Angemessene Personalbemessungssysteme sind für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen zwingend geboten

Pflegespezifische Themen; z.B. Delegation, Pflegedokumentation, Pflegefehler und Haftung, Berufsrecht der Pflegeberufe

Moderator: WernerSchell

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Neue DBfK-Broschüre: „Geh auf Nummer sicher! – Deine Rechte in und nach der Ausbildung“

Beitrag von WernerSchell » 16.12.2020, 16:23

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Neue DBfK-Broschüre: „Geh auf Nummer sicher! – Deine Rechte in und nach der Ausbildung“
Arbeitszeiten, Urlaub, Pausenregelung: AG Junge Pflege des DBfK Südost informiert angehende Pflegefachpersonen


Wie ist es eigentlich mit dem Frei und wie mit dem Urlaub, habe ich ein Anrecht auf Praxisanleitung, bin ich zu Mehrarbeit verpflichtet? In einer 36-seitigen Broschüre mit dem Titel „Geh auf Nummer sicher!“ Deine Rechte in und nach der Ausbildung“ haben Mitglieder der AG Junge Pflege im Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe, DBfK Südost e.V. alle aus ihrer Sicht relevanten Fragen kurz und knapp aufbereitet. Die Broschüre informiert beispielsweise über Arbeitszeiten, die Pausenregelung, Urlaub und Krankheit oder führt auf, was konkret in einem Dienst- und Schichtplan stehen muss. Auch beantwortet ein Kapitel, wer im Team eigentlich welche Aufgaben hat, wer anordnen kann und wer im Schadensfall haftet. „Was kann ich tun, wenn ich meine Aufgaben nicht mehr sorgfältig erledigen kann, weil die Schicht unterbesetzt ist? Was ist, wenn die pflegebedürftigen Menschen nicht mehr sicher versorgt werden können, weil Kollegen/innen fehlen?“ Diese Frage hat die jungen Pflegenden stark beschäftigt. Auch dazu gibt es Antworten. Geklärt werden auch die Unterschiede zwischen Rufbereitschaft, Bereitschaftsdienst und Arbeitsbereitschaft. Die Themen Mobbing und Schwangerschaft sowie Informationen zur neuen generalistischen Pflegeausbildung und den damit verbundenen vorbehaltenen Tätigkeiten für Pflegende runden die Broschüre ab. Die Autorinnen und Autoren haben alle wesentlichen Quellen und rechtlichen Grundlagen einbezogen und bahnen den Lesern/innen einen übersichtlichen Weg durch den Paragrafen-Dschungel. Die Texte sind sehr praxisnah formuliert, so dass die Auszubildenden und jungen Berufseinsteiger die Informationen sofort auf ihre Situation übertragen können. Die Broschüre eignet sich auch für den Einsatz an Pflegeschulen und steht kostenfrei zum Download zur Verfügung: www.dbfk.de/Donwloads/

Quelle: Pressemitteilung vom 16.12.2020
Sabine Karg
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe | DBfK Südost e.V. | Edelsbergstraße 6 | 80686 München
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"Stern"-Petition zur Pflege ist unzureichend und kontraproduktiv - "Masterplan Pflege" ist überfällig!

Beitrag von WernerSchell » 24.01.2021, 17:54

Aus Forum:
viewtopic.php?f=3&t=23783&p=116892#p116892



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für hilfe- und pflegebedürftige Menschen in Deutschland
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24.01.2021

"Stern"-Petition zur Pflege ist unzureichend und kontraproduktiv - "Masterplan Pflege" ist überfällig

Die "STERN"-Petition zur Pflege soll, so lauten einige Aufmunterungen, gezeichnet werden. Dem vermag ich nicht zu folgen, weil völlig andere - weitergehendere - Aktivitäten angezeigt sind, um das Pflegesystem, stationär und ambulant, zu verbessern -JETZT!

