Pflegeberufsgesetz (PflBG)

Pflegespezifische Themen; z.B. Delegation, Pflegedokumentation, Pflegefehler und Haftung, Berufsrecht der Pflegeberufe

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Kompromiss bei der Pflegeausbildung

Beitrag von WernerSchell » 29.03.2017, 13:34

NRW-Pflegeministerin Steffens:
Kompromiss bei der Pflegeausbildung geht in die richtige Richtung - jetzt handwerkliche Fehler vermeiden!

NRW-Pflegeministerin Barbara Steffens (Grüne), die die bisherigen Vorschläge für eine Vereinheitlichung aller drei Pflegeberufe (Altenpflege, Krankenpflege, Kinderkrankenpflege) stets kritisiert hat, erklärt zu dem sich abzeichnenden inhaltlichen Kompromiss zwischen CDU und SPD zur Reform der Pflegeausbildung:

"Wenn es zur Pflegeberufereform einen Kompromiss gibt, der die gemeinsamen Kompetenzen der drei Pflegeausbildungen stärkt, aber die Kinderkrankenpflege und die Altenpflege als eigenständige Berufsabschlüsse erhält, würde ich das sehr begrüßen. Damit würde unser 2-plus-1-Vorschlag aufgegriffen. Dadurch könnten wesentliche Risiken der bisherigen Reformvorschläge vermieden werden. Alles, was die Qualität der Ausbildung und die Quantität der Auszubildenden steigert, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Denn die bisher geplante Reform zur Abschaffung aller drei bisher eigeständigen Pflegeausbildungen hin zu nur einem einheitlichen Beruf, hätte bzw. würde massiv Ausbildungsplätze gefährden und damit den Fachkräftemangel vergrößern. Ich wäre sehr froh, wenn sich der konsequente Einsatz aller Kräfte für eine sinnvolle Reform durch Veränderungen an den bisherigen Plänen gelohnt hätte."

Wichtig sei aber, dass die Regierungsfraktionen das Gesetzgebungsverfahren neben der Grundsatzentscheidung auch nutzten, um weitere handwerkliche Fehler der bisherigen Gesetzentwürfe zu beseitigen. Hierzu zählt vor allem, dass die Auszubildenden länger in den jeweiligen Betrieben eingesetzt werden müssen und die Betriebe sich auf eine volle Kostenerstattung der Ausbildungskosten verlassen können. Genau diese Finanzierungssicherheit ist bisher in NRW Garant für den riesigen Erfolg der Ausbildungsumlage, die die Zahl der Altenpflegeausbildungen innerhalb von drei Jahren von rund 10.000 auf fast 18.500 gesteigert hat. Die Einschränkung dieser vollen Kostenerstattung, wie der Bund sie bisher plant, würde diesen NRW Erfolg nach allen uns vorliegenden Erkenntnissen massiv gefährden.

„Fatal wäre, wenn innerhalb der Großen Koalition im Wege eines Deals zwischen CDU und SPD das Gesetz zum Verbot des Apothekenversandhandels geopfert würde, um im Gegenzug die geplante Reform der Pflegeberufe ohne sinnvolle Änderungen durchzusetzen. Nur um kurz vor Ende der Legislaturperiode zu demonstrieren, man sei noch in der Lage, offene Baustellen abzuräumen – dies wäre eine Mit-dem-Kopf-durch-die-Wand-Mentalität, die viel Schaden anrichtet“, warnte Ministerin Steffens.

Quelle: Pressemitteilung vom 29.03.2017
Christoph Meinerz
Leiter des Referates "Presse, Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation"
Pressesprecher
Ministerium für Gesundheit, Emanzipation,
Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen
Horionplatz 1, 40213 Düsseldorf
Telefon: +49 (0)211 8618 4246
Telefax: +49 (0)211 8618 4566
E-Mail: christoph.meinerz@mgepa.nrw.de
Internet: http://www.mgepa.nrw.de
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Re: Pflegeberufsgesetz (PflBG) - Entwurf

Beitrag von WernerSchell » 29.03.2017, 13:36

Zum geplatzten Kompromiss zur Pflegeberufereform erhalten Sie eine Erklärung von Elisabeth Scharfenberg, Bundestagsabgeordnete und Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen.
Ute Montag
(Wahlkreismitarbeiterin)

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Pressemitteilung vom 29.03.2017

Gescheiterte Reform der Pflegeausbildung – ein Desaster!

Zum geplatzten Kompromiss zur Pflegeberufereform erklärt Elisabeth Scharfenberg, Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik:

Schon wieder verschoben – oder gar völlig geplatzt. Union und SPD missbrauchen die Reform der Pflege-Ausbildung für ein trauriges Polit-Schauspiel.

Seit fast einem Jahr streitet die Koalition über die Pflegeausbildung. Nun schien es zunächst einen Kompromiss zu geben – und dann doch nicht mehr. Am Ende stand die Unions-Fraktion allein vor der Presse. Die SPD glänzte durch Abwesenheit. Einigkeit sieht anders aus. Das ist ein mehr als unwürdiges Theater.

Mit dem geplatzten Kompromiss sollten offenbar alle Interessen bedient werden. Die Krankenpflegeausbildung sollte in „generalistische“ Ausbildung umbenannt werden, die Altenpflege- und die Kinderkrankenpflegeausbildung erhalten bleiben, die Ausbildung sollte endlich kostenfrei werden. Auch dieses Modell lässt sehr viele Fragen offen, etwa worin genau die generalistische Ausrichtung gegenüber den anderen Berufen bestünde. Zumindest aber schien nun ein Abschluss der Reform in Sicht. Das wäre im Sinne der Pflegeberufe gut gewesen. Nun droht gar nichts mehr zu passieren. Das ist ein Desaster.

