auch zum Aufbau eines Wissenspools beitragen können,
- wie Aus- Fort- und Weiterbildner „Aus kritischen Ereignissen lernen" für ihre Zwecke nutzen können,
- wie Einrichtungen Qualitätsentwicklung anhand des Systems betreiben können, und
- wie das KDA-System weiterentwickelt werden soll.

Wir laden Sie ein,
am Mittwoch, den 13. Februar 2008, um 11:00 Uhr
im Saal Rom, Tagungsbereich Halle 1,
(erreichbar über Eingangsbereich Halle 2)

mit dem KDA-Geschäftsführer Klaus Großjohann, den KDA-Pflegeexperten Heiko Fillibeck und Andreas Kutschke sowie mit dem Geschäftsführer der Sozial Holding Mönchen Gladbach GmbH, Helmut Wallrafen-Dreisow, über die weitreichenden Möglichkeiten des KDA-Berichts- und Lernsystems im Internet für die Pflegepraxis zu diskutieren.

Bitte geben Sie uns per E-Mail Bescheid, ob wir mit Ihrer Teilnahme rechnen können!

Wir freuen uns auf Sie und verbleiben mit den besten Grüßen

Harald Raabe
KDA-Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit
E-Mail: publicrelations@kda.de
Tel: 0221/931847- 39

P.S.: Das KDA ist auch mit einem Bücher- und Informationsstand auf der Messe vertreten. Sie finden uns in Halle 3, Stand C 55.
Zuletzt geändert von WernerSchell am 17.05.2009, 19:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Pflegemissstände - KDA-Portal weiter in der Kritik

Beitrag von WernerSchell » 11.02.2008, 18:54

.... Pflegemissstände - KDA-Portal weiter in der Kritik ...

Mein Angebot an das KDA, bei der Pressekonferenz am 13.2.2008 die vielfach am KDA-Portal geäußerte Kritik zu erläutern, hat offensichtlich bei den Portalverantwortlichen keine Resonanz gefunden. Bis jetzt hat es keine Einladung zum Podium der Pressekonferenz gegeben.
Ich kann dies nur so deuten, dass man eine offen vorgetragene Kritik - mit Rede und Gegenrede - scheut. Dies werte ich als Zeichen eines "schlechten Gewissens". - Wer nämlich vorgibt, für eine gute Sache einzutreten, muss auch bereit sein, kritische Argumente zuzulassen. Solche Argumente scheinen aber nicht gewünscht oder gar gefürchtet.- Schade, dass es keine Bereitschaft gab, die Öffentlichkeit über das Für und Wider des Forums zu unterrichten. Jetzt gibt es wohl nur eine einseitige Lobhodelei, die mit den realen Verhältnissen in der Pflege nichts zu tun hat.
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Lutz Barth
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Disziplin ist anzunahmen!

Beitrag von Lutz Barth » 12.02.2008, 04:05

Sehr geehrter Herr Schell.

Ihre Kampagne gegen das Fehlerberichts- und Lernsystem ist nach diesseitiger Auffassung einer groben Fehleinschätzung der mit solchen CIRRS – Systemen intendierten Zielvorstellung geschuldet und es ist keineswegs so, dass die Stimmen der Kritiker nicht gehört werden. Dies ergibt sich allein daraus, dass in der Zeitschrift Altenpflege 12/2007 die Pro und Contra Argumente – wenn auch in verkürzter Form – vorgetragen worden sind und flankierend hierzu ein Interview in der Zeitschrift CAREkonkret von Ihnen zum KDA – Fehlerberichts- und Lernsystem für die Altenpflege abgedruckt wurde.