Ich bin erstaunt darüber, wer diesen "dünnen" Petitionstext alles gezeichnet hat (siehe auch > viewtopic.php?f=3&t=23783&p=116851#p116851 ).

Es wird seit rd. 20 Jahren darüber informiert, dass in den Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern ein Pflegenotstand besteht. Darüber wissen eigentlich alle Bescheid, vor allem die zuständigen Politiker. Eine Reform der Arbeitsbedingungen des Pflegepersonals ( = deutlich verbesserte Stellenschlüssel und höhere Vergütungen) ist überfällig. Erforderlich sind aber auch deutliche Verbesserungen für die pflegebedürftigen Menschen, die zu Hause versorgt werden. Das sind rd. 70% der Pflegebedürftigen. Es geht also um eine ganzheitliche Betrachtung vielfältiger Reformaspekte - und dazu gehört u.a. auch eine Neuordnung der Pflegefinanzierung.

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hat deshalb immer wieder auf die wachsende Pflegenot, die ambulant und stationär besteht, aufmerksam gemacht und eine entsprechende Neugestaltung in einem "Masterplan "Pflege" eingefordert. Dabei muss gelten: "Mit zwei kleinen Schritten kommt man nicht über einen Abgrund"!

Dass ausgerecht der "STERN" eine Pflegepetition gestartet hat, kann auch als Werbekampagne für die eigene Publikation gewertet werden. Einige Zeichner haben möglicherweise den unzulänglichen Text nicht richtig eingeordnet und wollten schnell bei den "Guten" sein.

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hat übrigens zur Pflegenotstandssituation am 13.04.2014 ein umfängliches Statement verfasst und dem damaligen Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe beim Neusser Pflegetreff übergeben. Dieses Papier (abrufbar unter > https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzw ... se2014.pdf ) konnte dann wenige Wochen später in Begleitung der Pflegedirektorin Andrea Albrecht im Bundesgesundheitsminister näher erläutert werden.


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Danach kam es im Rahmen von mehreren Gesetzesinitiativen des Bundesgesundheitsministeriums zur Schaffung des § 113c SGB XI. Das daraufhin erstellte Rothgang-Gutachten liegt nun seit Monaten vor und zeigt einen zusätzlichen Stellenbedarf in den Heimen von 36%. Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hatte immer schon eine deutliche Anhebung der Stellenschlüssel gefordert, war aber (bescheidener auf einen Bedarf von zusätzlich rd. 20% Pflegefachkräfte gekommen. Dies könnte eigentlich heute alles so umgesetzt werden mit dem Ergebnis, dass eine Stellenvermehrung sich aufgegliedert nach 20% Pflegefachkräfte und 16% Pflegehilfskräfte.

Weiter ist es aber erforderlich, die ambulante Versorgung pflegebedürftiger Menschen entscheidend zu verbessern. Denn 70% aller pflegebedürftigen Menschen werden ambulant versorgt, entweder von Angehörigen oder von Pflegediensten, ggf. auch von beiden zusammen (kombiniert). Insoweit müssen Mängel und vielfältige ergänzende Unterstützungsstrukturen angesprochen werden. V.a. wird es für erforderlich erachtet, kommunale Quartierskonzepte zu entwickeln. Dazu wurden von Pro Pflege - Selbsthilfenetz wiederholt Vorschläge unterbreitet. So z.B. im Rahmen einer Fachtagung "Neue Wohnformen im Quartier" am 14.08.2015. Das vorgelegte Statement ist abrufbar unter > https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzw ... 082015.pdf

"Die Pflege der Zukunft ist eine Pflege im Quartier. Genau dort, wo die Menschen leben, zuhause sind und alt werden möchten". - Gesundheitsministerin Nonnenmacher (Grüne) - zitiert in "CARE-konkret" (15.01.2021).