Union und SPD müssen sich jetzt zügig zusammenreißen. Wenn sie sich schon über die Grundausrichtung der Pflegeausbildung nicht einigen können, dann dürfen zumindest folgende Reformschritte nicht mehr warten und müssen umgehend geregelt werden: die bundesweite Schulgeldbefreiung für Auszubildende der Altenpflege, die Einführung einer Ausbildungsumlage für die Altenpflege in allen Bundesländern, die regelhafte Verankerung der hochschulischen Pflegeausbildung.
________________________________
Elisabeth Scharfenberg, MdB
Bündnis 90/DIE GRÜNEN
im Deutschen Bundestag
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Tel: 030 227 74 531
Fax: 030 227 76 655
elisabeth.scharfenberg@bundestag.de
Wahlkreisbüro
Kreuzstraße 6
95111 Rehau
Tel: 09283 89 81 940
Fax: 09283 89 81 941
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Wir brauchen keine Legislatur der vergebenen Chancen

Beitrag von WernerSchell » 31.03.2017, 17:30

Wir brauchen keine Legislatur der vergebenen Chancen!

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) appelliert an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags, sich auf ihren Auftrag des politischen Gestaltens zu besinnen. „Das Gezerre um das Pflegeberufsgesetz nimmt immer groteskere Züge an, so verspielt man Vertrauen. Die Bevölkerung kann mit Recht von ihren Mandatsträgern erwarten, dass sie weiterdenken. Für die Pflege heißt das, dass jetzt die Weichen gestellt werden müssen, um in einer alternden Bevölkerung gute pflegerische Versorgung sicherzustellen. Pflege- und Bildungspolitik müssen künftige Szenarien und Bedarfe vordenken – und jetzt die dafür erforderlichen Voraussetzungen schaffen. Mit der Entscheidung über das Pflegeberufsgesetz wird eine Richtungsentscheidung für oder gegen professionelle Pflege in Deutschland getroffen“, sagt DBfK-Sprecherin Johanna Knüppel. „Eine Legislatur der Pflege hatte dies werden sollen – mit Blick auf die Pflegebildung könnte es eine weitere Legislatur der vergebenen Chancen werden. Und die Anforderungen der Zukunft sind schon jetzt kaum noch lösbar! Die Probleme überholen uns tagtäglich; es ist unverantwortlich, notwendige Richtungsänderungen nun erneut auszubremsen. Wer hat eigentlich das Sagen im deutschen Gesundheitssystem?“ fragt die DBfK-Sprecherin. „Es wäre fatal, wenn sich erneut diejenigen durchsetzen, die alles beim Alten belassen wollen - nicht etwa, weil dies vernünftig, sondern weil es billig und bequem ist. Statt von den eigennützigen Wirtschaftsinteressen der Reformgegner sollte sich die Politik von den langjährig guten internationalen Erfahrungen mit generalistischer Pflegeausbildung leiten lassen. Verabschieden Sie die Reform wie vorgelegt – ohne faule Kompromisse!“ lautet die Forderung des DBfK.

Im Koalitionsvertrag wurde zugesagt: „Wir wollen die Pflegeausbildung reformieren, indem wir mit einem Pflegeberufegesetz ein einheitliches Berufsbild mit einer gemeinsamen Grundausbildung und einer darauf aufbauenden Spezialisierung für die Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege etablieren.(…) Ziel sollte ein transparentes und durchlässiges Aus- und Weiterbildungssystem sein.“ Soll sich diese Zusage am Ende als hohl erweisen? So verspielt man jedes Vertrauen der größten Berufsgruppe im Gesundheitswesen – nachhaltig.
Wer Qualität der Pflege-Versorgung will, muss auch die nötigen Voraussetzungen dafür schaffen. Eine fundierte Berufsausbildung, genügend Fachpersonal und Aufbau und Erhalt von Wissen und Erfahrung gehören zuallererst dazu. Das Zugangs- und Ausbildungsniveau in den Pflegeberufen immer weiter abzusenken hat sich als gravierender politischer Fehler erwiesen. Er gehört jetzt endlich korrigiert!

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK)
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin
Tel.: 030-2191570
Fax: 030-21915777
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Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ist die berufliche Interessenvertretung der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Der DBfK ist deutsches Mitglied im International Council of Nurses (ICN) und Gründungsmitglied des Deutschen Pflegerates (DPR). Mehr Informationen über den Verband und seine internationalen und nationalen Netzwerke finden Sie auf der Homepage http://www.dbfk.de. Für Interviewwünsche oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte per E-Mail an presse@dbfk.de oder rufen Sie uns unter 030-219157-0 an.

Quelle: Pressemitteilung vom 31.03.2017
Johanna Knüppel | Referentin | Redaktion DBfK Aktuell | Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V.
http://www.dbfk.de | Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin | Fon 030-219157-0 | Fax 030-219157-77 | Umsatzsteuer Id.Nr. DE 114235140
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Modernisierung der Pflegeausbildung ...