Ihre kritische Stimme wurde also gehört und es mutet ein wenig seltsam an, weshalb Sie nun meinen, persönlich zu irgendwelchen Pressekonferenzen eingeladen werden zu müssen, zumal es Ihnen freisteht, die öffentliche Veranstaltung der Projektleiter des KDA zu besuchen und an der Diskussion teilzunehmen. Ferner ist es Ihnen anheim gestellt, Ihre Gegenargumente in einem wissenschaftlichen Beitrag der Fachöffentlichkeit vorzustellen, damit eine sachliche Diskussion überhaupt erst stattfinden kann.
Die bisher gegen das Fehlerberichts- und Lernsystem vorgetragenen Argumente sind nach diesseitiger Auffassung nicht stichhaltig und sind zumeist populistischer Natur. Das gebetsmühlenartige Wehklagen kann hierüber nicht hinwegtäuschen, zumal in der wissenschaftlichen Literatur ganz überwiegend in den Fehlerberichts- und Lernsystemen eine Chance für eine neue Fehlerkultur erblickt wird, in der es gerade nicht darum geht, einen „Schuldigen“ zu suchen und ggf. in der Öffentlichkeit zu „brandmarken“. Auf den Seiten des KDA, aber auch auf der Homepage des Hausärztlichen Fehlerberichtssystems sind Literaturquellen und Links angegeben, die einen Zugriff auf weiterführende Literatur und so eine weitere fundierte thematische Auseinandersetzung mit dem Thema insgesamt ermöglichen. Kritik ist freilich immer gewünscht, sofern es sich um konstruktive Kritik handelt und hier scheint mir allerdings noch die Substanz zu fehlen und allein aus dem Umstand, dass Sie persönlich offensichtlich nicht zum Pressetermin eingeladen worden sind, kann keinesfalls der Schluss gezogen werden, als stelle sich die Fachwelt nicht der von Ihnen vorgetragenen Kritik. Hier darf u.a. auf ein Editorial des Kollegen Roßbruch in der Zeitschrift PflegeRecht 01/2008 verwiesen werden, in dem deutliche Worte gefunden worden sind, die sich mit Ihrer Kritik auseinandersetzen.

Völlig absurd ist Ihre Vermutung, dass hier jemand ein „schlechtes Gewissen“ habe. Ihr Engagement in allen Ehren, aber in der Diskussion sollte man bemüht sein, sachlich zu bleiben. Hierbei könnte es durchaus hilfreich sein, sich ein wenig zu disziplinieren und zu bescheiden, denn nicht immer werden wir mit unserer „Kritik“ gehört.

Mit freundlichen Grüßen
Lutz Barth

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Anonymes Pflege-Meldesystem ist abzulehnen!

Beitrag von PflegeCologne » 12.02.2008, 08:22

Anonymes Pflege-Meldesystem ist abzulehnen!

Hallo,
ich denke, dass das KDA-Forum nicht mit dem im ärztlichen Bereich - vielleicht durchaus sinnvollem - Fehlermeldesystem vermengt werden darf. Der ärztliche Bereich ist eigentlich wohl geordnet. Dort müssen keine Strukturen geändert, sondern allenfalls menschliche Unzulänglichkeiten aufgedeckt und minimiert werden.
Wir Pflegekräfte wissen um die eklatanten schlechten Rahmenbedingungen in der Pflege und müssen dies nicht anonym beklagen. Das Pflegesystem gehört grundlegend reformiert. Wir müssen als Pflegekräfte und Gesellschaft den Mut dazu aufbringen, die politisch und sonst Verantwortlichen darauf hinzuweisen, was wirklich los ist. Wir haben einen Pflegenotstand und müssen uns nicht hinter einem anonymen System verstecken. Wir müssen mit offenem Vesier kämpfen. Das ist das Gebot der Stunde.
Daher ist der Ansatz, Aufforderung zur anonymen Meldung, schon falsch und, wie hier wiederholt ausgeführt wurde, eines Rechtsstaates unwürdig!
Ich danke allen, die das BMG und das KDA in diesem Punkt in die Schranken weisen. Und da sollte es auch kein Zurückweichen geben.
Wenn das KDA per Pressekonferenz informieren will, hätten die Verantwortlichen den Mut aufbringen sollen / können, einen mutigen Kritiker mit seinen Argumenten einzubinden.
MfG
PflegeCologne
Alzheimer - eine Krankheit, die mehr Aufmerksamkeit erfordert! - Pflegesystem muss dem angepasst werden, auch, wenn es teurer wird! - Ich bin dabei:
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Fronten bleiben offensichtlich ungeklärt!