Quartiershilfen müssen die Leistungen der Pflegeversicherung zielgerichtet ergänzen. In einem Film (7,45 Min.) habe ich bereits Ende 2014 auf die hiesigen Aktivitäten und das Engagement für die kommunale Quartiersgestaltung aufmerksam gemacht: > https://www.youtube.com/watch?v=GYGxFhE_GcI&t=51s

Es versteht sich, dass alle Reformmaßnahmen höhere Aufwendungen zur Folge haben werden. Da aber bereits die jetzigen Leistungsansprüche zu kaum noch tragbaren Belastungen der pflegebedürftigen Menschen bzw. ihrer Angehörigen geführt haben, ist neben allen gebotenen Reformschritten eine Finanzreform des Pflegesystems unausweichlich. Wie dies allerdings finanziert werden soll, muss angesichts der enormen Zahlungsverpflichtungen im Rahmen der Corona-Bekämpfung als problematisch erscheinen.

Wir brauchen nach all dem einen "Masterplan Pflege", der alle Bereiche der pflegerischen Versorgung einschließlich Finanzierung erfasst.


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Werner Schell

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Angemessene Personalbemessungssysteme sind für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen zwingend geboten

Beitrag von WernerSchell » 09.02.2021, 09:28

Zum Thema "Angemessene Personalbemessungssysteme sind für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen zwingend geboten" wurden im Forum - Archiv (bis 2020) zahlreiche Beiträge eingestellt: > viewtopic.php?f=3&t=23508
Die Informationen zu diesem Thema werden - im Forum - Beiträge ab 2021 - fortgeführt! - Siehe > https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... p?f=4&t=22
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Pflege-Petition: STERN zieht schonungslose Bilanz der Politik von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Beitrag von WernerSchell » 15.04.2021, 12:32

Gruner+Jahr, STERN - Pressemitteilung vom 15.04.2021

Pflege-Petition: STERN zieht schonungslose Bilanz der Politik von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

- Offizielle Stellungnahme des Ministeriums zur Pflege-Petition sieht keinen neuen Handlungsbedarf
- Votum der Abgeordneten zur Petition steht noch aus
- Start einer dreiteiligen Serie, die die Stellungnahme des Ministeriums dem Realitätscheck unterzieht
- Jetzt lesen auf stern.de/stellungnahme >>> https://www.stern.de/gesundheit/pflegep ... 73310.html


Bessere Arbeitsbedingungen, mehr Gehalt, mehr Wertschätzung für Pflegekräfte - das fordert die STERN-Bundestagspetition "Pflege braucht Würde" (LINK). Sie wird mitgetragen von zahlreichen Pflegekräften, Prominenten und 28 hochkarätigen Organisationen. Sie ist eine der erfolgreichsten Petitionen in der Geschichte des Bundestags. Die Zahl der Mitzeichnungen liegt mittlerweile bei mehr als 350.000. Und die Zahl wächst weiter an, denn auch nach Ablauf der Online-Zeichnungsfrist ist eine Unterstützung per Brief oder Fax noch möglich.

Vor sechs Wochen stand der Petent und STERN-Autor Dr. Bernhard Albrecht in einer Anhörung dem Petitionsausschuss Rede und Antwort, begleitet von Bernadette Klapper von der Robert Bosch-Stiftung. Die Abgeordneten stellten ihre Fragen wechselweise an ihn und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Der hinterließ den Eindruck, dass die Petition eigentlich überflüssig war: "Wir sind dran, nicht nur in Wort, sondern auch in Tat," sagte Spahn während der Anhörung. Das Bundesgesundheitsministerium sieht keinen neuen Handlungsbedarf. So liest sich ihre offizielle Stellungnahme an den Petitionsausschuss, dessen abschließendes Votum zur Petition noch aussteht, und die dem STERN jetzt vorliegt. Das Magazin unterzog die Stellungnahme dem Faktencheck und veröffentlicht das Ergebnis auf stern.de/stellungnahme.

