Vorsorge für die letzte Reise

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Vorsorge für die letzte Reise

Beitrag von WernerSchell » 22.02.2019, 07:45

Vorsorge für die letzte Reise

Warum werden die Gedanken um den Tod so weit weggeschoben.
Kaum einer macht sich Gedanken um seine letzte Reise.


Betrachtet man die ältere Generation, so hört man diese sehr gerne und ausführlich über ihre gelebten Momente erzählen. Geschichten die sie bewegt haben. Momente an die sie sich gerne zurück erinnern. Gänsehaut, bei so manchen Geschichten. Es sind die schönen Momente ihres Lebens aber auch die traurigen Momente, die sie geprägt und stark gemacht haben.

Doch ein Thema bleibt oftmals tabu. Der letzte Gang, die letzte eigene Reise.

Oftmals fällt es besonders schwer wenn es um Tod im nahen Umfeld geht. Aber genau dann ist es so wichtig, denn genau das sind die Menschen, die sich so oft verantwortlich für die letzte Reise fühlen. Das sind die Menschen, die sich mit tausenden Fragen plagen und währenddessen die Trauer verdrängen. Bis zuletzt plagt oftmals die Frage, wäre das der letzte Wunsch gewesen.
Eine Frage unter vielen anderen. Die unzähligen Möglichkeiten machen es nicht einfacher.
Es beginnt mit der Planung der Bestattung, geht über in die Planung der Trauerfeier und endet oftmals mit dem finanziellen Aspekt.

Ungeklärte Fragen, unzählige Aufgaben und weiterhin bleibt die ewige Frage, wäre das der letzte Wunsch gewesen.

Denkt man an die Personen in seinem Umfeld, die zurückbleiben, die die sich Familie und Freunde nennen. Die Personen die man liebt, die einen bis zuletzt begleitet haben.
Was wünscht man sich für sie. Zeit zum Trauern. Ein schnelles Wiederfinden in das eigene Leben und vielleicht auch ein bisschen Erleichterung.
Doch wie ist es möglich, unter der ständigen Frage des letzten Wunsches, Zeit zum Trauern zu finden. Ein Wiederfinden in das eigene Leben scheint unmöglich. Die Erleichterung erstickt unter der anfallenden Planung und den dutzenden Aufgaben.
Deshalb ist die Verschriftlichung des letzten Wunsches und der damit zusammenhängenden Rahmenbedingungen z. B. über eine digitale Plattform um so wichtiger. > https://www.mymoria.de/de/thema/vorsorge Ein organisatorischer Leitfaden, welcher zur Orientierung für die Hinterbliebenen fungiert.

Hierbei können folgende Leitfragen hilfreich sein:

1. Lege dich für eine Bestattungsart fest

Menschen beschäftigen sich ungerne mit ihrem eigenen Tod. Jedoch hat sich mit großer Wahrscheinlichkeit schon nahezu jeder Gedanken, auch wenn nicht allzu ausgeprägte, zu seinem Tod und speziell zu der Bestattungsart gemacht. Solche Personen sollten daher bewerten können, ob sie bspw. eine Feuer- oder Erdbestattung wünschen. Außerdem kann festgehalten werden, wie die Trauergesellschaft zusammenkommen soll: Gibt es Café? Müssen kulturelle Aspekte bei der Trauerfeier beachtet werden? Müssen ansonsten weitere Punkte beachtet werden?

2. Benachrichtigung von Familie, Freunden und entfernten Verwandten

Die Frage der Benachrichtigung stellt einen vor eine große Herausforderung. Es müssen alle Adressen herausgesucht werden, die Art der Benachrichtigung und in welchem Umfang diese stattfinden soll, muss festgelegt werden. Wie sollen Familie und Freunde weitergehend informiert werden? Ist eine klassische Traueranzeige gewünscht? Muss der Arbeitgeber ggf. noch informiert werden?

3. Regelung der Bestattungskosten

Dieser Punkt scheint die meisten Menschen abzuschrecken. Was kostet die letzte Reise, welche Wünsche sind finanziell erfüllbar. Gibt es eine Alternative? Welchen Weg kann ich für die Bezahlung nutzen. Muss ich alles auf einmal zahlen?
Eine frühzeitige Planung ermöglicht Klarheit und erfüllt den letzten persönlichen Wunsch.

Text: Klara Göbel
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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