Beitrag von WernerSchell » 04.04.2017, 06:45

Modernisierung der Pflegeausbildung wird Spielball wirtschaftlicher und arbeitsmarktpolitischer Interessen

Seit über einem Jahr liegt der Regierungsentwurf zur Reform der Pflegeberufe vor. Ziel war, die längst überfällige einheitliche primärqualifizierende Ausbildung für alle Pflegeberufe im Sinne der europäischen Berufsanerkennungsrichtlinie umzusetzen. Modellversuche hierzu sind vorab umfänglich durchgeführt und evaluiert worden und hatten sich bewährt. International ist diese Form der generalistischen Pflegeausbildung seit langem Standard und wird nicht hinterfragt. „Die maßgeblichen Pflegeberufsverbände hatten sich klar für diesen Gesetzentwurf ausgesprochen. Erst vor wenigen Tagen beim Deutschen Pflegetag setzten sich Mitglieder der Bundesregierung eindringlich für die Verabschiedung des Gesetzes ein – plausibel begründet. Einzelne Mitglieder von Bundestag und Bundesrat jedoch machen gegen das Gesetzesvorhaben mobil - aus rein unternehmerischen und arbeitsmarktpolitischen Gründen. Pflegebildungspolitische Erwägungen und Erfordernisse geraten in der Diskussion mittlerweile völlig in den Hintergrund“, stellt die Vorsitzende des Deutschen Bildungsrats für Pflegeberufe, Gertrud Stöcker, fest. „Die notwendige Modernisierung der deutschen Pflegeausbildung in Richtung europäischen Niveaus wird jetzt zum Spielball dieser Interessen. Um eine hochwertige und zukunftsorientierte Pflegeausbildung geht es offensichtlich nicht mehr. Die Kompromisslösungen, die gerade gehandelt werden, sind aus Sicht des Deutschen Bildungsrates für Pflegeberufe ungeeignet, weil sie die künftig Lernenden orientierungslos lassen.“

Bei allen anderen Berufen ist es eine Selbstverständlichkeit, die Ausbildung den Modernisierungsanforderungen anzupassen. Bei einem der wichtigsten und dem zahlenmäßig mit über 1,2 Mio. Berufsausübenden größten Gesundheitsberuf scheint dies keine Rolle zu spielen. Wieder einmal gilt: Pflege ist und bleibt fremdbestimmt. Ein fatales Signal an junge Menschen in der Phase der beruflichen Orientierung. Von ihrem künftigen Beruf erwarten junge Leute, dass er für ein breites Tätigkeitsspektrum qualifiziert, Perspektiven für ein langes und erfolgreiches Berufsleben eröffnet, zu guten Leistungen und beruflicher Weiterentwicklung motiviert, Berufsstolz herausfordert. So würde Pflege als Beruf wieder attraktiv und konkurrenzfähig. Vor dem Hintergrund des immer dramatischer werdenden Pflegefachpersonalmangels muss dies auch ein zentrales Anliegen der Berufsbildungsreform sein. Der Deutsche Bildungsrat für Pflegeberufe fordert die Abgeordneten des Deutschen Bundestags deshalb ausdrücklich auf, sich endlich ihrer gesundheits- und pflegepolitischen Verantwortung für die deutsche Bevölkerung zu stellen und den Weg frei zu machen für eine moderne Pflegeausbildung, die dem internationalen Vergleich standhält.

Berlin, 03. April 2017
gez. Gertrud Stöcker
Vorsitzende

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Bildungsrates für Pflegeberufe vom 03.04.2017
Susanne Adjei|Sozialmanagerin | Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V.
adjei@dbfk.de| http://www.dbfk.de | Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin | Fon 030-219157-11 | Fax 030-219157-77

+++
Ärzte Zeitung online - 03.04.2017
Pflegeberufe-Reform: Pflege wird "Spielball der Interessen"
>>> http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=933 ... ege&n=5670
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Weg für Reform der Pflegeberufe ist frei

Beitrag von WernerSchell » 07.04.2017, 12:38

Ärzte Zeitung vom 07.04.2017:
Koalition einig
Weg für Reform der Pflegeberufe ist frei
Nach langem Ringen soll die Pflege-Ausbildung reformiert werden. Am Donnerstagabend gab die Koalition grünes Licht.
Die Reform muss nun noch einmal ein Gesetzgebungsverfahren durchlaufen. Es gibt dennoch auch kritische Stimmen.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=933 ... fpuryyqrde
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Generalistik – Wer bin ich und wenn ja, wie viele?

Beitrag von WernerSchell » 08.04.2017, 06:17

Pressemitteilung vom 7.4.2017:

Generalistik – Wer bin ich und wenn ja, wie viele? VKAD positioniert sich zum Kompromiss über die künftige Pflegeausbildung

Freiburg, 7.4.2017 // Der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland (VKAD) e.V. begrüßt den Willen der Regierungsfraktionen, endlich die überfällige Neugestaltung der Ausbildung in den Pflegeberufen auf den Weg zu bringen.

„Wir sind dankbar dafür, dass die Politik fest entschlossen ist, die noch verbleibende Zeit der sich zu Ende neigenden Legislaturperiode intensiv zu nutzen, um das Gesetzesvorhaben zum Abschluss zu bringen.“ so Dr. Hanno Heil, Vorsitzender des VKAD. „Wir erwarten, dass der nun geschlossene Kompromiss nicht nur die Generalistik im Namen führt, sondern immer noch die über viele Jahre entwickelten Eckpfeiler, die der bisher vorliegende Gesetzesentwurf enthält, einschließt. Wir fordern eine Erhaltung des bisher Erreichten.“ führt Heil weiter aus.