Der Artikel ist Auftakt einer dreiteiligen Serie, die in den kommenden Wochen im STERN erscheint und in der Dr. Bernhard Albrecht die Forderungen der Pflege-Petition nacheinander durchdekliniert. Im ersten Teil geht er der ersten Forderung nach, die lautet: "Mehr Zeit für Patient:innen: verlässliche Arbeitszeiten. Entlastung von Bürokratie. Personalschlüssel nach echtem Bedarf. Sofortiges Handeln bei Unterbesetzung". Abhilfe beim Personalnotstand sollte Spahns im Jahr 2018 gestartete "Konzertierte Aktion Pflege" schaffen, so argumentiert das Ministerium in seiner Stellungnahme.

Das Fazit nach dem Faktencheck des STERN lautet: "Für die Personalnot an den Krankenhäusern heißt es leider: 'Gehen Sie zurück auf Los' - und warten Sie dort, bis das nächste 'Personalbemessungsinstrument' vorgestellt wird, vielleicht ja dann schon 34 Jahre nach dem ersten Versuch. Für die Altenpflege heißt es abwarten, ob jetzt wirklich geeignete Menschen in Massen in den Beruf strömen. Das hängt im Wesentlichen davon ab, wie attraktiv der Beruf künftig sein wird. Schulnote: 5+. Versetzung gefährdet."

Pressekontakt:
Sabine Grüngreiff
Gruner + Jahr GmbH
Leiterin Markenkommunikation
Telefon: 040 / 37 03 - 2468
E-Mail: gruengreiff.sabine@guj.de
Internet: www.stern.de

Quelle: https://www.presseportal.de/pm/6329/4889723
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Pflegenotstand auflösen und in den Kommunen unterstützende Netzwerke gestalten - Statement 28.06.2021

Beitrag von WernerSchell » 28.06.2021, 06:17

Übernahme aus Forum > https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... ?f=5&t=194


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für hilfe- und pflegebedürftige Menschen in Deutschland
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28.06.2021

Pflegenotstand auflösen und in den Kommunen unterstützende Netzwerke gestalten

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Meinen Einsatz für gute Pflege-Rahmenbedingungen (= v.a. Gestaltung von kommunalen Quartiershilfen zur Unterstützung der ambulanten/häuslichen Pflege und deutliche Anhebung der Stellenschlüssel sowie verbesserte Vergütungen für die professionelle Pflege) gibt es seit über 20 Jahren (u.a. mit Erfahrungen in rd. 40 Jahren Lehrtätigkeit an Krankenpflegeschulen und Lehrtätigkeit an der Katholischen Fachhochschule Köln), ohne dass es in dieser Zeit nennenswerte Verbesserungen gegeben hat. Intensiv begonnen hat dieser Einsatz mit Einführung der Pflegeversicherung und gleichzeitiger Abschaffung der Pflege-Personal-Regelung (PPR) Mitte der 1990er Jahre!

Es wurde seitdem in vielfältiger Weise informiert, u.a. mittels Internet, aber auch über die TV- und Printmedien. Es gab Gelegenheit, in dutzenden von TV-Beiträgen zur Pflegesituation umfängliche Statements abzugeben (u.a. WDR-Lokalzeit Düsseldorf, WISO, "Nachtcafé", SWR). Von den Printmedien wurden ebenfalls zahlreiche Stellungnahmen erbeten; so z.B. auch von der Neuss-Grevenbroicher Zeitung. Besonders zielgerichtet wurde am 11.08.2010 unter dem Titel "Mehr Personal, bessere Pflege" berichtet.

NGZ-Bericht vom 11.08.2010 siehe:
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzw ... pflege.php


In über 20 Buchveröffentlichungen konnte über verschiedene Themen des Gesundheits- und Pflegesystem informiert werden. Besonders hervorzuheben ist dabei das Lehrbuch "Staatsbürger- und Gesetzeskunde für Pflegeberufe in Frage und Antwort" (Erstveröffentlichung im Thieme-Verlag 1974 mit insgesamt 12 Auflagen).