Beitrag von Lutz Barth » 12.02.2008, 09:03

Hallo PflegeCologne.

Das Engagement in allen Ehren, aber die Debatte muss m.E. fundierter geführt werden, zumal nicht nur strukturelle Defizite zu beklagen sind. Fehlerberichtssysteme schließen weder ein internes Beschwerdemanagement noch Strukturdebatten aus, zumal nicht selten Qualifikationsdefizite bei den Pflegenden zu beklagen sind, die nicht dem im Übrigen kritisch zu hinterfragenden Pflegenotstand geschuldet sind. Gelegentlich sind schlichte pflegehandwerkliche Mängel zu beklagen und hier scheint sich die Quadratur des Kreises mit Blick auf den „Pflegenotstand“ zu schließen. Speziell in der Altenpflege haben die emanzipatorischen Bestrebungen der Pflegeberufe dazu beigetragen, dass vermehrt behandlungspflegerische Aufgaben wahrgenommen werden und diese zu Lasten der sozialpflegerischen Betreuung gereichen. Sofern also kritische Ereignisse geschildert werden, die für sich genommen Risikopotentiale offenbaren, ist dies allemal begrüßenswert, zumal die gelegentlich als „Engel der Alten“ bezeichneten Systemkritiker nicht daran gehindert werden, in der Gänze das System zur Diskussion zu stellen.
Der Hinweis darauf, dass es einem „Rechtsstaat unwürdig sei“, in anonymisierter Form auf kritische Ereignisse aufmerksam machen zu können, ist wenig plausibel, denn nicht jedes kritische Ereignis erfordert zugleich das Einschreiten der Strafverfolgungsbehörden. Nicht immer ist die Schwelle zu strafrechtlich relevanten Delikten überschritten, die es im Rechtsstaat zu ahnden gilt.

Im Übrigen bleibt es den Kritikern unbenommen, Ihre Position darzulegen – nur müssen sie damit rechnen, dass ihre Argumentation als wenig stichhaltig entlarvt wird und dadurch nicht stichhaltiger wird, in dem man es tunlichst vermeidet, sich mit der zwischenzeitlich veröffentlichen Literatur auseinanderzusetzen. In der Debatte sind keine „Glaubensbekenntnisse“ erforderlich, sondern harte Fakten und hier scheinen mir gelegentlich die Kritiker sich bei der Formulierung ihrer Kritik an einem Orte aufzuhalten, wo es keine Bibliothek und damit Literatur gibt.

Dies ist bedauerlich und deckt sich nicht mit meinen Vorstellungen über die Gebote des wissenschaftlichen Arbeitens und Argumentierens.

Das hierbei der Pflege-Selbsthilfeverband eine andere Position vertritt, ist legitim, wenngleich ich es als redlich empfinde würde, nicht den Eindruck zu erwecken, als habe einer der prominenten Paten und Mitglieder des Verbandes mit dem KDA - Projekt nichts im Sinn. Wie wir alle wissen, sitzt u.a. C. Fussek im Beirat und dies ist auch völlig in Ordnung. Es ist schon bezeichnend, wenn dies beharrlich verschwiegen wird.