Derzeit zeichnet sich aber gerade die Gefahr einer zu großen Entfernung von den Fundamenten des bereits vorliegenden Gesetzesentwurfs ab. „Wir beobachten, dass vielfach der Begriff „Generalistik“ nicht mehr im semantisch eindeutigen Sinne verwendet wird. Es entstehen Fehlvorstellungen über die generalistische Pflegeausbildung“ erklärt Andreas Leimpek-Mohler, Geschäftsführer des VKAD.

Der VKAD ruft die Politik dazu auf, nun die Weiterarbeit am Gesetzentwurf zügig und zielgenau voran zu bringen.

Kontakt:
Andreas Leimpek-Mohler, Geschäftsführer VKAD
Tel.: 0761/ 200 – 460; Mail: andreas.leimpek-mohler@caritas.de

Der Verband:
Der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland e.V. (VKAD) ist ein bundesweit tätiger und selbstständiger Fachverband für die Altenhilfe innerhalb des Deutschen Caritasverbands mit Sitz in Freiburg im Breisgau. Der VKAD vertritt die Interessen seiner über 1.200 Mitgliedseinrichtungen durch politische Lobbyarbeit, Öffentlichkeitsarbeit und fachliche Expertise in enger Kooperation mit dem Deutschen Caritasverband.
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Re: Pflegeberufsgesetz (PflBG) - Entwurf

Beitrag von WernerSchell » 08.04.2017, 06:22

Die Regierungskoalition hat sich auf einen Kompromiss zur generalistischen Pflegeausbildung geeinigt. Der Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) e.V., der die Interessen von ca. 1000 Mitgliedseinrichtungen bundesweit vertritt, ist enttäuscht, dass die im Vorfeld geäußerten Warnungen nicht gefruchtet haben, und befürchtet Nachteile für die Altenpflege. Lesen Sie bitte die anhängende Pressemitteilung.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen aus der Bundesgeschäftsstelle
Hubert Röser
Pressereferent
Bundesverband
Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen
(bad) e.V.
Zweigertstr. 50
45130 Essen
Tel. 0201 - 35 40 01
Fax 0201 - 35 79 80
Email h.roeser@bad-ev.de
Internet http://www.bad-ev.de

+++
Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen e. V.
Bundesgeschäftsstelle, Zweigertstr. 50, 45130 Essen,
Tel. 0201 . 354001, Fax: 0201 . 357980, E-Mail: info@bad-ev.de

PRESSEMELDUNG 10/2017

Große Koalition einigt sich auf Kompromiss zur Reform der Pflegeausbildung
„Warnungen haben nicht gefruchtet: Die befürchteten Nachteile für die Altenpflege sind nicht abgewendet worden!“


Essen, 07. April 2017. Der Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) e.V. kritisiert die von der großen Koalition beschlossene Reform der Pflegeausbildung. „Die Pläne einer Generalistik bei der Pflegeausbildung haben bereits im Vorfeld vielfach begründete Befürchtungen geweckt, die konkret benannt worden sind. Wir hätten uns gewünscht, dass diese Hinweise ernster genommen worden wären. Der vorliegende „Kompromiss“ sieht leider keine Lösungen für die offenkundigen Probleme für die Altenpflege vor. Kurz vor dem Ende der Legislaturperiode kann man sich hier des Eindrucks einer „Augen zu und durch“-Mentalität nicht erwehren.“, meint Andreas Kern, 1. Vorsitzender des Bundesvorstands des bad e.V.

Kern betont dabei, dass der bad e.V. nicht grundsätzlich gegen jede Form der Generalistik ist, sondern nur gegen die konkrete Form der vorliegenden Ausgestaltung.

„Die Politik formuliert selbst den Anspruch, dass wir mehr Fachkräfte in der Altenpflege brauchen und dieses Ziel darf durch die Generalistik nicht torpediert werden. Die aktuellen Pläne lassen jedoch das Gegenteil befürchten: Hauptschulabsolventen werden von einer zunehmenden Theoretisierung der Ausbildung abgeschreckt, wodurch weniger Menschen diesen en Beruf wählen. Und diejenigen, die den Pflegeberuf mit einer Neigung zur Altenpflege ergreifen, drohen in die zumeist besser bezahlte und in der Öffentlichkeit oft höher angesehene Krankenpflege abzuwandern“, mahnt Kern.

Die Prognose einiger Politiker, dass dies genau der Grund sei, warum die Gehälter in der Altenpflege erheblich steigen würden, bewertet Kern als zynisch: „Wenn die Sozialversicherung Krankenpflege deutlich besser bezahlt als Altenpflege, dann ist es nur natürlich, dass die Gehälter entsprechend unterschiedlich sind. Wenn aber die Einnahmen des Arbeitgebers in der Altenpflege niedriger ausfallen als in der Krankenpflege, dann kann er seinen Angestellten auch nur weniger Gehalt zahlen – selbst, wenn sie die gleiche Ausbildung absolviert haben. Und da es keinerlei Anzeichen gibt, dass die hier zwischen den Vergütungen für Alten- und Krankenpflege klaffende Lücke zukünftig geschlossen wird, ist anzunehmen, dass die Krankenpflege Fachkräfte zulasten der Altenpflege gewinnen wird, wodurch sich die Probleme bei Letzterer noch weiter verschärfen werden.“

Kern fürchtet ferner einen Qualitätsverlust in der Altenpflege, wenn die generalistische Ausbildung zunehmend einen allgemeinen oder gar einen anderen fachlichen Fokus hat: „Das Schlimme ist, dass nichts hiervon überraschend kommen wird und es trotzdem nicht verhindert wurde.“