Nähere Infos zu den Buchveröffentlichungen:
https://www.wernerschell.de/publikationen.php


In über 30 Neusser Pflegetreffs wurde mit rd. 100 hochrangigen Politikern (z.B. Minister, Bundestags- und Landtagsabgeordnete, Landrat des RKN, Bürgermeister der Stadt Neuss, Patienten- bzw. Pflegebeauftragte der Bundesregierung) und sonstigen Experten (z.B. Verbandsvertreter, Ärzte, Wissenschaftlicher, Pflegefachkräfte) aus den verschiedenen Einrichtungen des Gesundheits- und Pflegesystems auf die dringlichsten Handlungserfordernisse aufmerksam gemacht. Ergänzend konnte wiederholt in der Gesundheitskonferenz des Rhein-Kreises Neuss vorgetragen werden. - Leider konnten entsprechende Veranstaltungen seit Beginn der Corona-Pandemie nicht fortgeführt werden. So musste auch der für den 06.05.2020 komplett geplante Pflegetreff, der v.a. die Themen Pflegenotstand und Quartiershilfen aufgreifen sollte, bereits im März 2020 abgesagt werden. Eine neue Terminierung ist ungewiss.

Infos dazu:
> viewtopic.php?f=6&t=21660
> viewtopic.php?f=6&t=21963
> https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzw ... se2014.pdf
> https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzw ... 082015.pdf
> https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... =63&p=1782
> viewtopic.php?f=7&t=23481


Dass die hiesigen Informationen und Aktivitäten "oben angekommen" sind, zeigt der Umstand, dass es im Laufe der Jahre verschiedene Ehrungen gab (z.B. 2010: Ehrenpreis für soziales Engagement des LVR, 2013: Bundesverdienstkreuz, 2017: Deutscher Bürgerpreis, Kategorie Lebenswerk, 2017: Verdienstorden des Landes NRW).

Siehe insoweit:
> viewtopic.php?f=7&t=15095
> viewtopic.php?t=19976
> viewtopic.php?t=22294
> viewtopic.php?t=22406


Da es auch zahllose andere Akteure gab, die sich in ähnlicher Weise engagierten, habe ich schon in einer frühen Phase der hiesigen Bemühungen ein Aktionsbündnis all derjenigen angeregt, die sich für gute Pflege-Rahmenbedingungen zu Wort gemeldet haben. Es macht nämlich Sinn, gemeinsame Konzepte für nachhaltige Verbesserungen bei der ambulanten (häuslichen) und stationären Pflege abzusprechen und zum Gegenstand entsprechender Forderungen zu machen. Allein auf Einzelinitiativen beruhende Aktivitäten, Petitionen, TV-Berichte, Talk-Shows und Buchveröffentlichungen sind nicht wirklich hilfreich gewesen, den bestehenden Pflegenotstand zu beheben. Auch das pflegepolitische Wirken von Gewerkschaften und Sozial- bzw. Berufsverbänden sollte koordiniert werden.

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Es wird daher noch einmal vorgeschlagen, ein wirkungsvolles Aktionsbündnis zu organisieren. Zu bedenken ist, dass die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in den nächsten Jahren / Jahrzehnten deutlich zunehmen wird. Folglich ist eine zeitgerechte Gestaltung bzw. Gewährleistung entsprechender Versorgungsstrukturen dringend geboten. Es muss z.B. zeitgerecht sichergestellt werden, dass in den nächsten Jahren/Jahrzehnten genügend Pflege- und Betreuungskräfte sowie Pflegeheimplätze zur Verfügung stehen. Nach einer Stellungnahme des Deutschen Pflegerates vom 09.03.2021 werden allein in den nächsten 12 Jahren rd. 500.000 zusätzliche Pflegekräfte für die ambulante und stationäre Pflege benötigt (> einige Pflegemängel hat u.a. die "heute-show" am 12.3.2021 satarisch aufgegriffen). Für die Unterstützung der häuslichen Pflege sind Hilfestrukturen durch die Gestaltung entsprechender Quartiersangebote zwingend (z.B. präventive Hausbesuche, Lotsenpunkte).