Mit freundlichen Grüßen
Lutz Barth

Rüdiger Bastigkeit
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Pflegeprobleme durch strukturelle Veränderungen lösen

Beitrag von Rüdiger Bastigkeit » 12.02.2008, 09:15

Hallo Herr Barth,
Ihre Beiträge in diesem Forum schätze ich sehr, weil sie nach meinem Eindruck von großer Sachkunde geprägt sind. Dies sage ich, obwohl ich in einigen Punkten Ihre Rechtsauffassung nicht teilen kann.
Ihr Einsatz für das KDA-Forum ist ja grundsätzlich auch in Ordnung. Aber es drängt sich der Eindruck auf, dass Sie mit dem KDA irgendwie verbandelt sind. Sie kämpfen wie ein Löwe für das KDA-Melde-System und wollen damit suggerieren, als sei dieses System eine notwendige Einrichtung. Auf die eigentlichen Schwachpunkte im Pflegesystem gehen Sie eigentlich nur am Rande ein. Warum stimmen Sie nicht zumindest in aller Klarheit dem zu, dass wir dringend umfassende strukturelle Veränderungen im Pflegesystem brauchen? Es geht meist nicht um Strafverfolgung - die im Übrigen meist auch keinen Sinn macht. Würden wir uns wirklich solchen Veränderungen hätten wir das KDA-Portal überhaupt nicht diskutieren brauchen. Ich kenne zahlreiche Pflegekräfte, die das KDA-Portal als eine Zumutung empfingen, sich allerdings, wie in der Pflege schon üblich, kaum trauen, mit solcher Kritik an die Öffentlichkeit zu treten.
Herr Fussek sitzt im Beirat, wie Sie sagen. Das mag sein. Herr Fussek sitzt aber auf vielen Stühlen. Vielleicht sollte er so manchen Stuhl unbesetzt lassen: Weniger wäre auch hier mehr! Dem Pflege-SHV gegenüber hat er, wie nachzulesen ist, in einer frühen Phase erklärt, er halte das KDA-Forum für einen Witz!
Ich bin daher froh und dankbar, dass Herr Schell gegen das entbehrliche Portal votiert und die Kritikpunkte immer wieder offen legt.
Mit freundlichen Grüßen
Rüdiger Bastigkeit

Lutz Barth
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Replik

Beitrag von Lutz Barth » 12.02.2008, 09:56

Guten Tag, sehr geehrter Herr Bastigkeit.

Ich denke, dass ich seit Jahren für einen Strukturwandel eintrete und insbesondere mit großer Skepsis und Sorge die aktuellen Entwicklungen nicht nur beobachte, sondern auch kommentiere.
Gleichwohl trügt Ihr Eindruck nicht, denn ich habe mich dazu bereit erklärt, im Rahmen einer Kooperationsbeziehung mit dem Projektteam vom KDA einige der kritischen Ereignisse rechtlich zu reflektieren. Dies halte ich für sinnvoll, wobei freilich die strukturellen Defizite ganz generell in unserem Gesundheitssystem – und hier insbesondere die Interessen der Alterspatienten und vermehrt der Dementen – nicht in Vergessenheit geraten dürfen. Ich halte aber – ehrlich gesagt – wenig von einer emotional geführten Debatte, die nicht selten den Blick für das Wesentliche trübt. Ganz aktuell können Sie die „Qualität“ in den Expertisen zum Pflege-Weiterentwicklungsgesetz nachlesen und wenn wir etwas verändern wollen (und letztlich auch müssen), bedarf es mehr an substantieller Kritik. Mir persönlich steht es nicht zu, über das eine oder andere Engagement namhafter Pflegekritiker zu urteilen. In der Sache selbst jedenfalls finde es eher kontraproduktiv, im Zusammenhang mit der Altenpflege von Mord auf Raten, Totgepflegt und Abgezockt oder von Pflegemafia zu sprechen, da hierdurch die Gefahr besteht, dass das geschriebene Wort die Sachargumente überschattet und demzufolge nur noch als kurzzeitige Sensationsmeldung im Gedächtnis verbleibt und im Zweifel als dissonanter Bewusstseinsinhalt ausgeblendet wird.

Mit Blick auf die Fehlerberichts- und Lernsysteme gibt es nach wie vor für mich kein stichhaltiges Argument, warum diese überflüssig sein sollten. Im Gegenteil: ich halte die steuerliche Förderung mit Blick auf die Patientensicherheit der Alterspatienten im Sinne einer Chance auf Risikominimierung allemal für sinnvoller, als bei einem manch anderen Projekt der politisch Verantwortlichen, wo unglaublich viele Millionen zu Grabe getragen werden, mal ganz abgesehen von der unseligen Diätenerhöhung. In diesem Sinne begrüße ich auch das Projekt der Hochschule Bremen zur Etablierung eines weiteren Fehlersystems, dass ebenfalls vom Bund auf die Dauer von zwei Jahren gefördert wird.