Der Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) e.V. mit seinem Hauptsitz in Essen wurde 1988 gegründet. Er vertritt die Interessen von bundesweit rund 1000 zumeist privat geführten Pflegediensten und -einrichtungen und stellt damit einen der großen Leistungserbringerverbände in der Wachstumsbranche Pflege und Betreuung dar.
Ziel seiner Arbeit ist es, die Qualität und die Bedingungen der Leistungserbringung der ambulanten und stationären Pflege zu verbessern: und zwar gleichermaßen für die Unternehmen, die Pflegenden und die Patienten. Der bad e.V. mit seinen Landesorganisationen führt Verhandlungen unter anderem zu Vergütungsbedingungen für Pflegedienste und Pflegesätze für Heime.
Der bad e.V. ist in den wichtigen Beratungsgremien in Berlin vertreten und wird zu Änderungen pflegerelevanter Gesetze angehört. Zudem müssen die Landesorganisationen zu geplanten Landesgesetzen und -vorschriften gehört werden. Diese haben seit der Föderalismusreform im Pflegebereich erheblich an Bedeutung gewonnen.

Kontakt
Andrea Kapp, RA‘in
Bundesgeschäftsführerin bad e.V.
Qualitätsbeauftragte (TÜV)
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Weg für Reform der Pflegeberufe ist frei

Beitrag von WernerSchell » 10.04.2017, 06:33

Ärzte Zeitung vom 10.04.2017:
Koalition einig: Weg für Reform der Pflegeberufe ist frei
Nach langem Ringen soll die Pflege-Ausbildung reformiert werden. Die Koalition gab grünes Licht.
Die Reform muss nun noch einmal ein Gesetzgebungsverfahren durchlaufen.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=933 ... tik&n=5684
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Ausbildungsreform: nun doch!

Beitrag von WernerSchell » 11.04.2017, 16:06

Ausbildungsreform: nun doch!

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) betrachtet den Kompromiss zur Pflegebildungsreform als Einstieg in die Generalistik, bisher aber noch mit vielen Unbekannten. Dazu DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein heute in Berlin: „Es stellen sich bezüglich der Umsetzung dieses Modells viele Fragen zu den Details, beispielsweise der Regelung des Ausbildungsvertrages. All das wird noch spannend. Bei der Überarbeitung des Gesetzentwurfes kommt es darauf an, keine Schlupflöcher zuzulassen, die die Absicht der Reform unterlaufen. Es gibt wohl auch die Vorstellung, dass Schüler/-innen die Ausbildung nach zwei Jahren beenden und damit eine Assistenzqualifikation erreichen. Das ist weder fachlich noch berufspädagogisch sinnvoll machbar und - so unsere feste Überzeugung - verfassungsrechtlich nicht zulässig.“

In der Gesamtbewertung ist aus Sicht des DBfK festzuhalten: lieber ein Kompromiss, der zumindest den Einstieg in die Generalistik inklusive der wichtigen Bausteine hochschulische Ausbildung und Vorbehaltsaufgaben sichert, als keine Reform. Denn das Scheitern der Reform würde für mindestens eine Legislaturperiode weitere Reformschritte blockieren, da keine Regierung sich an ein derart heißes Eisen wagen würde. Es ist allerdings frustrierend und ernüchternd zu beobachten, welche Argumentation zu diesem Kompromiss im Bundestag geführt hat.

Verlierer des Kompromisses ist vor allem die Altenpflege. Der Deprofessionalisierungsdruck auf die Pflege, der vor allem in diesem Bereich wirkt, ist fatal. Denn gerade bei pflegebedürftigen Menschen in der Altenhilfe benötigen wir eine sehr hohe pflegerische Kompetenz, um eine gute Versorgung möglich zu machen. Es muss ein zentrales Anliegen der generalistischen Ausbildung sein, diesen Qualitätsanspruch abzusichern. Einige Arbeitgeber und leider auch einige Abgeordnete sehen die Anforderungen nicht so hoch und finden, ein gutes Herz und flinke Hände reichen aus, um in der Altenpflege zu arbeiten. Das ist kurzsichtig und geht zu Lasten der zu pflegenden Menschen.

Nach langem Aussitzen und zähen Verhandlungen haben sich die Fraktionen der Regierungsparteien kürzlich doch noch auf einen Kompromiss zur Ausbildungsreform in der Pflege geeinigt. An den Details zur Umsetzung des Kompromisses wird derzeit im Bundestag gefeilt, voraussichtlich im Mai wird das Parlament über das Gesetz abstimmen. Die Eckpunkte, soweit bekannt, sehen vor:

• Die Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung wird durch die generalistische Ausbildung abgelöst.
• Alle Elemente des Entwurfes des Pflegeberufsgesetzes bleiben erhalten (also auch hochschulische Ausbildung als zweiter Zugang zum Beruf und vorbehaltene Tätigkeiten).
• Nach 22 Monaten können sich die Schüler/-innen entscheiden, ob sie im 3. Ausbildungsjahr einen generalistischen Abschluss oder doch lieber einen Altenpflege- oder Gesundheits- und Kinderkrankenpflegeabschluss anstreben wollen.
• Nach 6 Jahren Umsetzung wird dem Bundestag berichtet, wie viele Schüler sich jeweils für die drei Möglichkeiten entschieden haben. Sollten sich mehr als 50% für die Generalistik entschieden haben, werden die zusätzlichen Abschlüsse abgeschafft.
Der DBfK ist unverbrüchlich davon überzeugt, dass das generalistische Ausbildungsmodell das einzig zielführende für eine gute pflegerische Versorgung in Deutschland ist. In diesem Sinne werden wir uns auch weiterhin in die politische Debatte einbringen.