Siehe insoweit:
> https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... p=465#p465
> https://www.youtube.com/watch?v=KcabnpiEa1s


Es muss daher als sinnvoll erachtet werden, die verschiedenen Pflegebereiche - ambulant und stationär - gesamtheitlich in den Blick zu nehmen. Dabei muss auch die sog. "24-Stunden-Betreuung" durch meist osteuropäische Hilfs- bzw. Betreuungskräfte einbezogen werden. Insoweit bestehen vielfältige Regelungslücken, die dringend behoben und durch transparente und rechtssichere Betreuungsmodelle ersetzt werden müssen. Insoweit ist das Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 24.06.2021 - 5 AZR 505/20 - zu beachten. Nach dieser höchstrichterlichen Entscheidung haben nach Deutschland in einen Privathaushalt entsandte ausländische Betreuungskräfte Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn für geleistete Arbeitsstunden. Dazu gehört auch Bereitschaftsdienst. Ein solcher kann darin bestehen, dass die Betreuungskraft im Haushalt der zu betreuenden Person wohnen muss und grundsätzlich verpflichtet ist, zu allen Tag- und Nachtstunden bei Bedarf Arbeit zu leisten. - Dr. rer. pol. Bernhard Emunds, Professor für Christliche Gesellschaftsethik und Sozialphilosophie, Leiter des Oswald von Nell-Breuning-Instituts, hat bereits 2016 die häusliche "24-Stunden-Betreuung" in der Buchveröffentlichung "Damit es Oma gutgeht - Pflege-Ausbeutung in den eigenen vier Wänden" kritisch unter die Lupe genommen.

Siehe insoweit:
> https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... ?f=6&t=190
> viewtopic.php?f=3&t=21560


Die Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts vom 24.06.2021 zur "24-Stunden-Betreuung" macht ganz aktuell deutlich, wie wichtig die von Pro Pflege - Selbsthilfenetz seit vielen Jahren eingeforderte Gestaltung von Quartiershilfen zur Unterstützung von pflegebedürftige Menschen und ihren Familien ist. Es ist nun dringlicher denn je, solche Unterstützungsstrukturen - nahe bei den Menschen - flächendeckend zu gestalten. Damit kann auch die Heimpflege deutlich entlastet werden.

Dass die Heimpflege dringend einer Verbesserung / Entlastung bedarf, zeigt auch ganz aktuell das von Ver.di vorgelegt Versorgungsbarometer 2021. Die von Ver.di ermittelten Ergebnisse verdeutlichen, dass bei 38% der befragten Beschäftigten in der Altenpflege die Grundpflege nicht immer bedarfsgerecht möglich ist. Nur 27% der Befragten gaben an, ausreichend Zeit für Gespräche mit den Bewohner:innen zu haben. Die Zeitschrift "CAREkonkret" berichtete dazu ausführlich am 25.06.2021.

Infos dazu:
> https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... 1730#p1730
> https://gesundheit-soziales.verdi.de/++ ... ometer.pdf


Zielgerichtete Reformen, die auf auskömmliche Hilfe und Unterstützungsleistungen abzielen, sollten nach all dem schnellstmöglich in einem "Masterplan Pflege" zusammen gefasst werden. Es gibt einen großen Handlungsbedarf mit einem Finanzvolumen von zig Milliarden Euro!