Ich meine, dass wir jede Chance nutzen sollten, um ein Höchstmaß an Sicherheit aus der Perspektive der Alterspatienten erreichen zu können und hierzu zähle ich auch Fehlerberichts-und Lernsysteme in anonymisierter Form, mit denen ich mich bereits vor dem KDA-Projekt thematisch auseinandergesetzt habe.

So darf es Sie auch nicht verwundern, dass ich persönlich den Kontakt zum Projektteam gesucht habe und meine Mitarbeit im Rahmen des Möglichen angeboten habe. Hierzu ist es in der Folge gekommen und ich selbst begreife das Forum auch als Chance, innerhalb meiner Profession den einen oder anderen Pflegerechtler zum weiteren Nachdenken dahingehend anregen zu können, dass Altenpflegerecht mehr ist, als nur das Krankenpflege- oder Arztrecht im Verhältnis 1 : 1 zu übertragen. Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass der Ton in der Debatte unter den Pflegerechtlern zunehmend schärfer wird und ich hierbei keinen Hehl daraus mache, dass ich meinen Kollegen - von einigen Ausnahmen abgesehen - etwas mehr Dogmatik neben der ansonsten betriebenen "Ideen-Plagiat-Kultur" abringen möchte, denn bei allen wünschenswerten Emanzipationsbestrebungen der Pflegeberufe muss das oberste Ziel in der Wahrung der persönlichen, physischen und psychischen Integritätsinteressen der Alterspatienten bestehen.

Mit freundlichen Grüßen
Lutz Barth

WernerSchell
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KDA-Forum ist nicht erforderlich

Beitrag von WernerSchell » 12.02.2008, 16:34

KDA-Forum ist nicht erforderlich

Sehr geehrte Damen und Herren im Forum,

von einer ganztägigen Lehrveranstaltung zurück, stelle ich fest, dass es bis jetzt keine Einladung zum Podium der Pressekonferenz des KDA am 13.2.2008 gegeben hat. Folglich werde ich auch nicht anreisen.

Allein in den letzten Wochen und Monaten haben mich dutzende Pflegekräfte, die ich zum Teil aus Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen kenne, angesprochen und angemailt und ihren Frust über die KDA-Aktion, weil nicht hilfreich, ausgedrückt.

Ich habe übrigens nichts gegen Internetforen, bei denen sachlich diskutiert werden kann. Diesbezüglich habe ich seit rd. 15 Jahren reichlich Erfahrungen sammlen können.

Beim KDA-Forum moniere ich im Wesentlichen, dass hier mit beträchtlichen Steuergeldern systematisch zu einer anonymen Meldung von Missständen in der Pflege aufgefordert wird. Statt vernünftige Strukturen im Pflegesystem zu schaffen und nachteilsfreie Beschwerdemöglichkeiten auszugestalten, sehe ich im KDA-Forum eine Alibiveranstaltung.

Ich sage es noch einmal: Qualifizierte Pflegekräfte wissen um die Fehler in der Versorgung pflegebedürftiger Menschen, ob im Krankenhaus oder in Pflegeeinrichtungen. Sie wissen auch, wie man gut bzw. angemessen pflegt. Sie brauchen dazu keinerlei Belehrungen durch das KDA. Was nötig ist, sind strukturelle Veränderungen, und darum sollten sich sich das Bundesgesundheitsministerium und auch das KDA - beratend und fordernd - endlich bemühen. Wenn Pflegekräfte Qualifizierungshilfen brauchen, dann bitte in entsprechenden Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen. Das sind die geeigneten Plattformen!

Mit freundlichen Grüßen
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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