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK)
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Fax: 030-21915777
dbfk@dbfk.de
http://www.dbfk.de

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ist die berufliche Interessenvertretung der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Der DBfK ist deutsches Mitglied im International Council of Nurses (ICN) und Gründungsmitglied des Deutschen Pflegerates (DPR). Mehr Informationen über den Verband und seine internationalen und nationalen Netzwerke finden Sie auf der Homepage http://www.dbfk.de. Für Interviewwünsche oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte per E-Mail an presse@dbfk.de oder rufen Sie uns unter 030-219157-0 an.

Quelle: Pressemitteilung vom 11.04.2017
Johanna Knüppel | Referentin | Redaktion DBfK Aktuell | Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V.
http://www.dbfk.de | Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin | Fon 030-219157-0 | Fax 030-219157-77 | Umsatzsteuer Id.Nr. DE 114235140
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Ausbildungsreform jetzt auf den Weg bringen

Beitrag von WernerSchell » 31.05.2017, 08:08

Deutscher Bildungsrat für Pflegeberufe

Ausbildungsreform jetzt auf den Weg bringen

Berlin: Der Deutsche Bildungsrat für Pflegeberufe (DBR) begrüßt die Initiative der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und SPD, das Pflegeberufsgesetz doch noch auf den Weg zu bringen. Die Reform ist überfällig und wurde viel zu lange zerredet. Mit den Kompromissvorschlägen können die Befürworter einer grundlegenden Reform allerdings nicht wirklich glücklich sein. Aber es gibt in dieser Legislaturperiode kaum eine Wahl mehr: Es gilt jetzt sicherzustellen, dass einige Meilensteine gesetzt werden. Zu diesen Meilensteinen gehören:

• die Regelung der hochschulischen Ausbildung als Zugang zum Beruf.
• die Einführung von vorbehaltenen Tätigkeiten,
• die klar formulierte selbständigen Kompetenzprofile und
• die Erweiterung des Kompetenzprofils um heilkundliche Aufgaben

Zentrales Element bei allem ist unverändert die Schaffung einer generalistischen Ausbildung.

Zusammengenommen rechtfertigen diese Aspekte das Gesetzesvorhaben, auch wenn Ungereimtheiten und Fehler bleiben. Dies ist bei einem in letzter Sekunde gefundenen Kompromiss leider häufig. Gesetzliche Nachbesserungen werden daher unvermeidbar sein.

Die Politik war an dieser Stelle mutlos. Sie folgte bevorzugt dem Rat einseitig und arbeitsmarktorientierter Arbeitgeber und Gewerkschaften sowie pädiatrischer Verbände und lobbykratischen Mitgliedern des Deutschen Bundestages. Deren Beiträge hatten im Regelfall nichts mit Bildungsqualität zu tun. Die Bildungsexpertise der Pflegeberufsorganisationen wurde gehört, aber am Ende vor allem bei der beruflichen Ausbildung nicht berücksichtigt. Die Rückführung von Bildungsstandards wird offenbar billigend in Kauf genommen.

Also wird die Pflege voraussichtlich das tun, was sie im Laufe der Jahrzehnte des „Nichtgehörtwerdens“ gelernt hat: pragmatische Lösungen in komplexen Situationen finden, die Andere für sie eingebrockt haben. Es ist zu hoffen, dass die Schülerinnen und Schüler ihren Wunsch nach einer modernen und breit gefächerten Ausbildung zum Ausdruck bringen: Durch Abstimmung mit den Füßen pro generalistischem Abschluss und automatischer Anerkennung innerhalb der EU. Immerhin: Der kreative Wildwuchs bei den hochschulischen Ausbildungen wird durch das Gesetz in eine längst überfällige einheitliche Struktur überführt.

Wir brauchen jetzt unbedingt ein Pflegeberufegesetz - und Planungssicherheit für alle Beteiligten. Es wird ein Gesetz in Etappen sein müssen. Es wäre für die berufliche Qualifikation in der Pflege fatal, wenn dieses Gesetzgebungsverfahren jetzt scheitern würde, denn es ist auf absehbare Zeit nicht zu erwarten, dass sich eine Regierung und ein Parlament wieder an diese Herkulesaufgabe für die Profession heranwagen.

gez. Gertrud Stöcker
Vorsitzende

Quelle: Pressemitteilung vom 31.05.2017
Susanne Adjei|Sozialmanagerin | Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V.
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Pflegeberufsgesetz (PflBG) - Entwurf

