Operationstechnische Assistenten ( OTA ) stärken

Pflegespezifische Themen; z.B. Delegation, Pflegedokumentation, Pflegefehler und Haftung, Berufsrecht der Pflegeberufe

Moderator: WernerSchell

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 24444
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Reform der Anästhesie- und OP-Assistenz

Beitrag von WernerSchell » 15.10.2019, 06:57

Reform der Anästhesie- und OP-Assistenz
Gesundheit/Gesetzentwurf

Berlin: (hib/PK) Mit dem Ziel einer verbesserten Patientensicherheit soll die Ausbildung für Anästhesietechnische und Operationstechnische Assistenten (ATA/OTA) modernisiert und bundesweit vereinheitlicht werden. Das sieht ein Gesetzentwurf (19/13825 http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/138/1913825.pdf ) der Bundesregierung vor. ATA und OTA arbeiten mit Ärzten in Krankenhäusern und ambulanten Einrichtungen.
Die Auszubildenden sollen den fachgerechten Umgang mit Arzneimitteln, Medizinprodukten und medizinischen Geräten lernen. Sie sollen eigenverantwortlich die Funktions- und Betriebsbereitschaft der Einsatzbereiche herstellen können und den Ärzten bei der Anästhesie oder während einer Operation assistieren. Teil der Ausbildung ist daneben auch die verständliche Kommunikation mit Patienten.
Die Ausbildung zum ATA/OTA dauert drei Jahre und besteht auf einem theoretischem Teil und praktischem Unterricht sowie einer praktischen Ausbildung an Krankenhäusern und in ambulanten Einrichtungen. Die Auszubildenden erhalten eine Vergütung und schließen mit einer staatlichen Prüfung ab. Der Abschluss ist staatlich anerkannt. Schulgeld muss künftig nicht mehr gezahlt werden.
Voraussetzung für eine solche Ausbildung ist ein mittlerer Schulabschluss oder eine mindestens zweijährige und abgeschlossene Berufsausbildung nach einem Hauptschulabschluss.
Die reformierte Ausbildung soll Anfang 2021 in Kraft treten. Der Gesetzentwurf beinhaltet Übergangs- und Bestandsschutzregelungen für Schulen, Lehrkräfte und jetzige Auszubildende. Der Gesetzentwurf ist im Bundesrat zustimmungspflichtig.

Quelle: Mitteilung vom 14.10.2019
Deutscher Bundestag
Parlamentsnachrichten
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Tel.: +49 30 227-35642, Fax +49 30 227-36001
E-Mail: vorzimmer.ik5@bundestag.de
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 24444
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Viel Zustimmung zur Ausbildungsreform