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Das aktuelle Pflegereförmchen von Juni 2021 ist unzureichend und kann nicht schön geredet werden. Die im Reförmchen gebotenen "Beruhigungspillen" werden die vorhandenen und noch zu erwartenden Probleme nicht ansatzweise lösen können. Die Pflegepolitik von Jens Spahn löst folglich null Probleme im Pflegesystem und muss als mangelhaft bzw. ungenügend bezeichnet werden. Der Pflegenotstand wird uns mit dem jetzigen Regelungsstand erhalten bleiben. ... Der Bundesrat hat am 25.06.2021 die "Pflegereform" gebilligt und in einer begleitenden Entschließung weitere Reformschritte angemahnt. Diese müssten unter Einbeziehung der Länder auf den Weg gebracht werden und insbesondere auch spürbare Entlastungen für die häusliche Pflege einschließen. Zur Finanzierung weiterer Reformschritte sei davon auszugehen, dass eine weitergehende Steuerfinanzierung zwingend zur Stabilisierung der Finanzierungsgrundlagen der Pflegeversicherung notwendig bleibe.

Infos dazu:
> https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... 1678#p1678


Bund, Länder und Kommunen sind gefordert - eine umfassende Reform an "Haupt und Gliedern" ist dringlich. Jedes Zögern macht alles nur noch schwieriger!

Im Übrigen ist das nachfolgende Zitat bedenkenswert:
"Ich würde mir wünschen, dass die Bürger dieselbe moralische und rechtliche Pflicht hätten, sich um ihre alternden Eltern zu kümmern, wie für Kinder". - Antwort einer führenden Mitarbeiterin in einem Gesundheitsministerium auf die Frage: "Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, mit dem Sie das Gesundheitswesen verbessern könnten, was würden Sie sich wünschen? - (Zitat von David Goodhart in dem Buch "Kopf Hand Herz, Penguin Verlag, 2020).


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Dass unabhängig von einer nachhaltig wirkenden Pflegereform dringliche Maßnahmen zum Klimawandel und zur Corona-Pandemiebekämpfung geboten sind, versteht sich! Die Alternative wäre: Mit Vollgas in die Klimakatastrophe und die nächste Pandemie.

Infos dazu:
> https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... p?f=7&t=42


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Werner Schell
Diplom-Verwaltungswirt - Oberamtsrat a.D. - Buchautor/Journalist - Dozent für Pflegerecht
Mitglied im Verband der Medizin- und Wissenschaftsjournalisten e. V.- https://www.vmwj.de
https://www.wernerschell.de - Pflegerecht und Gesundheitswesen
Infos auch bei https://www.facebook.com/werner.schell.7 bzw. https://twitter.com/SchellWerner


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+++

Mit dem Statement von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk vom 26.09.2021
"Pflegenotstand auflösen und in den Kommunen unterstützende Netzwerke gestalten"
wurden zahlreiche Hinweise zu den Handlungserfordernissen im Gesundheits- und Pflegesystem ausgeführt. Dazu ergibt sich ergänzend:

Über die Rekrutierung ausländischer Pflegekräfte wird seit vielen Jahren diskutiert. Es gibt insoweit anhaltend erhebliche Vorbehalte, so dass sich u.a. die Feststellung aufdrängt, die personelle Not im Gesundheits- und Pflegesystem eher nicht im Ausland, sondern durch geeignete Reformmaßnahmen mit Blick auf die inländischen Bewerberinnen und Bewerber auszurichten. Vorrangig müssen, wie vielfach ausgeführt, deutlich verbessere Arbeitsbedingungen gestaltet werden. Dabei muss gelten: "Nicht kleckern, sondern klotzen". Die Anreize müssen stimmen! - Dazu einige ergänzende Hinweise aus einer aktuellen Buchveröffentlichung, die ebenfalls bedacht werden müssen.