Beitrag von WernerSchell » 02.06.2017, 07:36

Deutsches Ärzteblatt vom 01.06.2017
Kritik an Verhalten der Bundesregierung beim Pflegeberufegesetz
Berlin – Die Entscheidung von Union und SPD, keine weitere Anhörung zum Pflege­berufegesetz durchzuführen, ist auf Kritik gestoßen. „Die schwarz-rote Koalition hat eine öffentliche Anhörung zu ihrem Kompromiss bei der Reform der Pflegeausbildung abgewürgt“, erklärte die Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik der Grünenfraktion, Elisabeth Scharfenberg, gestern im Anschluss an eine Sitzung des Gesundheits­aus­schusses des Deutschen Bundetags, auf der diese Entscheidung getroffen worden war.
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Pro Pflege .... hat es aufgegeben, zur Neugestaltung der Pflegeausbildung - und damit zum Entwurf für ein neues Pflegeberufegesetz - Äußerungen abzugeben. Wer etwas für die Pflege tun will, muss in erster Linie bundesweit geltende Personalbemessungssysteme mit auskömmlichen Stellendotierungen in Krankenhäusern und Heimen schaffen. Dann müssen die Tarifvertragsparteien durch geeignete Maßnahmen zur Gestaltung höherer Vergütungen animiert werden. Mit einem neuen Pflegeberufegesetz - allein - schafft man keine wirklichen Verbesserungen für die Pflegeberufe. Wenn es neue Regelungen geben sollte, wären nach hiesiger Ansicht weitergehendere Veränderungen notwendig. Der Pflegeberuf muss in jeder Hinsicht aufgewertet werden. - Werner Schell

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Die Statements von Werner Schell, Vorstand von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk, beim Neusser Pflegetreff am 21.10.2015 sind in einem gesonderten Filmbeitrag (7.30 Minuten) anschaubar unter:
> https://youtu.be/qbyHRxX9ikk
Die wesentlichen Aussagen:
- Mehr Pflegepersonal - jetzt und nicht später!
- Mehr Zeit für Zuwendung und Pflege ermöglichen.
- Der im PSG II vorgesehene § 113c SGB XI, der ein Personalbemessungssystem anspricht, reicht nicht!
- Mängel müssen abgestellt werden, auch im Hinblick auf den Einsatz der Betreuungskräfte nach § 87b SGB XI
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Hinweise zu weiteren Filmdokumentationen u.a. unter
> viewtopic.php?f=6&t=21070

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Stärkung der professionellen Pflege ist dringend nötig. Im Gesundheitsausschuss des Bundestages wurden am 31.05.2017 entsprechende Forderungen deutlich formuliert. Wie seit Jahren von Pro Pflege … herausgestellt wird, müssen schnellstmöglich bundesweit verbindliche Personalbemessungsregelungen gestaltet und umgesetzt werden. Ein weiteres Zuwarten ist mit Rücksicht auf den bereits bestehenden Fachkräftemangel unverantwortlich!
viewtopic.php?f=3&t=22096&p=98289#p98289
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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WernerSchell
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Ausschuss billigt Pflegeberufereform

Beitrag von WernerSchell » 21.06.2017, 11:58

Ausschuss billigt Pflegeberufereform
Gesundheit/Ausschuss

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Berlin: (hib/PK) Nach monatelangen kontroversen Beratungen hat der Gesundheitsausschuss des Bundestages das heftig umstrittene Pflegeberufereformgesetz (18/7823 http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/078/1807823.pdf ) gebilligt. Für die in den Beratungen noch deutlich veränderte Vorlage stimmten am Mittwoch die Koalitionsfraktionen von Union und SPD. Die Opposition votierte gegen den Gesetzentwurf, der am (morgigen) Donnerstag im Bundestag endgültig beschlossen werden soll.
Ursprünglich vorgesehen war ein durchgängig generalistisches Ausbildungskonzept, das die drei Berufszweige Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege vereinen sollte. Kritiker bemängelten jedoch, damit würde Spezialwissen in der Kinderkranken- und Altenpflege nicht mehr ausreichend vermittelt.
Der nun im Ausschuss verabschiedete Kompromiss sieht eine mindestens zweijährige generalistische Ausbildung vor sowie eine mögliche einjährige "Vertiefung" in den Bereichen Kinderkranken- und Altenpflege. Künftig sind somit weiterhin differenzierte Abschlüsse möglich in der sogenannten Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie Altenpflege. Der Schwerpunkt liegt jedoch künftig in der Generalistik.
Die Ausbildung dauert in Vollzeit drei Jahre, in Teilzeit maximal fünf Jahre und ist für die Auszubildenden künftig kostenlos. Das bislang in manchen Ländern noch erhobene Schulgeld entfällt. Voraussetzung für eine Pflegeausbildung ist ein mittlerer Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung. Neu eingeführt wird eine Pflegeausbildung an Hochschulen. Das Studium dauert drei Jahre und soll unter anderem ein vertieftes Wissen über Grundlagen der Pflegewissenschaft vermitteln.
Mit der Ausbildungsreform soll der Pflegeberuf an neue Anforderungen angepasst werden. Die Generalistik wird als besonders wichtig erachtet, weil in den Krankenhäusern der Anteil älterer, demenziell erkrankter Patienten steigt und in den Pflegeheimen der medizinische Behandlungsbedarf der Bewohner zunimmt. Angesichts des Fachkräftemangels in der Pflege sollen die Einsatzfelder von Pflegern durch Wechselmöglichkeiten vergrößert werden.
Die Fraktionen Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen monierten unter anderem, dass die notwendige Ausbildungs- und Prüfungsverordnung noch gar nicht vorliege. Dies sei ein schwerer Mangel.

Quelle: Mitteilung vom 21.06.2017
Deutscher Bundestag
Parlamentsnachrichten, PuK 2
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Tel.: +49 30 227-35642, Fax +49 30 227-36001
E-Mail: vorzimmer.puk2@bundestag.de

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Auszubildende in Pflegeberufen leiden unter Zeitdruck - dpa Bildfunk
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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WernerSchell
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Pflegeberufegesetz verabschiedet

Beitrag von WernerSchell » 22.06.2017, 10:05

Pflegeberufegesetz verabschiedet
Der Bundestag hat heute in dritter Lesung das Pflegeberufegesetz verabschiedet. Die Zustimmung des Bundesrates wird am 7.7.2017 erwartet.