Beitrag von WernerSchell » 21.10.2019, 13:41

Viel Zustimmung zur Ausbildungsreform
Gesundheit/Anhörung

Berlin: (hib/PK) Gesundheitsexperten sehen in der von der Bundesregierung geplanten Reform der Anästhesie- und Operationsassistenz eine sinnvolle Initiative. In einer Anhörung des Gesundheitsausschusses zu dem Gesetzentwurf (19/13825 http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/138/1913825.pdf ) verwiesen Sachverständige auf die wichtige Funktion dieser Fachkräfte im medizinischen Alltag und den zunehmenden Mangel als Spezialisten. Die Fachleute äußerten sich in der Anhörung am Montag in Berlin sowie in schriftlichen Stellungnahmen.
Die Ausbildung für Anästhesietechnische und Operationstechnische Assistenten (ATA/OTA) soll mit der Reform modernisiert und bundesweit vereinheitlicht werden. ATA und OTA arbeiten mit Ärzten in Krankenhäusern und ambulanten Einrichtungen zusammen.
Die Ausbildung zum ATA/OTA dauert drei Jahre und besteht aus einem theoretischem Teil und praktischem Unterricht sowie einer praktischen Ausbildung an Krankenhäusern und in ambulanten Einrichtungen. Die Auszubildenden erhalten eine Vergütung und schließen mit einer staatlichen Prüfung ab. Der Abschluss ist staatlich anerkannt. Schulgeld muss künftig nicht mehr gezahlt werden.
Die reformierte Ausbildung soll Anfang 2021 in Kraft treten. Der Gesetzentwurf beinhaltet Übergangs- und Bestandsschutzregelungen für Schulen, Lehrkräfte und jetzige Auszubildende. Der Gesetzentwurf ist im Bundesrat zustimmungspflichtig.
Nach Ansicht der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) muss die Reform dazu beitragen, die Berufsbilder ATA und OTA zu stärken. Die Nachfrage nach diesen Fachleuten sei ungebrochen hoch. Die DKG wies darauf hin, dass die Aufteilung zwischen Theorie und Praxis verändert werden solle. So werde der theoretische und fachpraktische Unterricht von mindestens 1.600 auf 2.100 Stunden ausgeweitet, wohingegen die praktische Ausbildung von mindestens 3.000 auf 2.500 Stunden reduziert werde. Der geplante Bestandsschutz für Schulleitungen und Lehrkräfte sei positiv, die Übergangsfrist bis Ende 2028 führe allerdings zu Planungsunsicherheiten.
Die Bundesärztekammer (BÄK) wertete die vereinheitlichte Ausbildung als sinnvoll, merkte aber an, dass die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung noch nicht vorliege. Insofern sei eine fundierte Bewertung der Ausbildungsziele derzeit nicht möglich. Zudem müsse die Frage der künftigen Ausbildungsfinanzierung nachhaltig gelöst werden und dürfe nicht zulasten anderer Heilberufe gehen.
Die Berufsverbände der Anästhesisten (BDA/DGAI) forderten zur Präzisierung der Tätigkeiten von ATA und OTA einen Arztvorbehalt. Es sollte klargestellt werden, dass die Mitwirkung der Fachkräfte jeweils von Ärzten zu veranlassen sei. Zudem sollten auch Ärzte ohne abgeschlossenes Studium der Pädagogik weiterhin Lehraufträge im Rahmen der ATA/OTA-Ausbildung übernehmen dürfen.
Der Deutsche Berufsverband Operationstechnischer Assistenten (DBOTA) verwies hingegen auf die Eigenverantwortung der Fachkräfte. Die Aufgaben der OTA und ATA gingen in Bezug auf Inhalte sowie rechtliche und haftpflichtversicherungstechnische Aspekte über eine Assistentenstellung hinaus. Es handele sich um eigenverantwortliche Tätigkeiten, die nicht an eine ärztliche Bindung gekoppelt seien. Der Verband forderte eine geschützte Berufsbezeichnung, aus der die besondere fachliche Kompetenz und spezielle Qualifikation deutlich werde. Sinnvoll sei außerdem eine Akademisierung oder Teilakademisierung des Berufes.

Quelle: Mitteilung vom 21.10.2019
Deutscher Bundestag
Parlamentsnachrichten
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Tel.: +49 30 227-35642, Fax +49 30 227-36001
E-Mail: vorzimmer.ik5@bundestag.de
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 24444
Registriert: 18.05.2003, 23:13

OP-Barometer 2019: Stress im OP-Bereich lässt Patientengefährdung steigen

Beitrag von WernerSchell » 27.01.2020, 17:47

Bild

OP-Barometer 2019: Stress im OP-Bereich lässt Patientengefährdung steigen
Personalknappheit laut Befragung der Frankfurt University of Applied Sciences von OP- und Anästhesie-Pflegekräften hauptverantwortlich

Ebenso wie in stationären Bereichen der Krankenhäuser ist das Thema Personalknappheit auch ein zunehmendes Problem in OP-Bereichen deutscher Krankenhäuser. Dies ist eine zentrale Aussage des OP-Barometers 2019, dessen Ergebnisse jetzt vorliegen. Das OP-Barometer ist eine Befragung von Pflegekräften aus der OP- und Anästhesiepflege, die 2019 bereits zum siebten Mal durchgeführt wurde und die – mit diesmal 1.633 Befragten – als größte dieser Art in Deutschland gilt. Durchgeführt wird sie vom Zentrum für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR) an der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS).