> Nicht übersehen werden darf aber, dass ein hoher Aufwand notwendig ist, bis die aus dem Ausland rekrutierten Pflegekräfte voll einsatzfähig sind. Oftmals ist dieser Aufwand auch verloren, weil die angeworbenen Pflegepersonen mit anderen Vorstellungen gekommen sind und entweder wieder zurückgehen oder in einen anderen Beruf wechseln (Bonin et al. 2015).
Darüber hinaus müssen auch sprachliche und kulturelle Herausforderungen sowie unterschiedliche Studien- und Ausbildungsinhalte der im Ausland erworbenen Berufsabschlüsse bedacht werden. Ein zentraler Aspekt, "der von denen, die gerne die großen Lösungsansätze suchen, aber die Umsetzung dann nicht ausbaden müssen, oftmals kleingeredet wird" (Sell 2019), sind ausreichende Sprachekenntnisse. In der Pflege als Interaktionsarbeit sind Beziehungsaufbau und damit Kommunikation von zentraler Bedeutung. Auch in Hinblick auf Patientensicherheit müssen sich Pflegepersonen adäquat ausdrücken und die Anliegen der Patient/inn/en und Teamkolleg/inn/en sowie die Anordnungen von Ärzteseite verstehen können. Sell spricht im Pflegereport des Jahres 2019 davon, dass, würde die Diskussion ehrlich geführt, zugegebenen werden müsste, dass tagtäglich zahlreiche Pflege- und vor allem Behandlungsfehler gemacht werden, weil es bei einem Teil der Beschäftigten große Sprachprobleme gäbe. Diese ehrliche Diskussion würde aber deshalb ausbleiben, weil man ja über jede/n dankbar sei, die/der die lichten Reihen wieder füllt (Sell 2019). <

Quellen:
Gerda Sailer: "Pflege im Fokus", Springer, 2021 (Seite 42f) > https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... ?f=4&t=195
Jacobs u.a.: Pflege-Report 2019, Springer, 2019 (Seite 93ff. > viewtopic.php?f=3&t=23325
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Sondierung: Sprechblase für mehr Pflegepersonal ...

Beitrag von WernerSchell » 16.10.2021, 06:33

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Aus Forum > https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... 2909#p2909

Bemerkenswert ist, dass es nur bescheidene Andeutungen hinsichtlich einer Pflegereform gibt. Im Sonderungspapier heißt es: "Wir wollen eine Offensive für mehr Pflegepersonal. Hochwertige Pflege gibt es nur mit gut ausgebildeten Pflegekräften, guten Arbeitsbedingungen und angemessenen Löhnen in der Pflege. Wir wollen mehr qualifizierte ausländische Pflegekräfte gewinnen und die nötigen Voraussetzungen dafür schaffen. Pflegerinnen und Pfleger sollen mehr Zeit für ihre eigentliche Tätigkeit mit den Patientinnen und Patienten haben. Das wollen wir durch Entbürokratisierung, die Nutzung digitaler Potentiale und klare bundeseinheitliche Vorgaben bei der Personalbemessung gewährleisten." Diese wohlklingenden Äußerungen, bereits seit vielen Jahren politisches Vokabular, lassen die Vermutung zu, dass es insoweit bislang keine bemerkenswerten Annäherungen oder Übereinstimmungen gegeben hat.
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Menschenwürdige Pflege ist alternativlos!

Beitrag von WernerSchell » 09.11.2021, 08:01

Menschenwürdige Pflege ist alternativlos! Die Versorgung von immer mehr pflegebedürftigen Menschen in den Pflegeeinrichtungen muss daher durch ausreichend qualifiziertes Pflegepersonal gewährleistet werden. Insoweit erscheint eine Fachkraftquote von 50% als zwingend geboten. Niedrigschwellig ausgebildete Personen können gerne zusätzlich dazu zu kommen. Dies darf aber nicht die gute Pflege / Versorgung der meist schwerstpflegebedürftigen Personen beeinträchtigen. Allein 10 Expertenstandards und weitere Pflegestandards gilt es umzusetzen bzw. zu beachten. Im Übrigen gibt es vielfältige Beobachtungserfordernisse im Zusammenhang mit der Arzneimittelversorgung. Zu all dem ist ausreichende Sachkunde zwingend erforderlich. - Hinweise an die "Ampel" enthält weitere Hinweise … > https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... 3079#p3079

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