Die jetzt verabschiedete Reform bleibt deutlich hinter dem ursprünglichen Gesetzentwurf zurück. In letzter Minute wurde ein Kompromiss gefunden, der den Eigeninteressen einer kleinen, aber militanten Minderheit Rechnung trägt. Traurig, dass es trotz der überwältigenden Mehrheit der Regierungsfraktionen im Bundestag soweit kommen musste. „Wir werden sorgfältig prüfen - dies gilt insbesondere für die Bildungsstandards der beruflichen Ausbildung - wo das jetzt verabschiedete Gesetz nicht praxistauglich ist, und in der nächsten Legislaturperiode entsprechende Nachbesserungen einfordern“, sagt Prof. Christel Bienstein, Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK). „Es muss gewährleistet werden, dass die im Ausbildungsziel formulierten Kompetenzprofile auch in der Ausbildung erreicht werden. Vertagt wurde die Ausbildungs- und Prüfungsordnung, diese soll zudem vom nächsten Bundestag verabschiedet werden. Das ist absurd!“

Die Reform produziert etliche Verlierer: zuallererst die Altenpflege, für die eine historische und lange überfällige Chance der Aufwertung vergeben wird; die Pflegeschulen, die sich schwertun werden, eine Ausbildung zu planen, die viele unterschiedliche Interessen bedienen soll und bis Ende des zweiten Ausbildungsjahres kaum kalkulierbar bleibt, sowie Alten- und KinderkrankenpflegerInnen, denen weiterhin die automatische europaweite Anerkennung ihrer Berufsausbildung verwehrt ist.

Wie kann unter solchen Umständen der Pflegeberuf attraktiv sein – insbesondere für junge Menschen in der Phase der Berufsorientierung? Eine echte Reform wird verschoben und so verstreicht erneut wertvolle Zeit, die kaum aufzuholen ist.

Positiv zu vermerken sind, dass durch das Gesetz mit dem Ausbildungsziel eine Selbständigkeit für professionelles pflegerisches Handeln verstärkt sowie die hochschulische Ausbildung geregelt wird. Vorbehaltene Tätigkeiten werden klar definiert. Auch die Generalistik kommt, wenn auch mit einer Option, statt der bei Ausbildungsbeginn gewählten Vertiefung im 3. Jahr einen eigenen Abschluss Altenpflege oder Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zu wählen. Hier erwarten wir eine Abstimmung mit den Füßen pro Generalistik. Deutliche Verbesserungen wird es für die Praxisanleitung geben als Reaktion auf die in den vergangenen Jahren zunehmend desolate Ausbildungssituation in den Praxiseinsätzen. Das Schulgeld für eine Pflegeausbildung wird ein für alle Mal abgeschafft – längst überfällig in einem Engpassberuf mit niedrigem Lohnniveau.

Bei aller Enttäuschung über einige Regelungen muss auch konstatiert werden, dass ein Scheitern der Gesetzesinitiative in dieser Legislaturperiode für voraussichtlich die nächsten acht Jahre Stillstand bedeutet hätte. Die Länder sind nun aufgefordert, die Schulen, Hochschulen und Praxisorte bei der Umsetzung des Gesetzes zu unterstützen. Der DBfK wird seine Expertise dazu beitragen, eine zukunftstaugliche Ausbildung zu etablieren.

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK)
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin
Tel.: 030-2191570
Fax: 030-21915777
dbfk@dbfk.de
http://www.dbfk.de

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ist die berufliche Interessenvertretung der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Der DBfK ist deutsches Mitglied im International Council of Nurses (ICN) und Gründungsmitglied des Deutschen Pflegerates (DPR). Mehr Informationen über den Verband und seine internationalen und nationalen Netzwerke finden Sie auf der Homepage http://www.dbfk.de. Für Interviewwünsche oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte per E-Mail an presse@dbfk.de oder rufen Sie uns unter 030-219157-0 an.

Quelle: Pressemitteilung vom 22.06.2017
Johanna Knüppel | Referentin | Redaktion DBfK Aktuell | Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V.
http://www.dbfk.de | Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin | Fon 030-219157-0 | Fax 030-219157-77 | Umsatzsteuer Id.Nr. DE 114235140
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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Pflegeberufe müssen attraktiver werden

Beitrag von WernerSchell » 23.06.2017, 06:24

Ärzte Zeitung vom 23.06.2017:
Gesundheitsministerkonferenz
Pflegeberufe müssen attraktiver werden

Alterung der Gesellschaft, wachsende Zahl der Pflegebedürftigen und hohe Belastung des Pflegepersonals:
Auf ihrer Konferenz suchten die Gesundheitsminister nach Antworten auf diese Probleme. Dabei geht es
auch um die Attraktivität des Pflegeberufes.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=938 ... fpuryyqrde
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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Mangelhafte Pflegeausbildung durch Pflegenotstand

Beitrag von WernerSchell » 23.06.2017, 06:44

Am 23.06.2017 bei Facebook gepostet:
Mangelhafte Pflegeausbildung: In NRW werden immer mehr Altenpflegeschüler ausgebildet, weil Fachkräfte in der Branche fehlen. Aber Kritiker beklagen die Qualität der Ausbildung. Nach WDR-Recherchen soll das Wissen der Auszubildenden so mangelhaft sein, dass Patienten zu Schaden kommen könnten.
viewtopic.php?f=3&t=22175
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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