„Auffallend ist, dass es nicht nur quantitative Faktoren sind, die das Thema Personal betreffen, sondern eben auch vermehrt qualitative Aspekte der Zusammenarbeit und der Wertschätzung des Arbeitsplatzes“, sagt Prof. Dr. Thomas Busse, Direktor des ZGWR. So geben nur ca. 39 Prozent der Befragten an, ausreichend Personal zu haben, um die anfallenden Tätigkeiten bewältigen zu können – 2017 waren es mit 28 Prozent allerdings noch weniger. 46 Prozent empfinden Konflikte am Arbeitsplatz als erschwerend, und mehr als 52 Prozent meinen, dass das Thema Mobbing an ihrem Arbeitsplatz eine Rolle spielt (gegenüber 38 Prozent in 2017). Diese Zahlen führen laut Busse zu einer verstärkten Abkehr vom Arbeitsplatz im OP-Bereich und zu einer weiteren Entfremdung vom jeweiligen Arbeitgeber. „Wenn über 63 Prozent angeben, unter einem hohen Krankenstand zu leiden, mehr als 64 Prozent den Arbeitgeber bei einem gutem Angebot wechseln oder weit über 54 Prozent den Beruf nicht mehr im gleichen Krankenhaus ausüben würden, so spricht dies eine deutliche Sprache“, ergänzt Busse. Fachlich gesehen seien im Übrigen nur ca. 63 Prozent der Befragten bereit, sich im eigenen Krankenhaus operieren lassen.

Diese schwierige Personalsituation führt für das Pflegepersonal in den OP-Bereichen zu vermehrtem Stress. Nicht nur, dass die personelle Beanspruchung noch verfügbarer OP-Pflegekräfte stetig steigt, auch qualitative Leistungsaspekte spielen inzwischen eine wesentliche Rolle. Der medizinische Fortschritt, immer komplexere Operationsmethoden und ein älter werdendes Patientenklientel erfordern hochspezialisierte Pflegekräfte, die dem Markt aber kaum noch zur Verfügung stehen. Somit verwundere die Aussage nicht, dass fast die Hälfte der Befragten eine zunehmende Patientengefährdung aufgrund der aktuellen Personalsituation sehen. Wichtig ist für Busse aber festzuhalten, dass es nach Datenlage aus dem OP-Barometer 2019 große Unterschiede im Hinblick auf Personal und Patientengefährdung in den unterschiedlichen Krankenhäusern zu geben scheint. „Manche Krankenhäuser haben eben in den letzten Jahren ihre Hausaufgaben gemacht, andere wohl eher weniger“ resümiert Busse und rät „genau hinzuschauen, in welchem Krankenhaus man sich operieren lässt“.

Das OP-Barometer ist eine alle zwei Jahre von der Frankfurt UAS durchgeführte Befragung zur Arbeitssituation von Pflegekräften im Operations- und Anästhesie-Bereich an deutschen Krankenhäusern. Die aufbereiteten Ergebnisse des OP-Barometers 2019 können ab der 6. KW unter https://frankfurt-university.de/op-barometer abgerufen werden.

Weitere Informationen zum Zentrum für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR) der Frankfurt UAS unter: http://www.frankfurt-university.de/zgwr

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Kontakt: Frankfurt University of Applied Sciences, ZGWR Zentrum für Gesundheitswirtschaft und -recht, Prof. Thomas Busse, E-Mail: busse.thomas@fb4.fra-uas.de

Quelle: Pressemitteilung vom 27.01.2020
Oliver Klinke Kommunikation und Veranstaltungsmanagement
Frankfurt University of Applied Sciences
https://idw-online.de/de/news730555


+++
Siehe u.a.:

Angemessene Personalbemessungssysteme sind für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen zwingend geboten
>>> viewtopic.php?f=3&t=23508


Bild

+++
Deutsches Ärzteblatt vom 27.01.2020:
Personalsituation in der OP-Pflege bleibt angespannt
Frankfurt am Main – Die Personalknappheit ist auch in der OP-Pflege weiterhin ein zentrales Problem, auch wenn sich die Situation leicht entspannt zu haben scheint. Das geht aus dem OP-Barometer 2019 hervor, dessen erste Ergebnisse gerade erschienen... [mehr] http://170770.eu1.cleverreach.com//c/32 ... 975-q4s1kf
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

Antworten